Ein Erntehelfer hält in Thüringen Spargelstangen in den Händen.
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Die Spargelernte fiel besser aus als gedacht (Symbolbild).

Ernte zerrt an Nerven

Erst Sorgenfalten, dann Zufriedenheit: Hessens Spargelbauern kommen mit blauem Auge davon

Am Anfang standen tiefe Sorgenfalten. Wegen der Corona-Krise wurden die Grenzen dicht gemacht. Die Spargelbauern fürchteten um ihre dringend benötigten Saisonarbeiter und die Ernte. Zum Ende der Saison herrscht Erleichterung, auch wenn die Ernte am Nervenkostüm zerrte. Auch Landwirt Sebastian Würfl aus Gründau ist zufrieden.

  • Die Spargelsaison in Hessen ist besser ausgefallen als gedacht
  • Landwirt Sebastian Würfl aus Gründau ist zufrieden
  • Nach dem Hickhack um Saisonarbeitskräfte hatten die Bauern Schlimmes befürchtet

Region/Gründau - Beim Start in die Spargelsaison malten die Erzeuger wegen der Corona-Krise ein düsteres Bild. Hotels und Restaurants als Abnehmer des Edelgemüses? Ein Totalausfall. Dringend nötige ausländische Saisonarbeitskräfte für die Arbeit auf den Feldern waren am Anfang rar. Unterbringung, Hygienebestimmungen und Reisekosten belasteten den Etat der Spargelbauern zusätzlich. Finanzielle Schieflagen oder sogar das Aus für einige Betriebe waren ein durchaus denkbares Szenario.

„Ich habe gedacht, dass geht komplett in die Hose“, sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Spargel Südhessen, Rolf Meinhardt. Unter dem Strich lief die zum Wochenende hin auslaufende Spargelsaison dann doch besser als gedacht.

Spargelernte fällt in Hessen trotz Coronavirus-Krise besser aus als gedacht

„Wir werden keine großen Gewinne machen, aber wir machen auch kein Minus“, sagte Meinhardt. Man sei mit einem blauen Auge davongekommen. „Wir können einigermaßen zufrieden sein.“ Das habe er am Anfang nicht gedacht. Allerdings seien es echte Strapazen gewesen. „Ich fühle mich um zehn Jahre gealtert und die Haare sind grauer geworden.“

Gründe für das positive Fazit sind Meinhardt zufolge, dass schließlich doch Saisonarbeitskräfte nach Deutschland kommen konnten und die sehr gute Direktvermarktung. „Der Standverkauf lief sehr, sehr gut. Da haben wir zugelegt und die Verluste bei der Gastronomie teils ausgeglichen.“ Auch der durchschnittlich 20 bis 30 Cent höhere Kilopreis habe zu dem Abschluss beigetragen.

„Die Spargelbauern sind durchweg zufrieden mit dem Ende“, sagte auch der Sprecher des Hessischen Bauernverbands, Bernd Weber. Es sei besser gelaufen als gedacht. „Mir ist nichts bekannt, dass Betriebe in finanzielle Schieflage geraten sind.“

Auch Bauer Würfl aus Gründau ist mit Spargelernte zufrieden

Landwirt Sebastian Würfl aus Gründau berichtet ebenfalls von einer zufriedenstellenden Spargelernte. „Natürlich war es am Anfang alles ein wenig schwierig mit den Erntehelfern. Aber das haben wir alles gut gemeistert und sind durchaus zufrieden“, berichtet Würfl. Die Verkaufsstände von Frankfurt bis Fulda seien in diesem Jahr sehr gut frequentiert gewesen – was wohl auch damit zu tun gehabt haben dürfte, dass wegen der Pandemie viele Menschen zuhause waren und vor Ort einkaufen konnten.

Die Erdbeerernte – Bauer Würfl betreibt in Osthessen mehrere Felder zum Selberpflücken – sei ebenfalls in Ordnung. „Im Mai hatten wir ein paar Frostschäden, aber alles in allem ist es kein schlechtes Jahr“, stellt Sebastian Würfl fest. Etwa eine Woche lang dürfte es noch Erdbeeren zu pflücken geben. (dpa/dk)

Die Saprgelernte

Die Spargelernte beginnt in Deutschland normalerweise in der zweiten Aprilhälfte und dauert traditionell bis zum gestrigen „Johannestag“, dem 24. Juni. Einige Bauern ernten allerdings noch bis zum Wochenende. In Südhessen wird Spargel auf rund 2000 Hektar angebaut

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