64 Stundenkilometer zu schnell

„Speedmarathon“ in Hessen: Zehn Fahrer in Osthessen müssen ihren Führerschein abgeben

  • Selina Eckstein
    vonSelina Eckstein
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In Hessen hat die Polizei am Mittwoch Raser ins Visier genommen. Beim Aktionstag „Speedmarathon“ wurde an mehr als 200 Messstellen die Geschwindigkeit kontrolliert. Trotz einiger Ausreißer - etwa einem Autofahrer im Vogelsberg, der 64 Stundenkilometer zu schnell fuhr - zieht die Polizei in Osthessen eine positive Bilanz.

Update vom 22. April, 16.50 Uhr: Im Polizeipräsidium Osthessen wurden im Rahmen des „Speedmarathons“ insgesamt rund 37.000 Fahrzeuge durch die Radaranlagen gemessen. „Hierbei verstießen insgesamt 946 Verkehrsteilnehmer gegen die geltenden Geschwindigkeitsregeln auf den Straßen der Landkreise Fulda, Vogelsberg und Hersfeld-Rotenburg“, bilanziert das Polizeipräsidium Osthessen.

„Speedmarathon“ in Hessen: Autofahrer rast mit 64 Sachen zu viel durch Blitzer

791 Fahrzeugführer erhielten Verwarnungen, während auf die weiteren 155 Verkehrsteilnehmer eine Anzeige wegen Überschreiten der erlaubten Geschwindigkeiten zukommt. Auf den Führerschein müssen künftig zehn der in Osthessen gemessenen Fahrer verzichten. Sie überschritten die erlaubte Höchstgeschwindigkeit laut Polizei deutlich, was ein Fahrverbot zur Folge hat.

Der höchste Geschwindigkeitsverstoß wurde nach den Angaben der Beamten im Vogelsbergkreis verzeichnet: „Bei erlaubten 100 Stundenkilometern durchfuhr ein Autofahrer eine Messstelle mit 164 Stundenkilometern und damit 64 Stundenkilometer zu schnell.“ Auf den Raser wird nun ein Bußgeld in Höhe von 440 Euro, 2 Punkte sowie ein zweimonatiges Fahrverbot zukommen.

Erstmeldung vom 21. April, 16.04 Uhr: Osthessen - Die Polizei in Hessen nimmt am europaweiten Verkehrsaktionstag „Speedmarathon“ verstärkt Raser ins Visier. Am Mittwoch prüfen zwischen 6 und 22 Uhr mehr als 500 Polizisten und Mitarbeiter von Kommunen an mehr als 200 Messstellen die Geschwindigkeit von Verkehrsteilnehmern. Die Standorte der Blitzer hatten die Polizeipräsidien vorab bekanntgegeben.

Auch in Osthessen wurde am Mittwochmorgen geblitzt. Zunächst waren Polizisten vom Polizeipräsidium Osthessen aus Fulda auf der Landesstraße 3174 zwischen Hofbieber und Schwarzbach im Einsatz, um die Geschwindigkeiten der Autofahrer zu kontrollieren. Diese Strecke sei ein „Unfallschwerpunkt“, sagte Frank Hohmann gegenüber unserer Zeitung. „Aus diesem Grund messen wir heute unter anderem an dieser Stelle.“

Kreis Fulda: „Speedmarathon“ läuft - Polizei meldet „keine großen Ausreißer“

Polizeisprecherin Sandra Hanke teilte auf Nachfrage unserer Zeitung mit, dass zwischen Hofbieber und Schwarzbach deutlich weniger Personen geblitzt wurden, als es noch in den vergangenen Jahren beim Speedmarathon der Fall gewesen sei.

„Die Zahlen sind deutlich zurückgegangen und es gab keine großen Ausreißer“, fügte Hanke an. Insgesamt fuhren 200 Fahrzeuge an dem Blitzer zwischen Hofbieber und Schwarzbach vorbei. Dabei gab es sieben Verwarnungen. Es erweckte aber nicht den Eindruck, dass weniger Personen auf der Straße unterwegs seien - etwa wegen Home Office.

50 Kilometer pro Stunde zu schnell: Polizei erwischt Raser im Vogelsberg

Die Landesstraße zwischen Hofbieber und Schwarzbach war nicht die einzige Strecke im Kreis Fulda, an der am Mittwoch geblitzt wurde. Auch in der Maberzeller Straße in Fulda, auf der Landesstraße 3418 Höhe Abfahrt Kleinlüder und auf der L3307 zwischen Eichenzell und Rönshausen war die Polizei im Einsatz.

Bildergalerie: „Speedmarathon“ in Hessen - Polizei blitzte auch in Fulda

Auf der Landesstraße 3174 zwischen Hofbieber und Schwarzbach (Kreis Fulda) blitzte die Polizei.
Auf der Landesstraße 3174 zwischen Hofbieber und Schwarzbach blitzte die Polizei am Mittwochvormittag. © Henrik Schmitt/Mediennetzwerk Hessen
Auf der Landesstraße 3174 zwischen Hofbieber und Schwarzbach (Kreis Fulda) blitzte die Polizei.
Auf der Landesstraße 3174 zwischen Hofbieber und Schwarzbach blitzte die Polizei am Mittwochvormittag. © Henrik Schmitt/Mediennetzwerk Hessen
Auf der Landesstraße 3174 zwischen Hofbieber und Schwarzbach (Kreis Fulda) blitzte die Polizei.
Auf der Landesstraße 3174 zwischen Hofbieber und Schwarzbach blitzte die Polizei am Mittwochvormittag. © Henrik Schmitt/Mediennetzwerk Hessen
Auf der Landesstraße 3174 zwischen Hofbieber und Schwarzbach (Kreis Fulda) blitzte die Polizei.
Auf der Landesstraße 3174 zwischen Hofbieber und Schwarzbach blitzte die Polizei am Mittwochvormittag. © Henrik Schmitt/Mediennetzwerk Hessen
Auf der Landesstraße 3174 zwischen Hofbieber und Schwarzbach (Kreis Fulda) blitzte die Polizei.
Auf der Landesstraße 3174 zwischen Hofbieber und Schwarzbach blitzte die Polizei am Mittwochvormittag. © Henrik Schmitt/Mediennetzwerk Hessen
Auf der Landesstraße 3174 zwischen Hofbieber und Schwarzbach (Kreis Fulda) blitzte die Polizei.
Auf der Landesstraße 3174 zwischen Hofbieber und Schwarzbach blitzte die Polizei am Mittwochvormittag. © Henrik Schmitt/Mediennetzwerk Hessen
Auf der Landesstraße 3174 zwischen Hofbieber und Schwarzbach (Kreis Fulda) blitzte die Polizei.
Auf der Landesstraße 3174 zwischen Hofbieber und Schwarzbach blitzte die Polizei am Mittwochvormittag. © Henrik Schmitt/Mediennetzwerk Hessen

Wie Polizeisprecherin Sandra Hanke ausführte, war ein Fahrzeug im Vogelsbergkreis 50 Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs. In einer Pressemitteilung gab das Polizeipräsidium Osthessen bekannt, dass an einer Blitzstelle in Hersfeld-Rothenburg lediglich ein Fahrzeugführer von insgesamt 133 Gemessenen in einer 80er-Zone das Tempolimit missachtete.

„Speedmarathon“ in Hessen: Polizei hat Raser im Visier - Aktionstag fiel 2020 wegen Corona aus

Auch im Main-Kinzig-Kreis und im Kreis Offenbach wird am Mittwoch geblitzt*, berichtet op-online.de. Im vergangenen Jahr war der Blitzmarathon wegen der Corona-Pandemie ausgefallen. Bei der Blitzer-Aktion 2019 waren in Hessen rund 12.150 Temposünder erwischt worden.

„Geschwindigkeitsverstöße sind keine Kavaliersdelikte, sie werden von den Betroffenen überwiegend bewusst und kalkuliert begangen“, erklärte die Polizei. Der „Speedmarathon“ soll auf die Folgen aufmerksam machen. Organisiert wird er vom europaweiten Polizeinetzwerk „European Roads Policing Network“ (Roadpol), das die Zahl der Unfallopfer senken will.

Auf der Landesstraße 3174 zwischen Hofbieber und Schwarzbach blitzte die Polizei am Mittwochvormittag.

Laut Polizei verunglückten 2020 bei Verkehrsunfällen auf Hessens Straßen 22.614 Menschen, 3831 davon schwer. 205 Personen kamen ums Leben. Zu schnelles Fahren sei dabei Hauptunfallursache, die Polizei spricht im Zusammenhang mit dem Aktionstag vom „Killer Nr. 1“ im Straßenverkehr. Bei der Hälfte der Getöteten hatte 2020 nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit zum Unfall beigetragen, zudem bei mehr als jedem vierten Unfall mit Schwerverletzten. (mit dpa-Material) *op-online.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Henrik Schmitt/Mediennetzwerk Hessen

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