Viele Dörfer liegen nach dem verheerenden Hochwasser in Deutschland in Trümmern - zahlreiche Menschen fielen diesem zum Opfer. Jetzt wird Kritik am Katastrophenschutz laut.
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Viele Dörfer lagen (und liegen) nach dem verheerenden Hochwasser in Deutschland in Trümmern. Hessens Städte wollen als Lehre den Katastrophenschutz wetterfest machen.

Lehre aus der Flut

Städtetag trifft sich in Fulda und fordert: Katastrophenschutz wetterfest machen

Als Lehre aus der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sowie der Corona-Pandemie wollen die hessischen Städte den Katastrophenschutz im Bundesland besser aufstellen.

Fulda - Hessens Städte fordern als Lehre aus der Flutkatastrophe und der Corona-Pandemie eine landesweit einheitliche, moderne Stabssoftware. Das erklärte der Präsident des Hessischen Städtetages, der Fuldaer Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld (CDU), nach der Sitzung der Spitzengremien des Verbandes am Donnerstag in Fulda.

Die Software soll im Ernstfall etwa rasche Absprachen ermöglichen über die jeweilige Lage, verfügbare Einsatzkräfte und -geräte, die erforderlichen Maßnahmen sowie gegebenenfalls Unterstützungsbedarf. „Wir müssen das Hessische Katastrophenschutzgesetz jetzt wetterfest machen“, so Wingenfeld.

Hessen: Städtetag will Katastrophenschutz wetterfest machen

Auch mit der Organisation des Katastrophenschutzes in Hessen befasste sich der Städtetag. Wenn das entsprechende Konzept auf den Prüfstand komme, sollte es anhand der Hochwasserkatastrophe und der Pandemie bewertet und eine Gefährdungsanalyse für Extremwetter-Ereignisse erstellt werden, forderte Wingenfeld.

Zusätzlich müssten die bestehenden Warnsysteme ausgebaut werden: So sollten die Kommunen wieder akustische Warnungen über Sirenen einsetzen können, wenn sie sich dafür entscheiden. (Lesen Sie hier: Wilhelm Hartmann aus Fulda unterstützt Flutopfer im Ahrtal: „Wir helfen so lange, wie es nötig ist“)

Das Gruppenfoto zeigt Mitglieder des Präsidiums beziehungsweise des Hauptausschusses des Hessischen Städtetages (von links): Stephan Gieseler (Geschäftsführer), Jochen Partsch (Darmstadt), Stefan Majer (Frankfurt), Heiko Wingenfeld (Fulda), Christian Geselle (Kassel), Michael Schüßler (Rodgau) sowie Jürgen Dieter (geschäftsführender Direktor Städtetag)

Als weiterer Baustein sollte aus Sicht des Städtetags der Mobilfunkdienst Cell Broadcast in Hessen nutzbar werden. Mit diesem System können alle Menschen in Gefahrenbereichen, die sich in einer entsprechenden Funkzelle mit ihrem Handy aufhalten, per Textnachricht gewarnt werden.

Hessischer Städtetag trifft sich in Fulda

Die im Hessischen Städtetag versammelten Kommunen würdigten auch das Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. „Land und Kommunen müssen gleichermaßen alles dafür tun, ehrenamtliches Engagement zu stabilisieren und für die Zukunft zu sichern“, erklärte Wingenfeld. Fuldas Oberbürgermeister führt den Hessischen Städtetag seit diesem Monat.

Die Mitglieder des Verbandes tauschten sich in Fulda mit Staatssekretär Dr. Stefan Heck vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport aus. (dpa)

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