Die Einrichtungen, auf die die Schilder hinweisen, sind schon lange nicht mehr im Groenhoff-Haus.
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Das Groenhoff-Haus verfällt, die Einrichtungen sind ausgezogen. In Gersfeld wächst der Unmut. (Archivbild)

Resolution aus Gersfeld

Löcher im Dach, bröckelnde Fassaden: Unmut über Zustand des Groenhoff-Areals wächst

  • Rainer Ickler
    VonRainer Ickler
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Der Unmut wächst: Die Gersfelder Stadtverordnetenversammlung fordert in einer Resolution den Landkreis Fulda und das Land Hessen auf, schnellstmöglich die Planungen für die Sanierung des Groenhoff-Areals auf der Wasserkuppe aufzunehmen.

Wasserkuppe - Bei einem Termin vor Ort auf der Wasserkuppe überreichten die Fraktionsvorsitzenden der Gersfelder Stadtverordnetenversammlung sowie Stadtverordnetenvorsteher Uwe Glück (BfG) die Resolution an Bürgermeister Dr. Steffen Korell (CDU). Er soll sie an die heimischen Landtagsabgeordneten, an das Land Hessen sowie an Bundestagsabgeordneten Michael Brand (CDU) weiterleiten.

Korell schaute sich vor dem Groenhoff-Haus um, wies auf die bröckelnden Fassaden, auf klaffende Löcher im Dachbereich sowie auf das hoch wachsende Gras im Innenhof hin und sagte, dieser Zustand verdeutliche, dass dringend etwas getan werden müsse. Dies sei im besonderen Interesse der Stadt Gersfeld und müsste auch im Interesse des Landes sein. „Denn das Groenhoff-Areal ist die höchstgelegene Liegenschaft des Landes in Hessen.“

Hessen: Ärger auf der Wasserkuppe - Groenhoff-Areal verfällt

Dem Land dürfe es nicht egal sein, was hier oben passiert. Das Areal verrotte nicht nur, er erwähnte auch, dass „Spießgesellen in Ledermänteln“ dort oben ihr Unwesen trieben. Sie sollen Verbindungen zur rechten Szene haben. Über die Zukunft des Groenhoff-Hauses wird in der Region seit Monaten diskutiert.

Ein saniertes Groenhoff-Areal wäre der ideale Platz für die hessische Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, machte Korell deutlich. Dort könnten Zehntausende von Besuchern, die auf die Wasserkuppe kommen, die Zielsetzungen, die Arbeit und auch die Möglichkeiten des Biosphärenreservates, des einzigen in Hessen, kennenlernen.

Auch die Stadt Gersfeld würde von einem sanierten Groenhoff-Areal profitieren. Denn für Touristen sei es ein weiteres lohnendes Ziel auf der Wasserkuppe. „Das Land soll sich zum Biosphärenreservat Rhön bekennen“, forderte er.

Stadtverordnetenvorsteher Uwe Glück sagte, mit dieser Resolution soll nachdrücklich deutlich gemacht werden, wie wichtig ein saniertes Groenhoff-Areal für die Rhön und auch für die Stadt Gersfeld ist. „Es ist schlimm, dass wir immer wieder vom Land Hessen vertröstet werden“, kritisierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Gutermuth.

Die Fraktionsvorsitzenden Tanja Weber (BfG), Rainer Goldbach (CDU, von links) und Michael Gutermuth (rechts) sowie Stadtverordnetenvorsteher Uwe Glück überreichen Bürgermeister Steffen Korell (Mitte) die Resolution vor dem Innenhof des Groenhoff-Areals.

In der Resolution, die von allen Stadtverordneten verabschiedet wurde, steht, dass in dem Areal bis vor einigen Jahren ein Regionalladen, eine Jugendbildungsstätte und die hessische Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates untergebracht waren. Zwischen 70 000 und 80 000 Menschen besuchten diesen Anziehungspunkt jährlich.

„Das Gelände, benannt nach einem der Pioniere des Segelfluges, Günther Groenhoff, ist von großer Bedeutung für die Entstehungsgeschichte des Segelfluges auf dem Berg der Flieger. Wenn nichts passiert, ist das Areal dem Verfall preisgegeben“, heißt es in der Resolution.

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„Während die thüringische und bayerische Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats gut ausgestattet und top modernisiert sind, fristet die hessische Verwaltungsstelle ein trostloses Dasein in einer ehemaligen Schule in Hilders. Gespräche über eine Sanierung gibt es schon lange. Und obwohl die Presse immer wieder darüber berichtet, sind Ergebnisse bislang Fehlanzeige“, heißt es weiter.

Ein saniertes Groenhoff-Areal würde nicht nur die Wasserkuppe aufwerten, vielmehr böte sich damit auch die Möglichkeit, die Natur, die Geschichte, die Fliegerei und das Biosphärenreservat darzustellen.

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