Ein Riesenrad beim Hessentag in Rüsselsheim
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Es wird noch ein wenig dauern, bis sich auch in Fulda ein Hessentags-Riesenrad dreht (Symbolbild).

Verständnis, aber auch Kritik

Hessentag in Fulda abgesagt: Politik, Wirtschaft und Hotellerie in der Region blicken nach vorne

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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  • Eike Zenner
    Eike Zenner
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Die Absage des Hessentages in Fulda ruft unterschiedliche Reaktionen hervor: Es gibt viel Zustimmung und Verständnis, vereinzelt aber auch Kritik. SPD-Oberbürgermeister-Kandidat Jonathan Wulff fordert, noch in diesem Jahr in Fulda ein großes Fest zu veranstalten.

Fulda - Der Hessentag 2021 in Fulda findet nicht statt. Die Corona-Pandemie macht dem Land Hessen und der Stadt Fulda einen Strich durch die Rechnung. Das Bedauern ist groß, in der Wirtschaft und beim Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) stößt die Entscheidung aber auch auf Zustimmung und Verständnis.

„Natürlich haben wir wie alle Fuldaer bis zuletzt auf eine Durchführung des Hessentages gehofft. In normalen Zeiten wäre der Hessentag wie auch der Weihnachtsmarkt ein Frequenzbringer für die Branchen gewesen, die in den vergangenen Monaten besonders stark gelitten haben. In Anbetracht des extrem hohen Infektionsgeschehens nach den Feiertagen und der äußerst volatilen Lage ist die Absage des Hessentages nur konsequent“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Konow.

Hessentag 2021 in Fulda wegen Corona abgesagt: Wirtschaft trägt Entscheidung mit

Trotz der Absage profitierten die Stadt, die Wirtschaft und ihre Bürger von den mit 6,5 Millionen Euro Fördermitteln finanzierten Investitionen in wichtige Stadtentwicklungsprojekte, zudem gebe es die Aussicht auf weitere Fördermittel für einen möglichen Hessentag im Jahr 2026, so die IHK. Darauf hatte am Mittwoch auch Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) bereits hingewiesen. Die IHK weiter: „Insofern haben das Land und die Stadt das Beste aus der aktuell schwierigen Situation gemacht. Noch wichtiger ist aber, dass nun wirkliche Perspektiven für die heruntergefahrenen Branchen der regionalen Wirtschaft geschaffen werden, da uns die Corona-Pandemie wohl noch längere Zeit begleiten wird“, sagt Konow.

Und auch der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) unterstützt die Verschiebung des Hessentags in Fulda auf 2026. „Die Absage zum jetzigen Zeitpunkt ist richtig. Lieber eine Absage zur rechten Zeit, als ein Fest, das keines wirkliches Fest ist. Der Hessentag wäre ein guter Auftakt gewesen in eine bessere Zeit nach dem Corona-Jahr, aber wir haben ja noch keine besseren Zeiten und werden sie, so fürchte ich, auch bis Ende Mai nicht haben“, sagt Dehoga-Kreisvorsitzender Steffen Ackermann. „Unter den aktuellen Beschränkungen hätte der Hessentag der Gastronomie und Hotellerie nicht viel gebracht. Ich freue mich auf den neuen Termin 2026. Wir Fuldaer haben – etwa beim Stadtjubiläum 2019 – gezeigt, dass wir feiern können. Ich bin sicher: Das werden wir und unsere Gäste aus ganz Hessen auch 2026 wieder zeigen.“

Hessentag: Vertreter von CDU, SPD, Grünen und FDP halten Absage für richtig

In der Kommunalpolitik hat die Absage, die das Land am Mittwochabend nach einer Sitzung des Hessetags-Beirats der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung bekanntgemacht hatte, eine Debatte entfacht. Der Kandidat der SPD für die Oberbürgermeisterwahl im März, Jonathan Wulff, erklärt, die Verschiebung des Hessentages sei richtig. Er fordert aber zugleich: „Die schwer gebeutelten Einzelhändler, Gastronomen und Kulturschaffenden brauchen in 2021 eine größere Veranstaltung.“ In einigen Wochen werde man absehen können, wann Großveranstaltungen wieder möglich seien. „Wir sollten mit einer möglichst flexiblen Planung versuchen, noch in diesem Jahr einen Impuls zu setzen für unsere Händler, Gastronomen und Kulturschaffenden. Denn die brauchen schon in diesem Jahr eine Perspektive, nicht in 2026!“ 

Video: Sie sollten das Hessentagspaar in diesem Jahr werden: Vera Vogt und Max Dudyka

Fuldas OB Heiko Wingenfeld kündigt im Gespräch mit unserer Zeitung eine Reihe von Projekten, Initiativen und Veranstaltungen an, um die Innenstadt zu beleben. Das Interview mit Wingenfeld lesen Sie in der Freitagausgabe der Fuldaer Zeitung und im E-Paper.

Auch Vertreter von CDU, Grünen und FDP begrüßen die Absage. Der Schritt sei unabdingbar. Kritik kommt von der AfD. Die Partei spricht von einem „Fiasko“. Die Absage infolge der hohen Inzidenzwerte sei ein Rückschlag für Händler, Gastronomen und Hoteliers.

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