So voll wie hier auf dem Foto von einem Konzert beim Hessentag in Herborn wird es in Fulda möglicherweise nicht sein können. (Archivfoto)
+
So voll wie hier auf dem Foto von einem Konzert beim Hessentag in Herborn wird es in Fulda möglicherweise nicht sein können. (Archivfoto)

„Glas ist halbvoll“

Hessentag in Fulda: IHK und Dehoga sind zuversichtlich

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
    schließen

Die Gastronomie und der Handel haben es zurzeit ohnehin schon nicht leicht; hinzu kommt nun die Ankündigung, dass der Hessentag im Mai nächsten Jahres verschlankt werden soll. Auch wenn das weniger Besucher bedeuten könnte, sind sowohl der Hotel- und Gaststättenverband als auch die IHK Fulda zuversichtlich.

Fulda - Wie der Hessentag im Mai 2021 in Fulda gestaltet wird, ist noch unklar. In der kommenden Woche wird darüber der Hessentagsbeirat beraten. Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld (CDU) hatte allerdings schon durchsickern lassen, dass wegen der Corona-Pandemie wohl mit weniger großen Konzerten geplant werden muss.

In Hotellerie, Gastronomie und Handel dürften bereits viele auf einen Besucheransturm gehofft haben – auch, um möglicherweise die Verluste in diesem Jahr ausgleichen zu können. Normalerweise besuchen Hunderttausende Gäste den Hessentag: 862 000 waren es im vergangenen Jahr in Bad Hersfeld – rein rechnerisch jeder siebte Hesse.

Hessentag: Kreisvorsitzender der Dehoga hatte auf „Stadtjubiläum 2.0“ gehofft

Steffen Ackermann, Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Fulda erklärt auf Anfrage unserer Zeitung: „Wir hatten eigentlich auf ein Stadtjubiläum 2.0 gehofft.“ Das Stadtfest im vergangenen Jahr sei „grandios verlaufen“. Nun sei es für Gastronomie und Hotellerie sicher bedauerlich, wenn am Hessentag die ganz großen Veranstaltungen ausfallen sollten. Denn Feste wie der Hessentag wirkten wie ein Konjunkturprogramm für Fulda, erläutert er.

Dennoch ist Ackermann optimistisch, „total optimistisch“ sogar. „Ich gehe davon aus, dass die Hotelbetten trotz allem voll werden“, erklärt er und erinnert, dass es 2021 dafür zwei Großveranstaltungen auf einmal in der Stadt gebe: neben dem Hessentag auch die Premiere von „Robin Hood“ im Musical-Sommer.

Noch wenig Buchungsanfragen für Hessentag in Fulda

Die Stadt stehe damit zwar vor großen Herausforderungen, „aber ich bin sicher, dass sie das gut hinkriegen wird“, sagt der Dehoga-Chef. Dass die Stadt nun überlegt, wie sie Gäste sowie Bürger und Bürgerinnen schützen kann, findet er absolut richtig.

Buchungsanfragen für Übernachtungen gebe es für den Hessentag momentan entsprechend noch wenige. „Ich gehe davon aus, dass die Anfragen kurzfristig eingehen werden“, erklärt Ackermann. Dann, wenn klar wäre, dass es keine zweite Infektionswelle geben wird.

Hessentag in Fulda „wichtiger Impuls für Handel, Gastronomie und Tourismus“

„Aus Sicht der Wirtschaft ist der Hessentag 2021 ein wichtiger Impuls für Handel, Gastronomie und Tourismus“, erklärt auch IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Konow. Hinzu komme der nicht zu unterschätzende Werbewert der Veranstaltung. „Wir begrüßen es deshalb, dass die Stadt Fulda nach der Absage in Bad Vilbel sich dafür entschieden hat, den Hessentag 2021 in Fulda durchzuführen.“

Die IHK sei sicher, dass die Stadt Fulda immer den – je nach dem Stand der Corona-Einschränkungen – bestmöglichen und größtmöglichen Hessentag veranstalten werde. „Deshalb wünschen wir uns hier eine positivere Sprachregelung im Sinne, dass das Glas halb voll ist und nicht halb leer. Wir freuen uns auf den maximal möglichen Hessentag.“

Bund Hessischer Steuerzahler hatte Kosten für Hessentag in der Vergangenheit kritisiert

Wer sich definitiv freuen dürfte, wenn der Hessentag kleiner wird, ist der Bund Hessischer Steuerzahler: Der hatte in der Vergangenheit immer wieder kritisiert, dass der Hessentag „völlig überdimensioniert“ gefeiert werde.

Die in den 1960er Jahren als „bescheidenes Fest“ begonnene Veranstaltung sei „zu einer zehntägigen Party ausgeufert“. Schließlich bedeute der Hessentag immer wieder Millionendefizite für die Ausrichterstädte. Der Bund der Steuerzahler fordert daher ein Ende des „Gigantismus“.

Dem könnte Fulda nun nachkommen – wenn auch nicht ganz freiwillig.

Wie eine Umfrage unserer Zeitung in der Fuldaer Innenstadt gezeigt hatte, zeigen die Bürger Verständnis für einen abgespeckten Hessentag.

Das könnte Sie auch interessieren