Vier Insektenfallen sind Anfang April in der Hessischen Rhön aufgebaut worden.
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Die Hessische Rhön beteiligt sich an einem bundesweiten Monitoring von Fluginsekten.

Vier Malaise-Fallen

Hessische Rhön beteiligt sich an bundesweitem Monitoring von Fluginsekten

Die Hessische Rhön ist seit Anfang April Teil eines bundesweiten Monitoringprojekts, das das Vorkommen von Insekten untersucht.

Gersfeld - Wer derzeit von Dietges in Richtung Wasserkuppe unterwegs ist, der entdeckt bei genauem Hinsehen am Nordhang ein kleines Zelt. Auf der landwirtschaftlichen Fläche steht eine sogenannte Malaise-Falle – eine von vier Insektenfallen, die Anfang April in der Hessischen Rhön aufgebaut wurden.

Sie sind Teil eines bundesweiten Monitoringprojekts, das im Frühjahr 2019 gestartet ist und insgesamt 80 Standorte umfasst, wie das Biosphärenreservat Rhön jetzt in einer Presseinformation mitteilte.

Krefelder Studie: Dramatischer Insektenschwund

Ziel des Monitorings – ein Kooperationsprojekt des Netzwerkss Long-Term Ecological Resarch Deutschland (LTER-D) und Nationale Naturlandschaften e.V. – ist den weiteren Angaben zufolge, die Veränderung der Biomasse der Fluginsekten über einen längeren Zeitraum und über Großlandschaften hinweg zu kontrollieren.

Hintergrund ist die sogenannte Krefelder Studie, die einen dramatischen Insektenschwund in Deutschland in den vergangenen 30 Jahren dokumentiert und seit ihrer Veröffentlichung im Jahr 2017 weltweit Beachtung erfahren hat.

Füllung mit flüssigem Konservierungsmittel

Anders als die Krefelder Studie, die sich ausschließlich auf Offenland konzentrierte, untersucht das neue Projekt laut Biosphärenreservat Rhön Agrarlandschaften, naturnahe Wälder, Auenwälder und Auengrünland sowie Sonderlebensräume, die typisch für bestimmte Schutzgebiete der Nationalen Naturlandschaften sind.

Die sogenannten Malaise-Fallen gelten hierbei als besonders effizient, heißt es weiter. Bestehend aus Moskitonetz-Gewebe, einer zentralen Mittelwand und einem schrägen Dach, sind sie wie ein Zelt aufgebaut. Die Insekten fliegen gegen die Mittelwand und bewegen sich senkrecht nach oben, dem Licht entgegen. Durch eine Öffnung an der Spitze der Falle gelangen sie dann in eine Flasche, die mit einem flüssigen Konservierungsmittel gefüllt ist.

Leerung alle 14 Tage

In der Hessischen Rhön befinden sich laut Biosphärenreservat die Standorte auf einer extensiv beweideten Hute, auf einer angrenzenden Fläche zur intensiven Landwirtschaft, in einem Wirtschaftswald sowie auf einer Kernfläche. Alle 14 Tagen werden die Flaschen von den Rangern geleert, sodass bis Ende der Fallensaison im Oktober insgesamt 60 Proben (15 pro Falle) zusammenkommen.

Anschließend wird die Biomasse der Insekten zentral bei der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Gelnhausen untersucht. Noch nicht untersucht werden die Artenzusammensetzung der Fluginsekten sowie deren zeitliche Veränderung. Hierfür plant die Hessische Verwaltung für die Zukunft ein Kooperationsprojekt mit dem Senckenberg Forschungsinstitut Frankfurt, der Universität Duisburg-Essen und dem Nationalpark Kellerwald-Edersee.

sar

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