Christoph Jestädt (30) aus Niederrode hat beim Hessischen Gründerpreis Silber geholt.
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Christoph Jestädt (30) aus Niederrode hat beim Hessischen Gründerpreis Silber geholt.

Biobauer punktet mit Nachhaltigkeit

Hessischer Gründerpreis: Christoph Jestädt (30) aus Niederrode holt Silber

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Für den Sieg hat es nicht gereicht, aber immerhin für den zweiten Platz: Der Fuldaer Jungunternehmer Christoph Jestädt (30) aus Niederrode hat beim Hessischen Gründerpreis am Freitagabend in Kassel Silber geholt.

Niederrode - In der Kategorie „Zukunftsfähige Nachfolge“ musste sich Christoph Jestädt aus Fulda nur der Landfleischerei Koch aus Kassel-Calden mit ihrer Ahlen Worscht geschlagen geben. Entschieden wurde im Online-Voting.

Mit dem Leitsatz „Naturschutz durch Lebensmittel“ und seiner nachhaltigen Unternehmensstrategie hatte es Jestädt ins Finale geschafft. Bereits in der zehnten Generation führt Jestädt den Familienbetrieb Hannheinehof in Niederrode. 2019 gründete der Unternehmer neben dem landwirtschaftlichen Biobauernhof ein neues Start-Up, das sich der Produktion und dem Vertrieb von regionalen Lebensmitteln verschrieben hat. Mit einer nachhaltigen Philosophie lenkt der Biolandwirt die Hannheinehof GmbH.

Christoph Jestädt räumt beim Hessischen Gründerpreis in Kassel ab

Seit 2019 widmet sich Jestädt neben der biologischen Landwirtschaft auch der Vermarktung von regionalen und nachhaltigen Lebensmitteln wie Säften, Wein, Nudeln oder Brotaufstrichen. Dabei denkt Jestädt unternehmerisch lieber in Generationen als in Quartalen und folgt einem einfachen Motto: „Ich handele stets so, dass meine Enkelkinder den Hannheinehof bedenkenlos übernehmen können.“ Sein Unternehmen hat mittlerweile mehr als 300 Produkte von 30 regionalen Erzeugern im Sortiment und beliefert Kunden in Hessen und Franken.

Seine innovativen Ideen und die nachhaltige Bewirtschaftung des Betriebes haben Jestädts Start-Up bis ins Finale des Hessischen Gründerpreises geführt. Bereits seit 2003 wird der Preis in vier Kategorien an innovative und nachhaltig wirtschaftende Unternehmer vergeben. Gefördert wird die Initiative unter anderem vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen.

Neben dem Vertrieb von regional erzeugten Produkten investiert Jestädt auch viel Zeit in die Entwicklung von Eigenmarken und die Stärkung lokaler Initiativen. In seinem breiten Sortiment an regionalen Lebensmitteln finden sich auch verschiedene Produkte der Beerenobstgemeinschaft, in der Jestädt selbst Mitglied ist.

„Lieber Schorli“: Jestädt spendet einen Teil des Verkaufs-Erlöses

Ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf von Lieber Schorli geht direkt an den Landesbund für Vogelschutz, der mit dem Geld natürliche Lebensräume für den Wiedehopf und andere Tiere anlegt.

Besonders am Herzen liegt Jestädt der Saft der Rhöner Apfelinitiative, einem Verein zum Schutz von Streuobstwiesen, bei dem sich der Biolandwirt selbst als einer der Vorsitzenden engagiert. „Unser Ansatz zum Schutz des Lebensraums Streuobstwiese ist der Erhalt durch wirtschaftliche Nutzung. Der höhere Preis und der regionale Vertrieb machen es für die Apfelbauern interessanter, ihre Wiesen zu pflegen“, erklärt Jestädt. Das derzeit wohl erfolgreichste Produkt von Jestädt ist die Weinschorle „Lieber Schorli“, auf deren Etikett das Konterfei des Wiedehopfes zu sehen ist. Dieser ursprünglich in Europa einheimische Vogel hat lange Zeit in den Weinbergen gelebt, ist in Deutschland mittlerweile jedoch stark bedroht.

Ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf von Lieber Schorli geht direkt an den Landesbund für Vogelschutz, der mit dem Geld natürliche Lebensräume für den Wiedehopf und andere Tiere anlegt. Seit Start des Verkaufs im März 2019 hat Jestädt so bereits mehr als 6000 Euro an Spendengeldern übergeben.

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