Foto: Stadtarchiv Fulda

Heute vor 75 Jahren: Der Grezzbachbunker wird zur tödlichen Falle für 707 Menschen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Der 27. Dezember 1944 gilt als einer der schwärzesten Tage in Fuldas Stadtgeschichte. 707 Menschen starben vor genau 75 Jahren nach einem Luftangriff auf den Fuldaer Bahnhof im Grezzbachbunker.

Die NSDAP wollte die Katastrophe kleinhalten. In der Fuldaer Zeitung vom 28./29. Dezember 1944 sind dem Unglück lediglich sieben Zeilen auf der dritten Seite gewidmet. Vom Grezzbachbunker und den 700 Toten ist dort keine Rede. Stattdessen heißt es in dem Artikel lapidar: „Die Bevölkerung hatte Verluste.“

Ernst Gaß feiert 27. Dezember als zweiten Geburtstag

Das Bombardement war, gemessen an der Opferzahl, das schlimmste in der Region Fulda. Aber nicht das letzte: Bereits am 3. Januar 1945, als noch nicht einmal alle Toten aus dem Grezzbachbunker beerdigt waren, flogen die Amerikaner die nächsten Angriffe. 48 Menschen starben an diesem Tag in Fulda, Petersberg und Kohlhaus.

Ernst Gaß war einer der wenigen, die aus dem Grezzbachbunker über die Mehlerseite herausgezogen werden konnten. Er ist heute 92 Jahre alt und lebt in Flieden. Den 27. Dezember feiert er alljährlich als seinen zweiten Geburtstag.

Quellen: Günter Sagan: Die Bevölkerung hatte Verluste, Fulda 1994. Fuldaer Zeitung vom 28./29. Dezember 1944 und 24. Dezember 1994 2004. Fuldaer Volkszeitung vom 31. März 1951.

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