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Hightech-Asphalt der Fuldaer Firma FC Nüdling ist in Großstädten gefragt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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SEIFERTS/FULDA - Wenn Städte hohe Stickoxidwerte melden, dann sind Dieselfahrverbote nicht fern. Doch nicht nur mit Verboten, auch mit einem Hightech-Asphalt aus Seiferts, lassen sich die Werte reduzieren. Die Nachfrage nach dem Produkt von FCN wächst.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Stuttgart-Neckartor. Die Kreuzung ist bundesweit für hohe Feinstaub- und Stickoxid-Werte bekannt. Mit einer Vielzahl von Maßnahmen haben die Behörden die Belastung gesenkt. Zu diesen Maßnahmen gehört der Einbau von AirClean-Asphalt der Fuldaer Firma FC Nüdling (FCN).

„Der AirClean-Asphalt spaltet das Stickoxid auf“

„Der AirClean-Asphalt spaltet das Stickoxid auf. Übrig bleibt ein Nitrat, das vom Regen weggewaschen wird“, berichtet FCN-Geschäftsführer Bernhard Klöppner (57). In Stuttgart reduziert der Spezialbelag die Stickoxid-Belastung um 12 bis 15 Prozent. In der Hügelstraße in Darmstadt – ebenfalls ein hoch belasteter Straßenzug – sank die Belastung um 30 Prozent bei gleichzeitigen Fahrverboten.

An sieben Baustellen eingebaut

An sieben Baustellen in Deutschland wurde der AirClean-Asphalt aus dem Hause FCN von dem Straßenbauunternehmen Strabag und anderen Firmen im vergangenen Jahr eingebaut. In China und Südkorea bestehen Teststrecken mit dem AirClean-Belag.

„Trifft Sonnenlicht auf den Asphalt, wandelt es das Stickoxid um“

Der Stoff, der die Stickoxide aufspaltet, ist Titandioxid – eine Substanz, die in vielen Farben enthalten ist und die auch Zahnpasta weiß macht. „Unser Titandioxid hat fotokatalytische Eigenschaften. Trifft Sonnenlicht auf den Asphalt, wandelt es das Stickoxid um.“

Reduzierung des Verkehrslärms

Der Stoff ist in einem basaltgrauen Granulat enthalten, also einer Art Splitt, das beim Asphaltieren mit einer speziellen Vorrichtung auf die heiße Schicht gestreut wird. Beim Einwalzen sollte es mindestens 15 Grad warm sein, damit das Titandioxid dauerhaft im Asphalt bleibt. Der Fotokatalysator wird bei der Luftreinigung nicht verbraucht, sondern er bleibt dauerhaft funktionsfähig in der Straßenoberfläche erhalten. Das Granulat sorgt auch dafür, dass der Verkehrslärm sinkt.

Wirkung bestätigt

Dass der Spezialbelag wirkt, wurde auch in dem vom Bund geförderten Forschungsprojekt NaHiTAs (Nachhaltiger HighTech-Asphalt) bestätigt. An dem Projekt waren auch die Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen und die Technische Universität Berlin beteiligt. FCN besitzt ein Patent für seinen Spezialbelag.

Erstmals vor gut drei Jahren

Vor gut drei Jahren ließ das Unternehmen den AirClean-Asphalt in der Bardostraße in Fulda erstmals auf einer Bundesstraße ausbringen. Für diesen Abschnitt liegen allerdings keine Messungen vor. „Beim Aufbringen damals im November war es zu kalt; zudem ist es hier zu windig für zuverlässige Messungen“, berichtet Klöppner.

Bis dahin gab es allein den AirClean-Verbundstein, einen 2006 entwickelten, luftreinigenden Stein, der auf Gehwegen und in Fußgängerzonen verlegt wurde. „Hessen Mobil wollte den Reinigungseffekt auf einer größeren Fläche testen.

Insgesamt 250 Mitarbeiter

Deshalb haben wir dann den AirClean-Asphalt entwickelt“, erklärt der FCN-Geschäftsführer Klöppner. FCN stellt das Spezialgranulat im Werk Seiferts her. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 350 Mitarbeiter.

Pro Quadratmeter Asphalt braucht man etwa 1,3 Kilogramm Granulat. Der Quadratmeter Straße wird dadurch sechs bis zehn Euro pro Quadratmeter teurer. Zuschüsse dazu von Bund oder Land gibt es für die Gemeinden allerdings nicht.

Viele Nachfragen

„Wir erhalten viele Nachfragen von Kommunen nach dem AirClean-Asphalt“, berichtet Klöppner. „Wir hoffen, dass uns das prominente Projekt am Neckartor in Stuttgart noch mehr Nachfrage beschert.“ Auch ganz in der Nähe wird der AirClean-Asphalt in den nächsten Monaten eingebaut, nämlich bei der Erneuerung der B 62, der Hauptdurchgangsstraße durch Alsfeld.

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