Seit einem Jahr bieten Händler donnerstags von 8 bis 13 Uhr ihre Waren in Hilders entlang der Kirchstraße an.
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Seit einem Jahr bieten Händler donnerstags von 8 bis 13 Uhr ihre Waren in Hilders entlang der Kirchstraße an.

Mehr als nur einkaufen

Ulstertaler Wochenmarkt wird in Corona-Zeiten gut angenommen - Bürgermeister blickt optimistisch nach vorne

Vor einem Jahr feierte der Ulstertaler Wochenmarkt Premiere. Seitdem gibt es jeden Donnerstag von 8 bis 13 Uhr in der Hilderser Ortsmitte die Möglichkeit, frisch und regional einzukaufen. Bürgermeister Ronny Lars Günkel (CWE) blickt positiv zurück und optimistisch nach vorne.

Hilders - Es ist viel los entlang der Kirchstraße in Hilders. Begeisterte Kunden tragen ihre mitgebrachten Einkaufstaschen von einem Verkaufswagen zum nächsten. Vor einzelnen Händlern stehen sie Schlange – wegen Corona mit Abstand und Maske selbstverständlich. Die Stimmung ist gut, es wird viel gelacht und geplaudert und vor allem eins: eingekauft.

„Das Zwischenmenschliche ist es, was den Markt ausmacht“, sagt Paul Jung aus Völkershausen. Er verkauft in seinem Gemischtwaren-Wagen „Gutes aus der Rhön“ regionale Spezialitäten und ist schon seit Beginn des Marktes vor einem Jahr dabei. Die Auswahl ist groß. Von Wurstspezialitäten wie Wildsalami über frisches Brot bis hin zu leckerem Kochkäse, der aus Rohmilch hergestellt wird. Eines haben seine Produkte alle gemeinsam: Regionalität und Qualität stehen im Vordergrund. Genau das mache den Reiz des Wochenmarktes überhaupt erst aus. Die Kunden seien auf der Suche nach „nachvollziehbar hergestellten“ Produkten, erklärt Jung. Anders als im Supermarkt könne man sich hier in einem kurzen Gespräch schnell über die Herkunft der Produkte erkundigen und das schaffe Transparenz.

Hilders: Ulstertaler Wochenmarkt stößt im ersten Jahr auf positive Resonanz

Auch Aloysius Mehler aus Hilders werde von seinen Kunden häufig nach der Herkunft des Honigs gefragt, den er jede zweite Woche auf dem Markt verkauft. Dieser werde „direkt um die Ecke“ hergestellt, darf Mehler dann darauf antworten. „Der Verkauf läuft besser als erwartet“, bemerkt der Imker. (Lesen Sie hier: Paar sucht seit drei Jahren Eigenheim in Fulda - und ist verzweifelt: „Uns wurde richtiger Schrott angeboten“).

Seit März 2021 gibt es außerdem einen Neuzugang auf dem Markt. Der Biohof Lindengut aus Dipperz gesellt sich mit Backwaren, Obst und Gemüse, Nudeln, Eiern, Milch, eingekochten Lebensmitteln und verschiedenen saisonalen Produkten wie Grüner Soße dazu – alles in Bioqualität. „Wir wurden gut in Hilders aufgenommen und unsere Kunden kommen regelmäßig“, berichtet einer der Verkäufer. Auch Vorbestellungen seien bei ihnen keine Seltenheit.

Verkäufer: Wir wurden gut in Hilders aufgenommen und unsere Kunden kommen regelmäßig

Neben regionaler Kost wurden im vergangenen Jahr auch handwerklich hergestellte Waren verkauft, wie Bürgermeister Ronny Lars Günkel berichtet, Holzartikel oder Glasornamente zum Beispiel. Das sei vor allem über die Weihnachtszeit gut angekommen. Im Sommer hingegen sei der Wochenmarkt vermehrt von Touristen besucht worden. Urlauber in der Rhön nutzten die Gelegenheit, um sich vor dem Wandern den Rucksack mit leckeren Produkten vollzupacken.

Auf die Frage hin, was dem Markt in Hilders noch fehlt, antwortet Bürgermeister Günkel: „Uns fehlt noch ein passender Käse-Stand.“ Da viele Kunden den Wunsch danach bereits geäußert haben, gehe er davon aus, dass diese Ergänzung gut ankäme. Ebenso sei die Idee da, das reine Einkaufen durch einen Vor-Ort-Verzehr zu ergänzen. „Sich auch mal hinsetzen und ein Würstchen essen – das würde auf dem Markt eine ganz andere Atmosphäre schaffen“, sagt Günkel. Coronabedingt sei dies derzeit aber noch nicht möglich.

Ulstertaler Wochenmarkt: Kunden wünschen sich einen Käse-Stand

Trotzdem, die Zukunft sei vielversprechend. Während zu Beginn der ein oder andere noch skeptisch war, gibt es nach einem Jahr nur positives Feedback. Das Angebot sollte zunächst ein Jahr getestet werden, doch schon im März stand fest, dass er weitergeführt wird.

Der Markt komme so gut an, dass nicht nur Hilderser dort einkaufen. Viele Kunden kämen aus den benachbarten Ulstertalkommunen und anderen Teilen der Rhön wie etwa Gersfeld. Auch die Händler seien laut Günkel zufrieden: „Acht Anbieter haben schon Verträge für das nächste Jahr geschlossen.“ (Anja Hildmann)

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