Freude herrschte beim Besuch einer Abonnentengruppe unserer Zeitung Anfang des Jahres.
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Freude herrschte beim Besuch einer Abonnentengruppe unserer Zeitung Anfang des Jahres.

Bau einer Grundschule

Hilferufe aus Tansania: Kinderhilfe Ostafrika weitet Engagement in Covid-19-Pandemie aus

Auch wenn die Covid-19-Fallzahlen in manchen afrikanischen Ländern unter denen in Europa liegen, geht es für viele aufgrund der wirtschaftlichen Folgen ums nackte Überleben. Der Verein Kinderhilfe Ostafrika, seit zwei Jahren in Tansania aktiv, unterstützt die Menschen trotz Corona-Hürden weiter.

Fulda/Arusha - Es sind bedrückende Nachrichten, die Joachim Teiser fast täglich aus Tansania bekommt. Per WhatsApp oder E-Mail wird dem Neuhofer von dramatischen Zuständen berichtet. Nur wenige Urlauber verirren sich derzeit in das Land, das wegen seiner außergewöhnlichen Natur und Tierwelt bei Touristen beliebt ist – und das bedeutet für viele Menschen: keine Arbeit, kein Einkommen, keine Nahrung.

Durch die Trockenheit der letzten Monate hat sich die Situation weiter verschärft, Viehzucht ist nur noch eingeschränkt möglich. Auch für die Tierwelt, die Reiseveranstalter Teiser und sein Team in den vergangenen Jahren vielen Hundert Touristen aus Osthessen nahebrachte, ist das Virus eine Katastrophe. „Ranger können nicht mehr bezahlt werden, also sind sie nicht mehr da. Und das bedeutet eine Zunahme der Wilderei.“ Er habe schon schlimme Bilder von verstümmelten Nashörnern und Elefanten gesehen, sagt er. Die Nachfrage nach Horn, vor allem in Asien, ist ungebrochen.

Die Kinderhilfe Ostafrika weitet ihr Engagement in Tansania während der Covid-19-Pandemie aus

Eine Besuchergruppe des Veranstalters Reisewelt war es, die 2018 – vom Schicksal der Kinder in Tansania inspiriert – ein Hilfsprojekt ins Leben rief. Die Kinderhilfe Ostafrika, der Teiser als zweiter Vorsitzender vorsteht, unterstützt eine Grundschule fernab der klassischen Touristenströme im Gebiet des Massai-Stammes, wo überwiegend Hirtenfamilien in winzigen entlegenen Dörfern leben. „Durch die Spenden vieler Urlauber ist die Schule inzwischen komplett ausgestattet“, heißt es vom Verein. Auch eine Abonnentengruppe unserer Zeitung war im Januar unter der Leitung von Reisewelt-Mitarbeiter Ivor VanCuylenburg vor Ort und besichtigte die „Namayani Primeri School“, auf die rund 130 Kinder gehen.

Die Namayani Primeri School, die vom Verein Kinderhilfe Ostafrika mit aufgebaut wurde.

Für 50 Cent am Tag bekommt ein Kind in Tansania zwei warme Mahlzeiten

Die Kinder sind die am schlimmsten Betroffenen der Pandemie. Die Schulen in Tansania sind zwar inzwischen wieder geöffnet, doch es fehlt vor allem an Nahrung. Viele Schüler sind unterernährt, weil durch Corona auch Hilfsprojekte still stehen. In dieser Situation geht die Kinderhilfe Ostafrika mit gutem Beispiel voran: „Gerade jetzt heißt es doch: anpacken und die Menschen nicht im Stich lassen“, sagt VanCuylenburg. In den vergangenen Wochen hat der Verein mit Bauarbeiten für eine Schulküche begonnen, um die Kinder mit Hilfe von Spenden aus Osthessen zu ernähren. „Mit wenig Geld kann man in Afrika viel machen“, sagt der Reiseleiter. So brauche man nur 50 Cent am Tag, um ein Kind mit zwei warmen Malzeiten zu versorgen.

Da die Schule derzeit nicht von Reisegruppen besucht werden kann, ist der Verein auch auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen, um den Unterrichtsbetrieb und die Versorgung der Schüler sicherzustellen. Wert legt der Verein darauf, dass kein Geldfluss stattfindet, der nicht zu kontrollieren sei. Jede Spende werde in „Naturalien“ umgesetzt und vor Ort an die Bedürftigen übergeben, so dass eine unsachgemäße Verwendung ausgeschlossen sei, heißt es. In das Projekt seien die Familien der Kinder eingebunden. Auf einem Video ist zu sehen, wie auf dem Schulgelände Eltern der Schüler bei den Bauarbeiten helfen.

Wer das Projekt unterstützen will, kann das mit einer Spende auf das Konto der Kinderhilfe tun: IBAN DE8250 7500 9400 0008 1775 (Kreissparkasse Gelnhausen). (bt)

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