Das Emmas stellt auf das Mehrwegsystem „Vytal“ um. Von links: Florian Nitsch und Lebensgefährtin Anna-Lena, Vytal-Gründer Tim Breker und Matthias Zentgraf, Inhaber der „Rhöner Kartoffeln“.
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Das Emmas stellt auf das Mehrwegsystem „Vytal“ um. Von links: Florian Nitsche und Lebensgefährtin Anna-Lena, Vytal-Gründer Tim Breker und Matthias Zentgraf, Inhaber der „Rhöner Kartoffeln“.

Gegen Plastikmüll

Aus „Höhle der Löwen“ (VOX) nach Fulda - Restaurant „Emmas“ stellt auf Mehrwegsystem „Vytal“ um

  • Ann-Katrin Hahner
    vonAnn-Katrin Hahner
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Das Petersberger Restaurant „Emmas“ möchte Vorreiter in der Region in Sachen Nachhaltigkeit sein und stellt sein Konzept für Speisen zum Mitnehmen um. Als erstes Fuldaer Restaurant führt Emmas das aus der „Höhle der Löwen“ bekannte Mehrwegsystem „Vytal“ ein. Mitbegründer Dr. Tim Breker, der das Produkt im TV vorgestellt hatte, stattete dem Restaurant sogar am Freitagabend einen Besuch ab - und plauderte über seine Zeit bei der VOX-Sendung.

Petersberg - Ab Mitte 2021 soll Schluss sein: Dann werden Plastikbesteck, To-Go-Becher, Einweg-Behälter aus Styropor und weitere Produkte aus konventionellem Einweg-Plastik in ganz Deutschland verboten werden. Das entsprechende Gesetz dazu wurde vom Bundeskabinett bereits verabschiedet.

Klar also, dass sich Café und Restaurantbesitzer etwas überlegen müssen, wenn sie ihre Speisen und Getränke ihren Kunden mit auf den Weg geben möchten. Da kommt es gelegen, dass erst kürzlich in der 8. Staffel der VOX-SendungDie Höhle der Löwen“ das Startup Vytal vorstellig wurde - im Gepäck eine Idee, die dem Verpackungsmüll den Kampf ansagt.

OriginaltitelDie Höhle der Löwen
Erstausstrahlung19. August 2014 auf VOX
ProduktionsfirmaSony Pictures Television
Episoden72 (+ 2 Specials) in 7 Staffeln
Aktuelle JuryJudith Williams, Carsten Maschmeyer, Ralf Dümmel, Dagmar Wöhrl, Georg Kofler, Nils Glagau, Nico Rosberg
ModerationAmiaz Habtu

Gründer aus „Die Höhle der Löwen“ stellt Vytal im Petersberger Restaurant Emmas vor

Und so funktioniert‘s: Kunden registrieren sich bei der kostenlosen Vytal-App und werden mithilfe eines QR-Codes mit den Schüsseln, die laut Vytal bis zu 200-mal wiederverwendbar sein sollen, verknüpft. In der App wird dem Kunden dann genau angezeigt, wie lange er noch Zeit hat, um die Schale zurückzugeben. „Wenn sich Kunden das Essen einpacken lassen oder abholen, dann verpacken wir es in Zukunft in den Vytal-Schalen“, erklärt Florian Nitsche, Inhaber des Petersberger Restaurants Emmas.

Lesen Sie hier: Diese „Höhle der Löwen“-Deals sind bereits geplatzt.

In diesen Schalen wird im Emmas in Zukunft das Essen zum Mitnehmen verpackt.

Über einen QR-Code wird die entsprechende Schale oder Box einem Kunden zugeordnet, der dann sein Essen mit nach Hause nimmt. Ab dem Zeitpunkt des Kaufs hat der Kunde 14 Tage Zeit, seine Leihschale wieder bei dem Restaurant oder bei einem weiteren Betrieb abzugeben, der das Vytal-System nutzt. Hält der Kunde die Frist nicht ein, muss er für die Schale zehn Euro bezahlen. Sie gilt dann als gekauft. „Damit soll gewährleistet sein, dass die Schale möglichst schnell wieder in den Kreislauf zurückkehrt. Denn eine Schale, die ungenutzt bei jemandem zu Hause steht, ist nicht besonders umweltfreundlich“, sagt Dr. Tim Breker, einer der drei Gründer von Vytal.

„Vytal“ aus „Die Höhle der Löwen“ - Emmas aus Petersberg ist Vorreiter in Fulda

Wer kein Smartphone besitzt, der wird mithilfe einer Scheckkarte, auf deren Rücken ebenfalls ein QR-Code zu finden ist, registriert. Alle teilnehmenden Restaurants finden Kunden in der App, die stetig aktualisiert wird, oder auf der Webseite des Unternehmens. Dort ist nun auch das Emmas in Petersberg aufgeführt.

Mit dieser Karte kann man das Vytal-System ebenfalls nutzen - auch ohne App.

„Als wir das Restaurant übernommen haben, war von vornherein klar, das wir mehr auf regionale Produkte, aber auch auf Nachhaltigkeit setzen wollen“, erklärt Nitsche, der früher der Küchenchef des Restaurants war. Ihm und seiner Lebensgefährtin liegt das Thema besonders am Herzen, denn schließlich sei „jeder von uns für die nachfolgenden Generationen verantwortlich“. Das bedeute auch, dass man Verpackungsmüll vermeiden solle, wo es nur geht.

„Wir sind die ersten in Fulda, die das System einführen und wir hoffen, dass uns noch viele nacheifern werden“, so Nitsche und verrät: „Einige meiner Kollegen aus der Region interessieren sich ebenfalls schon für das System.“

„Die Höhle der Löwen 2020“: Vytal-Gründer verrät Details zur Sendung

Das dürfte Tim Breker freuen. „Fulda passt sehr gut in unser Konzept“, bestätigt der Mitbegründer von Vytal. Es sei wichtig, dass sich nicht nur Großstädte wie Köln oder Hamburg einem neuen Mehrwegkonzept verschreiben, sondern auch Regionen wie Fulda. Denn das System funktioniert nur gut, wenn möglichst viele Betriebe mitmachen und für den Kunden somit die Möglichkeit entsteht, die Schalen an mehreren Standorten wieder abzugeben. „Nach Frankfurt ist das Emmas unser zweiter Standort in Hessen. Man ist also schon ein Vorreiter“, sagt Breker.

Breker war für den Pressetermin am Freitagabend extra aus Göttingen angereist, um den Vertretern der heimischen Presse das Mehrwegsystem zu präsentieren. Dabei plauderte der frischgebackene Papa auch ein wenig über die im März gedrehte Folge von „Die Höhle der Löwen“, in der er und sein Co-Gründer Sven Witthöft um ein Investment der Investoren-Jury kämpften.

In der Vorbereitung auf die Sendung sei es besonders schwer gewesen, sich auf den Neu-Löwen Nico Rosberg einzustellen. „Bei den anderen Investoren wie Dagmar Wöhrl oder Ralf Dümmel weiß man inzwischen, worauf man sich einstellen muss und welche Schwerpunkte sie haben. Aber von Rosberg wusste man nur, dass er sich als Nachhaltigkeits-Investor sieht. Ansonsten war er ein unbeschriebenes Blatt“, sagt der Gründer über den ehemaligen Formel-1-Profi.

Von der „Höhle der Löwen“ ins Petersberger Restaurant Emmas: Vytal-Gründer Tim Breker.

Lesen Sie hier: Dieser Drogen-Vergleich erschüttert Neu-Löwe Nico Rosberg. Außerden: Rosberg verlässt nach Tränenausbruch das Studio.

Vytal-Gründer berichtet von „harten Diskussionen“ in „Die Höhle der Löwen“

„Wir waren als letzter Pitch vorgesehen“, erinnert sich der studierte Psychologe an den Tag, der sein Geschäftsleben nachhaltig prägen sollte. Für gewöhnlich dauere eine Präsentation vor der Jury im Schnitt 45 bis 60 Minuten. Doch Breker und sein Kollege mussten sich den kritischen Blicken und den Fragen der Löwen deutlich länger stellen. „Wir standen eine Stunde und 50 Minuten vor den Investoren. Es hat riesigen Spaß gemacht, aber es gab auch harte Diskussionen“, verrät Breker.

Lesen Sie hier: In der fünften Folge von „Die Höhle der Löwen“ war Unter-Uns-Star Birte Glang zu Gast.

Am Ende entschied sich nicht Rosberg, sondern Dr. Georg Kofler dafür, in das Unternehmen zu investieren. „Letztendlich hätte jeder Löwe etwas zu Vytal beitragen können. Aber das was Georg Kofler überzeugt hat, war die internationale Vision, die wir mit unserem Unternehmen haben.“ Der Plan des Vytal-Teams sei es, langfristig die Innovation des Mehrwegsystems in Deutschland auf die Spitze zu treiben - um das Unternehmen schließlich auch international auszuweiten.

„Man merkt, dass es für Georg ein sehr persönliches Investment ist. Im Schnitt haben wir zweimal monatlich Kontakt zu ihm oder seinem Team“, sagt Breker. Erst kürzlich sei ein Vytal-Mitarbeiter mit ihm zum Lunch in Berlin verabredet gewesen.

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