Jürgen Trapp (links) holt Peter Braun mit seinen Einkäufen am Supermarkt ab.
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Jürgen Trapp (links) holt Peter Braun mit seinen Einkäufen am Supermarkt ab.

Fahrer werden gesucht

Bürgerbus Hofbieber: Diese Auswirkungen hat die Corona-Krise auf das Projekt

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Der Bürgerbus Hofbieber wird trotz oder auch wegen der Corona-Krise von vielen Bürgern, gerade Älteren, gerne genutzt. Doch die Pandemie hat dafür gesorgt, dass die ehrenamtlichen Fahrer immer weniger werden.

Hofbieber - Cornelia Hagemann, die die Fahrten organisiert, erzählt stolz, dass in diesem Jahr schon fast 600 Menschen dieses besondere Angebot in Anspruch genommen haben. Gerade nach dem ersten Lockdown habe es einen Anstieg gegeben, als viele erfahren haben, dass der Bus trotz des damaligen weitgehenden gesellschaftlichen Stillstandes an fünf Tagen in der Woche gefahren ist.

Doch jetzt sorgt sich Hagemann: Denn von den anfangs 15 Fahrerinnen und Fahrern sind aktuell nur noch sieben übrig geblieben, die ihr regelmäßig zur Verfügung stehen. Das habe nichts damit zu tun, dass sie das Projekt nicht mehr ehrenamtlich unterstützen wollen. Einige pausieren wegen Corona, weil sie Angst um ihre Gesundheit haben. Es sind ältere Fahrerinnen und Fahrer, die, weil sie sich nicht anstecken möchten, jetzt eine Pause einlegen möchten. Das kann die Koordinatorin gut verstehen und sucht nach Bürgern, die sich freiwillig hinter den Lenker des Neunsitzers setzen, damit dieser Service, gerade für die Senioren, weiter aufrechterhalten werden kann.

Bürgerbus Hofbieber: Einige Fahrer pausieren in der Corona-Krise

Angeboten werden innerhalb der Gemeinde bedarfsgerechte Fahrten. Das sind Touren zum Einkaufen, zum Arzt oder zur Therapie. Vor allem nicht mehr mobile Senioren nutzen den Dienst. Auch bis nach Fulda würden die Menschen gefahren, falls sie dort zum Arzt müssen, erklärt Hagemann.

Diejenigen, die einen Termin haben wollen, rufen bei Cornelia Hagemann an und sie koordiniert die Fahrtrouten und die Fahrer. „Die Senioren genießen es, wenn sie abgeholt und wieder nach Hause gebracht werden“, sagt die Koordinatorin.

Bürgerbus

Der Bürgerbus ist ein Baustein der Offensive Land hat Zukunft“, mit der die Landesregierung die Attraktivität der ländlichen Regionen steigern will. Im Januar 2019 wurde der Bus an die Gemeinde übergeben, im März wurde mit der Organisation in Hofbieber begonnen, im Mai 2019 starteten die ersten Fahrten. Seitdem ist er im Dauereinsatz. 

An diesem Tag sitzt Jürgen Trapp am Lenker des Busses. Für den 54-jährigen Hofbieberer, der von Anfang an dabei ist, sei es selbstverständlich, dass er diese gute Sache ehrenamtlich unterstützt. Er erfahre so viel Dankbarkeit und er bekomme mit, wie wichtig dieses Angebot für die älteren Mitbürger ist. Die Fahrt geht zum Edeka-Markt. Dort holt Jürgen Trapp den 92-jährigen Peter Braun ab.

Organisatorin Cornelia Hagemann sucht nach Fahrern: Service aufrechterhalten

Der Rentner lebt seit dem Tod seiner Lebensgefährtin allein in Hofbieber. Ohne den Bus würde er nicht zum Einkaufen kommen. „Das ist eine tolle Sache“, lobt Braun. Seit einem halben Jahr, nachdem er böse gestürzt war, nimmt der 92-Jährige den Bürgerbus in Anspruch und ist voll des Lobes: „Immer pünktlich, und die Fahrer sind sehr freundlich.“ Und weil er sich freut, gibt es für den Fahrer ein Netz Apfelsinen, damit dieser gesund bleibt.

Cornelia Hagemann weiß um die Bedeutung. Das höre sie immer wieder. Sie hofft, dass sich einige Frauen und Männer bei ihr melden, um den Bürgerbus zu unterstützen, unter (0 66 57) 98 75 55. (Lesen Sie hier: Gemeinde Hofbieber als Bauherrin: Grünes Licht für Abriss und Neubau auf der Milseburg).

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