Symbolfoto: Daniel Reinhardt/dpa

Hohe Hürden: Die Nachfrage nach Notbetreuung für Kinder ist in der Region gering

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Fulda - Trotz der generellen Schließung von Kitas und Schulen: Für Eltern, die jetzt in Krankenhäusern und anderen wichtigen Bereichen gebraucht werden, gibt es eine Notbetreuung. Die Nachfrage ist gering. Dafür gibt es Gründe.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

In vielen Gemeinden läuft die Abfrage bei den Eltern noch, in anderen Kommunen wissen die Verwaltungen schon, wie hoch die Nachfrage ist – oder besser: wie gering. Denn die Hürde, dass Vater und Mutter in einem systemrelevanten Beruf arbeiten müssen, wird nur von wenigen Paaren erfüllt.

Das zeigen die Antwort aus den Kommunalverwaltungen auf eine Umfrage unserer Zeitung: In Fulda ist geplant, in jeder Kita eine Notgruppe bis maximal fünf Kinder einzurichten, in Hünfeld soll vermutlich in fast jeder Kita eine Gruppe öffnen, wobei der Bedarf noch offen ist.

In Künzell besteht Bedarf in fünf von sieben Gemeinde-Kitas für maximal eine Gruppe. Rund 20 Kinder haben in Künzell einen Anspruch – es könnten 30 werden.

Lage relativ ruhig

In Eichenzell werden für zehn Kinder zwei Notgruppen in Löschenrod und eine Welkers geschaffen, in Petersberg werden für zwölf Kinder Gruppen in vier Kindergärten unterhalten, in Schlüchtern haben sich elf Elternpaare gemeldet, in Großenlüder waren es Eltern von vier Kindern – alle in Bimbach.

Die Schulen wollen eine Notbetreuung für Kinder der Jahrgangsstufen 1 bis 6 sicherstellen. „Überall dort, wo auch nur ein Kind einen Anspruch hat, wollen wir die Notbetreuung sicherstellen. Das wird vermutlich an jeder Schule der Fall sein“, berichtet der Fuldaer Schulamtschef Stephan Schmitt.

Hohe Hürden für Notbetreuung

Die Nachfrage der Eltern ist auch in der Schulen gering. „Die Lage in den Schulen ist ruhiger als befürchtet. Die Hürden für eine Notbetreuung sind hoch.“

In den Kollegien werde derzeit daran gearbeitet, die Schüler auf digitalem Weg zuhause zu unterrichten. „Da ist schon viel vorbereitet. Die Krise jetzt ist eine Chance, den digitalen Unterricht voranzubringen“, sagt Schmitt. Für die Lehrer besteht Anwesenheitspflicht in den Schulen.

Unterricht über Microsoft-Plattform

Beim digitalen Unterricht schon weit vorangeschritten ist das Bildungsunternehmen Dr. Jordan. Die fast 400 Schüler von Realschule, Fachoberschule, Beruflichem Gymnasium, Berufsfachschule und Höherer Berufsfachschule sind allesamt mit iPad ausgestattet sind.

„Alle arbeiten über eine Microsoft-Plattform zuhause. Am Montag erfolgte klassenweise die Einweisung, es konnten alle Fragen beantwortet werden, jetzt geht es los“, sagt Schulleiter Peter Vater. „Schon lange vor dem Digital-Pakt für Schulen haben wir iPad-Klassen eingeführt, können daher per sofort online gestützt zumindest große Teile des Unterrichts weiterhin anbieten. Sozusagen im Home-Office der Schüler.“

Wer zahlt?

Wer zahlt die Gehälter der Erzieherinnen und Lehrer, wenn der Staat wegen des Conronavirus Kindergärten und Schulen schließt? „Wenn der Arbeitgeber die Schließung anordnet, muss er weiter Gehalt zahlen“, sagt der Arbeitsrechtler Prof. Dr. Peter Wedde von der Fachhochschule Frankfurt.

„Das ist die Verantwortung des Unternehmens und keine höhere Gewalt.“ Für die Schulen hat Hessens Kultusministerium ausdrücklich erklärt, dass alle Gehälter der Lehrer – angestellt und beamtet – weiterlaufen und alle Schulstunden, die wegen der Schließung ausfallen, als gehalten gelten.

Offen ist jetzt noch die Frage, ob die Kommunen für die Zeit, in der die Kindergärten geschlossen sind, von den Eltern die Kitagebühr verlangen dürfen.

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