Fotos: Walter M. Rammler, Charlie Rollf

IHK-Präsident Gebhardt: „Jahresempfang wird als wichtige Plattform empfunden“

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Die Industrie- und Handelskammer Fulda (IHK) veranstaltet am Nachmittag ihren traditionellen Jahresempfang. Mehrere Hundert Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft werden erwartet. IHK-Präsident Christian Gebhardt spricht im Interview mit unserer Zeitung über die Bedeutung des Neujahrsempfangs und über die Aussichten für 2020.

Herr Gebhardt, das ist heute Ihr erster Neujahrsempfang als Präsident, sind Sie besonders nervös?

Obwohl ich bereits als Wirtschaftsjunior, Vollversammlungsmitglied und Vizepräsident der IHK Fulda in den vergangenen Jahren an, ich glaube, allen Neujahrsempfängen teilnehmen durfte, stellt sich natürlich eine gewisse Spannung ein, wenn ich nun als Präsident den Neujahrsempfang eröffnen darf. Beruhigend ist für mich, dass die Organisation in den Händen des Hauptamtes liegt – und hier kann ich mich auf erfahrene Mitarbeiter der IHK verlassen.

Welche Bedeutung hat der Neujahrsempfang als Kommunikationsplattform?

Aktuell haben wir das Schlosstheater mit rund 650 Plätzen voll ausgelastet und darüber hinaus auch noch eine Warteliste von weiteren Interessenten. Das zeigt, dass der Empfang von Unternehmern, Führungskräften und Kommunalpolitik als wichtige Plattform empfunden wird.

Sicherlich werden an dem Abend keine Geschäfte gemacht, aber es besteht die Möglichkeit, persönliche Bekanntschaften zu machen, zu erneuern oder zu pflegen, sich kurz zu unterhalten und gegebenenfalls auch den ein- oder anderen Termin zu vereinbaren.

Auch in der digitalen Welt bleiben solche Veranstaltungen wichtig, denn der persönliche Kontakt ist nach wie vor durch nichts zu ersetzen. Insofern ist der Neujahrsempfang unserer IHK ein wichtiger Bestandteil der vielen Netzwerke, die es in unserer Region gibt.

Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung in der Region 2020?

Unsere Wirtschaftsregion kann sich von den Turbulenzen auf den Weltmärkten nicht abkoppeln. In der Industrie spüren wir die Unsicherheit, die von den Weltmärkten ausgeht. Stichworte sind hier der Brexit genauso wie die aktuelle Irankrise und die Handelspolitik seitens der USA. Ob und inwieweit die aktuelle Einigung zwischen USA und China zur Beruhigung beitragen wird, kann kaum jemand vorhersagen.

In der Industrie wird daher der Auftragseingang 2020 auch mit Blick auf den Export langsamer werden. Aufgrund der nach wie vor guten Beschäftigungslage und der gestiegenen Reallöhne bleibt der Konsum in diesem Jahr sicherlich eine Wachstumsstütze – genauso wie auch die Bauwirtschaft. Insgesamt also ein gemischtes Bild für das neue Jahr, wobei die Grautöne überwiegen.

Wir hoffen, dass die Politik diese Situation zur Kenntnis nimmt und auf weitere Belastungen der Wirtschaft verzichtet, sondern eher über Entlastungen nachdenkt. / till

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