Eines Künstlers würdig: Karikaturist Alfred Kafka (links) zeichnete kurzerhand die Begegnung auf der Blauen Couch mit Volontär Michel Ickler.

Immer den Schalk im Nacken – Karikaturist Kafka spricht über sein künstlerisches Hobby

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Einen Stift und ein Blatt Papier: Mehr benötigt Alfred Kafka nicht, um seinem Hobby nachzugehen. Seit seiner Schulzeit zeichnet der 78-Jährige und erfreut mit seinen aufs Papier gebrachten Ideen Menschen aller Altersklassen. In Fulda ist seine Kunst in vielen Geschäften, Privaträumen und auch gelegentlich bei Ausstellungen zu sehen.

Von unserem Redaktionsmitglied Michel Ickler

Was haben Bundestagsabgeordneter Michael Brand (CDU), der Platzhirsch und ein Haushalt in Amerika gemeinsam? Richtig – sie alle besitzen eine Karikatur oder ein Gemälde von Alfred Kafka. In wie vielen Räumen die Kunst des 78-Jährigen aus Steinau zu sehen ist, vermag dieser nicht zu schätzen.

Warum das Zeichnen von Karikaturen so gut zum 78-Jährigen passt? - „Naja, weil ich immer noch viel Blödsinn im Kopf habe.“ Wie dieser „Blödsinn“ aussieht, zeigt die Zeichnung von Brand, die in der Ausstellung „Caricatura“ im Arbeits- und Sozialgericht Fulda zum Thema „regionale Persönlichkeiten“ zu sehen war. Der Abgeordnete, der glühender 1. FC Köln-Anhänger ist, steht am Rednerpult des Bundestages. Neben ihm ist das Maskottchen, ein Geißbock, vom Effzeh abgebildet. „Wegen eines wichtigen Termins fasse ich mich heute kurz“, ist in einer Sprechblase zu lesen.

Fast ausschließlich regionale Themen

Wie in der letzten Ausstellung, beschäftigt sich der Künstler fast ausschließlich mit regionalen Themen. „Ich zeichne Karikaturen für die Fuldaer Zeitung, für Geschäfte und Privatpersonen zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen oder Jubiläen.“ Am Luckenbergfest fertigte der Steinauer für die ansässigen Geschäfte Bilder und war außerdem für die Innengestaltung des Studentenwohnheims „The Cube“ in der Kurfürstenstraße zuständig. Ob Besucher des Radom, der Fliegerschule, des Cafe Thiele, Nachbarn, Freunde oder Verwandte in Amerika – sie alle dürfen sich an Kafkas Kunst erfreuen.

Seinen ersten öffentlichen Auftritt mit der Malerei hat Kafka – wie soll es anders sein – einem Zufall zu verdanken. „Ich war im Urlaub am Wörthersee und habe als Dankeschön den Besitzern des Hotels eine Karikatur geschenkt“, erklärt Kafka. Diese habe ein Redakteur einer Münchner Tageszeitung gesehen und ihn überredet, für den Verlag zu zeichnen. Sein erster Auftrag für eine Zeitung.

Überspitzt und humorvoll

Das oberste Gebot des Karikaturisten ist, dass eine Zeichnung überspitzt und humorvoll sein muss. „Die Kunst dabei ist es, niemanden auf die Füße zu treten. Bei einer politischen Zeichnung ist das schon mal nach hinten losgegangen“, berichtet Kafka. Die Konsequenz: Einige Anrufe von Menschen, „die sich nicht so nett bezüglich meiner Person geäußert haben“.

Während seines Berufslebens hat der 78-Jährige zum Stressabbau viele lustige Zeichnungen angefertigt. „Da musste ich oft selbst über meine Einfälle schmunzeln. Dass Kafka stets seinem Hobby treu geblieben ist, hat er seiner ehemaligen Tätigkeit zu verdanken.

„Von der Kunst alleine kann man nicht leben“

Nach einer Lehre in der Druckerei Möller in Hünfeld zog er für 14 Jahre nach Düsseldorf. „Hier habe ich viel Kontakt mit der Kunst gehabt. Grafisches Zeichen, das Malen von Landschaften und figürliche Darstellungen von Vorlagen gehörten zu meinen Aufgaben in Düsseldorf“, berichtet Kafka, der sich danach als Handelsvertreter im Verlagswesen selbstständig gemacht hat. Denn eins ist Kafka heute wie damals klar: „Von der Kunst alleine kann man nicht leben.“

Seit mittlerweile 16 Jahren ist Kafka im Ruhestand und kann sich seitdem voll auf sein Hobby konzentrieren. „Durch meine Karikaturen halte ich mich im Kopf fit. Ich bin jeden Tag am Zeichen“, spaßt der Künstler. Langweilig wird es dem Rentner demnach nicht. „Ich mache das, was mir Spaß macht.“ Neben den Karikaturen malt Kafka noch mit Acrylfarben und versucht sich an verschiedenen Mal- und Gestaltungstechniken. Denn Lust an stets Neuem hat auch ein Künstler wie Kafka mit so viel Lebenserfahrung täglich aufs Neue.

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