Projektkoordinatorin Isabell Charis Dittmar bringt eine Flasche mit 70-prozentigem Alkohol an einer Insektenfalle an.
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Projektkoordinatorin Isabell Charis Dittmar bringt eine Flasche mit 70-prozentigem Alkohol an einer Insektenfalle an.

Initiative gegen Insektensterben

Projekt zum Artenschutz in Fulda-Aue gestartet 

  • vonAlina Hoßfeld
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Seit Anfang März hängen sie in der Fulda-Aue: Insektenfallen. Mit ihnen soll der Einfluss der nächtlichen Straßenbeleuchtung auf Insekten untersucht werden. Die Fallen gehören zu dem Projekt Artenschutz durch umweltverträgliche Beleuchtung (AuBe).

Fulda - „Einmal im Monat zum abnehmenden Halbmond werden die Fallen an den Lampen und im Wasser aktiviert. Anschließend werden die Insekten eingesammelt und bestimmt“, erklärt Isabell Charis Dittmar (Umweltzentrum Fulda), Projektkoordinatorin des Projekts Artenschutz durch umweltverträgliche Beleuchtung (AuBe). Koordiniert wird das Projekt vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Lichttechnik der TU-Berlin sowie Partnerstädten und Gemeinden.

Insgesamt wurden Anfang März neun Fallen aufgebaut – sechs an Laternen und drei direkt an der Fulda. Während die Fallen an den Laternen nur für 24 Stunden aktiviert sind, bleiben sie am Wasser für eine Woche eingeschaltet. Dazu schraubt Dittmar kurz vor Sonnenuntergang eine Flasche mit 70-prozentigem Alkohol an die Vorrichtung in der Insektenfalle. „Die Fallen bestehen aus Plexiglasteilen. Dort fliegen die Insekten dagegen und fallen in die Fangflüssigkeit, den Alkohol“, erklärt Dittmar, die die Fallen zum zweiten Mal aktiviert hat.

Bestimmung der Insekten erfolgt durch Experten

Die Flaschen werden nach dem Sonnenaufgang eingesammelt und durch neue ausgetauscht. Die Flaschen bleiben bis zum Sonnenuntergang in der Falle. Die Bestimmung der Insekten erfolgt durch Dittmar und weitere Experten. Mit der Untersuchung wolle man den Menschen zeigen, was in der Fulda-Aue umher fliegt und wieso es Sinn mache, diese Insekten zu schützen.

„Durch das Projekt sollen Insekten mithilfe einer nachhaltigen Straßenbeleuchtung geschützt werden“, erklärt die Koordinatorin. Ziel sei es, dass der Anziehungseffekt der Leuchten verringert werde. Zudem soll das Licht der Laternen nur noch dahin fallen, wo es gebraucht wird – also auf Gehwege oder Straßen.

Projekt AuBe dauert vier Jahre

Nach zwei Jahren, im Herbst 2021, werde die Hälfte der Straßenbeleuchtung durch eine nachhaltige Beleuchtung ausgetauscht. Dabei bleibe die Hälfte der alten Beleuchtung erhalten, um einen Vergleich zu ermöglichen. „Wir hoffen, weniger Insekten mit der Beleuchtung zu fangen“, erklärt die Projektkoordinatorin.

Neben den Fallen an den Laternen gibt es auch Wasserfallen direkt an der Fulda.

Das Projekt AuBe ist eine Initiative gegen das durch Lichtverschmutzung hervorgerufene nächtliche Insektensterben und findet in Fulda, Gülpe (Landkreis Havelland in Brandenburg), Neuglobsow (Landkreises Oberhavel in Brandenburg) und Krakow am See (Landkreises Rostock in Mecklenburg-Vorpommern) statt.

Es findet immer im Zeitraum von April bis Oktober statt und dauert vier Jahre. Es wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert.

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