Die Gebäudeanstrahlung am Dom soll künftig durch Schablonen in den Leuchten weniger Licht in den Nachthimmel abgeben. / Foto: Stadt Fulda/dpa

Ein Jahr Sternenstadt: Fulda wird zum „Leuchtturm“ für mehrere Länder

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Ein Jahr ist es her, dass Fulda den Titel Sternenstadt durch die International Dark Sky Association (IDA) verliehen bekommen hat. Was sich seitdem für die Barockstadt geändert hat, erklärt Johannes Heller, Pressesprecher der Stadt Fulda.

Von unserem Redaktionsmitglied Jacqueline Kleinhans

„Mit der Auszeichnung ‚Erste Deutsche Sternenstadt‘ ist Fulda national und international bekannter geworden. Fulda wird als ,Leuchtturm’ in vielen überregionalen Medien und Fachmagazinen sowie auf Fachkongressen bezeichnet“, sagt Johannes Heller. Auch Vertreter aus anderen Ländern wie Niederlande, Österreich und Südkorea informieren sich in Fulda über Prozesse und Richtlinien, um den Status „Sternenstadt“ zu erreichen.

„Die mit der IDA gemeinsam erarbeitete Richtlinie der Stadt Fulda wird von vielen Städten als Maßstab genommen. Aus diesem Grund freuen wir uns umso mehr, dass von der Sternenstadt Fulda positive Impulse zum Schutz der Nacht und zur Nachhaltigkeit in die Welt ausgehen“, so der Pressesprecher.

Lichtverschmutzung soll verringert werden

Mit der Ernennung zur „Sternenstadt“ hat sich Fulda dazu verpflichtet, weniger künstiches Licht in den Nachthimmel zu strahlen, um so die Lichtverschmutzung zu verringern. Deshalb hat die Stadt 2019 Bodenstrahler zurückgebaut sowie Laternen und Leuchten an Straßen und Gebäuden ausgetauscht. Zudem sind im vergangenen Jahr mehr als 130 Straßenlaternen durch 185 neue Lichtquellen ersetzt worden.

„Bei den demontierten Altanlagen handelte es sich um Leuchten, die teilweise bis zu rund 13 Prozent ihres abgegebenen Licht nach oben in den Nachthimmel abstrahlten. Obwohl die Anzahl der Leuchten sogar erhöht wurde, konnten etwa 52 Prozent Energie eingespart und die Beleuchtung in den Straßen verbessert werden“, erklärt der Pressesprecher.

Auch in den kommenden Jahren muss die Stadt an den Neuerungen dran bleiben: Bis zur nächsten Überprüfung des Status als Sternenstadt in acht Jahren werden Straßenlaternen ausgetauscht oder neue Techniken bei der nächtlichen Gebäudeanstrahlung installiert. Zudem sollen Hausbesitzer sowie Gewerbetreibende über eine effektivere Lichtnutzung beraten werden.

Stichprobenartige Messungen

Die Lichtverschmutzung zu verringern, ist das primäre Ziel der Sternenstadt. Diese zu messen, „erfordert einen hohen technischen Aufwand und langjährige, kontinuierliche Messreihen.“

Es habe eine Pilotphase gegeben, in der mit Handgeräten stichprobenartig Messungen vorgenommen wurden. Zudem soll ein automatisiertes Messnetz für ein langjähriges „Himmelsmonitoring“ in der Region aufgebaut werden. „Dazu geeignete Messgeräte befinden sich zur Zeit in der Erprobung“, so Johannes Heller. In einigen Straßenzüge sei durch den Austausch der Straßenlaternen aber schon ohne Messung zu erkennen, dass die Lichtverschmutzung abgenommen habe.

Noch keine bedeutenden Auswirkungen hat der Status Sternenstadt auf das Besucherinteresse gehabt. „Die Stadt Fulda bietet derzeit eine Sternenführung an, die gut angenommen wird. Weitere Maßnahmen und erlebnisorientierte Aktionen für Touristen werden zurzeit erarbeitet“, verrät der Pressesprecher. Durch die enge Kooperation mit dem Sternenpark Rhön liege eine gemeinsame Vermarktung von Sternenpark und Sternenstadt nahe.

Der Komet Neowise entzückt Himmelsbeobachter in Osthessen. Außerdem kann man in der Rhön eine Sternenwanderung machen.

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