Fotos: Michel Ickler

20 Jahre Inklusionsförderung dank Perspektiva: Feier im Theresienhof

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Perspektiva hat am Mittwoch mit circa 200 Gästen im Theresienhof sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Neben den Jugendlichen der Institution folgten zahlreiche Gesellschafter, Förderer und Politiker der Einladung.

Von unserem Redaktionsmitglied Michel Ickler

Einst haben sich 17 Unternehmer zusammengetan und die Fördergemeinschaft Arbeit und Leben, heute Perspektiva, gegründet. Nach dem Motto „Jeder hat Talente und kann den Sprung in die Gesellschaft schaffen“, gewannen die Geschäftsleute mehr und mehr Firmen für das Programm. „Heute ist Perspektiva eine Erfolgsgeschichte, weshalb wir zusammen feiern wollen“, eröffnete Moderator und Interimsgeschäftsführer Sebastian Bönisch den Abend.

„So etwas ist in Deutschland einmalig“

Die Gratulanten ließen sich trotz Kälte und Schnee nicht vom Kommen abhalten und klatschten nach gut einer Stunde Thomas Ziert und Veit Küllmer zu. Ziert, der durch Perspektiva zur Firma Küllmer Bau kam, umarmte seinen Vorgesetzten mit den Worten „es freut mich, einen solchen Chef zu haben“. Das Beispiel von Ziert und Küllmer ist nur eines von vielen, was Perspektiva in den vergangenen Jahren geschaffen hat: Über 150 Jugendlichen, die es aus eigener Kraft nicht geschafft hätten, erfolgreich in Arbeit oder Ausbildung zu vermitteln und ihnen eine Lebensperspektive zu eröffnen.

Zu den Gründungsmitgliedern der Institution gehören Maria Erb und Paul Himmelmann von der Himmelmann GmbH aus Großenlüder, die mittlerweile drei Mitarbeiter von Perspektive beschäftigen. „Die Region Fulda ist stark mit mittelständischen Unternehmen vertreten, die das Konzept Perspektiva erst ermöglichen. So etwas ist in Deutschland einmalig“, versuchte Erb den Erfolg von Perspektiva zu erklären. Himmelmann, der im Rahmen der Veranstaltung einen Preis für soziales Engagement erhielt, betonte, dass Perspektiva Abnehmer benötige, die auch einen gewissen Mut aufbringen, wie es die Gründer vor 20 Jahren getan haben. Für deren Tätigkeit erhielt die Firma im Jahre 2016 den Deutschen Inklusionspreis. „Wir haben stellvertretend die Früchte für alle geerntet – für Perspektiva und Antonius“, so Erb.

OB dankt für Mut und Ideen

Pünktlich zum 20. Geburtstag hat das Unternehmen kräftig die Werbetrommel gerührt und mit der Firma Teclac den 100. Gesellschafter für sich gewonnen. „Es beeindruckt mich am meisten, wie die vielen Firmen und Gesellschafter bei dem Projekt mitziehen. Das ist genau das, was Fulda ausmacht. Danke für den Mut und die Ideen, diesen Weg gemeinsam zu gehen“, unterstrich Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU).

Dass Perspektiva eine solche Erfolgsgeschichte schreiben wird, vermochte zu Beginn niemand zu erahnen, wie Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, stellvertretend für das Kuratorium erläuterte. „Aber Perspektiva hat Inklusionskultur in die Region und die Unternehmen gebracht. Das Netzwerk ist ein Talentsucher mit Herz und Kopf“, betonte Dombrowski, der anschließend dem Beiratsvorsitzenden Rainer Sippel das Wort übergab. „Ich hoffe, dass Perspektiva weitergetragen wird. Wir brauchen möglichst viele Unterstützer, um den Jugendlichen eine Zukunft zu bieten“, sagte Sippel.

Im Rahmen des Bestehens gewährte Perspektiva Einblicke, wie die Menschen in den unterschiedlichsten Unternehmen aufgenommen wurden. Mit den Firmen Fehrmann, Knittel, Küllmer, Louis Abtei Fulda, John-Spedition und KZWO-Interior-Works wurden Flyer über deren Arbeit erstellt, die im Rahmen der Feier auf der Bühne vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorgestellt wurden.

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