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75 Jahre nach Attentat auf Hitler: Gerber spricht Respekt für Widerständler aus

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda/Kassel - Anlässlich des 75. Jahrestages des Attentats auf Adolf Hitler hat Fuldas Bischof Dr. Michael Gerber – auch mit Blick auf aktuelle Ereignisse – eine Erklärung veröffentlicht:

„Mit Hochachtung und voller Respekt schauen wir auf zu jenen Frauen und Männern, die sich in der Widerstandsbewegung des 20. Juli 1944 engagiert haben.“ Bischof Gerber verwies darauf, dass einige der Widerstandskämpfer auch familiäre Wurzeln in Osthessen hatten: „Für viele Familienangehörige waren die Zeit unmittelbar nach dem Attentat und die Jahre unmittelbar nach Kriegsende von sehr leidvollen Erfahrungen geprägt. Neben persönlicher Verfolgung und Haft erlebten sie auch in späteren Jahren Diffamierung oder zumindest Unverständnis. Gerade ihnen gilt unsere Anerkennung.“

Bischofshaus wurde zum Ort der Beratung

Das Bischofshaus in Fulda wurde im Vorfeld des Attentats für einige Widerstandskämpfer zu einem wichtigen Ort der Beratung, teilt das Bistum Fulda mit. Belegt sind Besuche von Helmuth James Graf von Moltke und P. Alfred Delp SJ beim damaligen Diözesanbischof Johannes Dietz.

Daraus erwachse ein Auftrag, sagt Gerber: „Erneut erleben wir eine wachsende Verunsicherung und aufkeimende Nationalismen auch in unserem Land. Als Bistum Fulda stehen wir in der Verantwortung mitzuwirken an einer solidarischen Gesellschaft, die ihrer Verantwortung in der Einen Welt gerecht wird.“ Der Widerstand des 20. Juli 1944 habe Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Kreisen eingebunden.

Solidarisierung sehr wichtig

„Eine Solidarisierung ganz unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen braucht es auch in unseren Tagen. Bei der Kundgebung in Kassel am 27. Juni anlässlich des Mordes an Regierungspräsident Lübcke wurde dies auf eindrucksvolle Weise erfahrbar. Wenn sich am 20. Juli erneut in Kassel und an vielen anderen Orten unterschiedliche gesellschaftliche Gruppierungen in diesem Anliegen vernetzen und klar Position gegen Rechtsextremismus und Ausgrenzung und für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit beziehen, dann ist die katholische Kirche aus Überzeugung mit dabei“, so der Bischof.

Gerber zeigt sich dankbar, dass von katholischer Seite aus parallel und in Abstimmung mit weiteren zeitgleichen Initiativen in der katholischen Kirche St. Familia von 10.30 bis 19 Uhr ein Gebetstag für die Opfer von Terror, Krieg, Flucht und Gewalt stattfindet. / lio

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