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74 Jahre nach Hiroshima: Algermissen plädiert für atomwaffenfreie Welt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Ein verstärktes Engagement für eine atomwaffenfreie Welt mahnt Pax-Christi-Präsident Heinz Josef Algermissen an. Nukleare Waffen seien moralisch verwerflich und eine Sünde gegen heutige und künftige Generationen, urteilt er.

Selten werde der Wahnsinn des Krieges schmerzlicher bewusst als jeweils am 6. und 9. August, wenn die Welt der Opfer der Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki gedenke, erklärt Heinz Josef Algermissen.

Bedrohung durch Atomwaffen

Doch auch 74 Jahre nach diesen Katastrophen bestehe noch immer die Bedrohung durch Atomwaffen, „die mit unvorstellbarer Sprengkraft alles Leben auf der Erde mehr als hundertfach vernichten können“, kritisiert der emeritierte Fuldaer Bischof. Zugleich bezeichnet der 76-Jährige gegenüber unserer Zeitung den Kampf gegen die atomare Bedrohung als „integralen Bestandteil kirchlicher Friedensarbeit“.

Hart zu Gericht geht der Bischof em. mit den mächtigsten Atomwaffenstaaten, die laut der Deutschen Kommission Justitia et Pax keinen ernsthaften Willen erkennen ließen, das Konzept der atomaren Abschreckung aufzugeben. Stattdessen investierten sie Unsummen in die Modernisierung ihrer Atomarsenale und für neue Waffensysteme.

Bestehende Verträge erhalten und ausbauen

Die Abrüstungsverträge zwischen den nuklearen Supermächten seien blockiert, mahnt er. Es sei höchste Zeit, „das Engagement für die politische Umsetzung des Verbots von Atomwaffen zu verstärken – gegen alle Gleichgültigkeit, die sich wie Mehltau in dieser Gesellschaft breit macht“, urteilt Algermissen.

Die deutsche Politik müsse in einer Zeit, in der regionale Nuklearkrisen zu eskalieren drohten, entschlossener als bislang eine auf nukleare Abrüstung gerichtete Außen- und Sicherheitspolitik verfolgen. Zudem müssten bestehende Verträge erhalten und ausgebaut werden. „Und unser aller Aufgabe ist es, die Schritte der Politik aktiv zu kontrollieren, jedenfalls wachsam zu sein“, erklärt Algermissen. / sec

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