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100 Jahre Wissen - VHS Fulda feiert Jubiläum

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Die Volkshochschule Fulda (VHS) hat einen Grund zum Feiern: Der Tag der Gründung jährt sich zum 100 Mal. Aus diesem Anlass haben Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) und Philosoph Dr. Christoph Quarch Reden gehalten.

Von unserem Redaktionsmitglied Michel Ickler

Auch wenn der Name Hochschule altmodisch klinge, so sei diese doch mit viel Anspruch verbunden, betonte Wingenfeld vor 100 Zuhörern beim Festakt im Kanzlerpalais. „Sie erreicht die Bevölkerung und vermittelt Wissen. So war es vor 100 Jahren und so ist es auch heute noch.“ Das waren die Worte des Oberbürgermeisters in seinem Fazit zu den vergangenen 100 Jahren einer „wahren Institution“.

Traditionsreiche Geschichte

Wie in einer Hochschule üblich, lehrt ein Professor in seinen Vorlesungen die Zuhörer im Saal. Die Aufgabe des Hochschullehrers übernahm bei der Jubiläumsfeier sinnbildlich Wingenfeld selbst und führte die Gäste durch die Geschichte der VHS.

Rückblick: Vor 100 Jahren, um genau zu sein am 6. Januar 1920, war die Volkshochschule Fulda gegründet worden. „Die Orangerie war im selben Jahr bei einer Vorlesung bis auf den letzten Platz besetzt. Das zeigt, wie groß der Bildungshunger damals war“, verdeutlichte der 46-Jährige die Wichtigkeit der Bildungsstätte in der Nachkriegszeit.

Hochschule als Kreativraum

Es sei beeindruckend, wie schwungvoll und engagiert sich die Anfänge der Fuldaer Volkshochschule entfaltet habe, betonte der Oberbürgermeister, hob aber im gleichen Atemzug die Hand. „Heute haben wir bei komplexen Themen damit zu kämpfen, die Hörsäle voll zu bekommen. Es sollte uns in der Zeit der Digitalisierung ein Ansporn sein, die Zuhörerzahlen von damals wieder zu erreichen.“

Nachdem das Bildungsinstitut wohl im Inflationsjahr 1923 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 seinen Betrieb einstellen musste, nahm die Volkshochschule in der Nachkriegszeit eine eindrucksvolle Entwicklung. „Die Rolle der Einrichtung ist ganz eng mit der Demokratie verbunden. Die Hochschule ist ein großer Kreativraum, in dem sich die Bürger weiterbilden können“, so Wingenfeld.

Wie unmittelbar nach dem Kriegsende 1945 müsse es damals wie heute Persönlichkeiten geben, die für eine solche Einrichtung einstehen müssen. „Aus diesem Grund gilt allen Lehrkräften und Leiter Franz-Georg Trabert ein Dankeschön für ihr Engagement bei dieser bedeutenden Institution in der Stadt Fulda“, sagte der 46-Jährige.

Impulsvortrag von Dozent Quarch

Wie Wingenfeld beschäftigte sich auch der Philosoph und Dozent der Volkshochschule Dr. Christoph Quarch in einem Impulsvortrag mit der Zukunft der Erwachsenenbildung. Mit Blick auf die nächsten 100 Jahre Hochschulgeschichte erörterte der Professor drei Eckpfeiler: Bildung müsse nutzbar sein, Bildung diene primär als Rohstoff für den Arbeitsmarkt und Bildung müsse unterhaltsam sein.

Auch sprach dieser drei Weisheiten an. So sei Wissen keine Kernkompetenz, da das Internet oder Wikipedia die Menschen auch mit den nötigen Informationen unterrichten könne. „Vielmehr ist es die Frage, wie wir mit dem Wissen umgehen, und dafür bedarf es das Gespräch“, führte Quarch aus. Die Hochschule müsse demnach ein Ort der Begegnung sein. Zudem sei der Kern der Bildung Konversation und die Entfaltung des individuellen Menschen.

Für musikalische Unterstützung sorgte das Duo Wagner und der Chor capanello vocale von der Städtischen Musikschule.

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