Fotos: Sebastian Kircher

Vor 400 Jahren kehrten die Franziskaner nach Fulda zurück

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Vor genau 400 Jahren sind die Franziskaner-Mönche nach Fulda zurückgekehrt. Das wurde am Mittwoch mit einer Andacht und einem Empfang gefeiert.

Von unserem Redaktionsmitglied Sebastian Kircher

Die Franziskaner blicken auf eine fast 800-jährige Tradition in Fulda zurück: Bereits 1237 gründeten sie ihre erste Niederlassung in der Nähe der Stadtpfarrkirche. „In den Wirren der Reformation verschwanden die Franziskaner aber um 1550 aus Fulda“, sagte Bruder Gerhard Busche bei der Andacht in der Severikirche.

Das kleine Gotteshaus im Herzen der Stadt wurde bewusst als Ort der Feier gewählt: Denn vor genau 400 Jahren kehrten die Mönche nach Fulda zurück und bekamen 1620 die Severikirche als Bleibe.

Seit 1623 am Frauenberg

„Sie kamen auf Wunsch von Fürstabt Johann Friedrich von Schwalbach“, erklärte Bruder Gerhard. Ziel war die Rekatholisierung der Fuldaer. „Sie waren Seelsorger für das einfache Volk“, betonte der Bruder.

Die Patres wohnten in einem kleinen Häuschen neben der Kirche. „Das war zwar mitten in der Stadt und nah bei den Menschen, aber in dieser Enge konnte der Konvent nicht wachsen“, sagte Gerhard Busche. 1623 zogen sie deswegen auf den Frauenberg um, der bis heute Standort für das Fuldaer Franziskanerkloster ist.

„Wirken des Heiligen Franz lebt weiter“

Darum ging es nämlich bei der Andachtsfeier – deutlich zu machen, dass die Franziskaner nach wie vor ein Teil Fuldas sind. Zehn Mönche wohnen derzeit auf dem Frauenberg, 16 weitere verbringen ihren Lebensabend im Theresienheim. „Wir wurden vor 400 Jahren nach Fulda gerufen und arbeiten im Auftrag und am Auftrag der Kirche. Und wir hoffen, noch lange für die Menschen in Fulda da sein zu können.“

Das hofft auch Bischof Dr. Michael Gerber, der lobte, wie „segensreich der Orden in der Stadt wirkt“. Der Oberhirte erinnerte an Franz von Assisi, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, einerseits wortwörtlich Kirchen zu restaurieren, andererseits die Kirche im übertragenen Sinne zu restaurieren.

Dabei habe der Heilige Franz sich besonders für Menschen eingesetzt, die am Rande der Gesellschaft stehen – Arme, Kranke, Menschen mit Handicap. „Das Wirken des Heiligen Franz lebt weiter“, betonte Gerber.

Dank für Einsatz bei antonius

Das unterstrich auch Rainer Sippel von antonius – Netzwerk Mensch, die mit den Franziskanern eine Kooperation auf dem Frauenberg eingegangen sind. „Seit mehr als 100 Jahren kommt ein Bruder vom Frauenberg zu antonius, um Seelsorge zu leisten. Das ist ein ganz wichtiger Dienst“, sagte der Geschäftsführer, der dem Orden für den Einsatz dankte. Im benachbarten LadenCafé von antonius wurde nach der Andacht weitergefeiert.

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