Foto: Olivia Stieneker

Jahresrückblick (1): Die schönste Baby-Nachricht gab es im Wildpark Gersfeld im November

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Gersfeld - 2019 ist viel in der Region passiert – spannendes, herausragendes, trauriges, kurioses. In unserem mehrteiligen Jahresrückblick schauen wir auf einige dieser Geschichten zurück. In Teil 1 berichtet Sarah Malkmus über ein wahrlich tierisches Jahr im Gersfelder Wildpark.

Und jetzt – am Ende des Jahres – lässt sich bilanzieren: Nicht nur im Frühjahr hat der Nachwuchs Grund zur Freude im Wildpark gegeben, auch in der zweiten Hälfte des Jahres haben dort einige Tiere das Licht der Welt erblickt.

Besondere Freude

Besonders erfreut ist der 46-jährige Wildhüter Thomas Sauer über den Otternachwuchs im Oktober. „Das kam überraschend“, sagt er und fügt hinzu: „Wir haben schon gar nicht mehr damit gerechnet.“ Warum das so ist, erklärt er: „Die Mutter zieht ihre Jungen im Bauch groß, und man bekommt erst einmal gar nichts davon mit.“ Auf einmal, so berichtet er, sei das kleine Otterbaby einfach dagewesen.

Keine Überraschung

Doch nicht nur über das Otterbaby freut sich der Wildhüter. Auch ein junges Wisent, das im November geboren wurde, bereichert den Park. Seine Geburt sei allerdings keine Überraschung gewesen. „Darauf haben wir schon die ganze Zeit gewartet“, sagt Sauer.

Hilfe leisten können die Tierpfleger bei einer solchen Geburt nicht. „Das sind Wildrinder. Wenn man zu ihnen ins Gehege gehen würde, wäre man wohl lebensmüde.“ Das Muttertier würde ihr Junges bis zum „bitteren Ende“ verteidigen. „Da kann man echt nur hoffen, dass alles gut geht“, so Sauer.

Narkose und Tierarzt

Bei Schwierigkeiten bliebe den Wildhütern die Möglichkeit, das Tier zu narkotisieren und einen Tierarzt zu rufen. Das Problem dabei: Man würde extrem viel Narkosemittel benötigen. „Außerdem kann das Tier auch daran verenden“, erläutert Sauer und ergänzt augenzwinkernd: „In den meisten Fällen macht die Natur alles von selbst.“ Eingreifen müssen die Tierpfleger nur selten.

Die Frischlinge, über die unsere Zeitung im April berichtet hatte, werden derzeit laut Sauer teilweise derzeit in einen anderen Park nach Coburg gebracht. Sauer erklärt das so: „Wir legen Wert auf einen natürlichen Austausch. Wir wollen Inzucht vermeiden.“

Noch nicht ausgewachsen

Mittlerweile wiegen die einstigen Frischlinge 30 Kilogramm und könnten sogar selbst bald Nachwuchs bekommen. Ausgewachsen sind die Tiere – so Sauer – aber noch nicht. Auch bei den Wildschweinen kann man bei der Geburt der Frischlinge nicht helfen.

Sauer erklärt: „Bei den Wildschweinen herrscht ein sehr enger Familienverbund. Und wenn sie sich eingeengt fühlen, greifen sie an.“ Daher sei es besser, den Tieren nicht zu nahe zu kommen. Er erläutert außerdem: „Bei den Wildschweinen hat die Mutter die Hosen an. Und sie – die Leitbache – bestimmt auch die Paarungszeit.“

Zu wenig Platz

Bei den Waschbären sei der Nachwuchs in diesem Jahr vom Wildpark selbst nicht gewollt gewesen. „Wir haben einfach zu wenig Platz für die Tiere.“ Dass die Tiere genügend Platz haben, ist für die Wildhüter sehr wichtig. Schließlich legt der Wildpark besonderen Wert auf eine artgerechte Haltung.

Neue Attraktion

Eine besondere Attraktion sind derzeit die Wollschweine. Diese lebten erst seit diesem Herbst im Park. Sie seien ein Geschenk von einem anderen Tierpark gewesen. „Wir wollten eine andere Schweineart und die Wollschweine hat es zuvor noch nie im Park gegeben.“ Besonders auffällig ist ihr wollartiges Fell, das bei manchen der Schweine schwarz und bei anderen weiß ist.

Eine Seltenheit in Europa

Am meisten freut sich der Wildhüter über den Nachwuchs der Wisente. Der Grund: „Den Wisent gibt es in Europa nur noch sehr selten. Außerdem ist die Inzuchtrate hoch und die Nachzuchtrate gering.“ Weiteren Nachwuchs gab es in diesem Sommer außerdem beim Rotwild, bei den Sikahirschen und bei den Ziegen.

Öffnungszeiten: Wer den Tiernachwuchs anschauen möchte, kann den Park ganzjährig besuchen, die aktuellen Öffnungszeiten (November bis März) sind täglich von 10 bis 16 Uhr. / mal

  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren