Fotos: Andrea Hergersberg, Luca Remmert/Tierschutz Fulda und Umgebung

Jahresrückblick (5): Wie geht es eigentlich Wildkatzen-Findelkind Timon?

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - 2019 ist viel in der Region passiert – spannendes, herausragendes, trauriges, kurioses. In unserem mehrteiligen Jahresrückblick schauen wir auf einige dieser Geschichten zurück. Für Teil 5 hat sich Leon Schmitt erkundigt, wie sich Wildkatze Timon entwickelt. Anfang September war sie in einem Waldstück zwischen Dipperz und Langenbieber gefunden worden.

Es ist einer dieser Berichte, bei denen die Recherche besonders viel Spaß macht. Die mühsame Suche nach Fragen, die ein semi-spannendes Thema spannend machen könnten, entfällt. Denn Fragen gibt es genug, es muss sie nur jemand beantworten.

Von Fulda nach Bad Honnef

Der Tierschutzverein vermittelte uns an Luca Remmert. Die Studentin, die ehrenamtlich beim Tierschutzverein hilft, hatte das Findelkind Anfang September in ihre Obhut genommen. Remmert erzählte, wie sie anhand des aggressiven Verhaltens und der merkwürdigen Stimme gemerkt hatte, dass es kein normales Katzenbaby sein kann. Spaziergänger hätten das Tier ganz alleine in einem Wald sitzen gesehen und zum Tierschutzverein gebracht.

Dann sagt Remmert, dass die Wildkatze inzwischen beim Retscheider Hof in Bad Honnef in Nordrhein-Westfalen untergekommen sei. Stefanie Huck, Vorsitzende der Wildtierstation, wusste sofort, nach welcher Wildkatze wir fragen würden, als sie den Hörer abnahm.

Sie erzählte uns, dass es Timon – so hatte ihn Remmert genannt – gut ginge. Im Frühjahr 2020 werde er ausgewildert, hieß es. Nun sind einige Wochen vergangen, seit Timon von Fulda nach Bad Honnef gekommen ist. Also haben wir uns dazu entschieden, beim Retscheider Hof nachzufragen, wie es um Timon steht.

Timon ist kleiner als die anderen

„Er ist unserer kleiner Nachzögling“, sagt Stefanie Huck, die für insgesamt 14 Wildkatzen sorgt. „Er entwickelt sich ein bisschen langsamer als die anderen Katzen.“ Huck zufolge liegt das daran, dass Timon den Umzugsstress schlecht weggesteckt hat – Wildkatzen seien ohnehin äußerst stressanfällig. Doch inzwischen sei er auf einem guten Weg.

Weil Timon ein bisschen kleiner ist und weniger Fell hat als die anderen Wildkatzen, lebt er aktuell mit fünf anderen Wildkatzen in einem Innengehege. „Wenn die Frostperiode vorbei ist, können auch sie ins Außengehege“, erzählt Stefanie Huck. Es bleibt dabei, dass Timon im Frühjahr ausgewildert werden soll. Wo er ausgesetzt wird, das will die Pflegerin weiterhin nicht verraten.

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