Wartezeit von zwei bis drei Wochen

Spahn ruft zur Grippe-Impfung auf - Engpässe an Impfstoff auch in der Region

  • Daniel Krenzer
    vonDaniel Krenzer
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rät Angehörigen von Risikogruppen dringend dazu, sich gegen Grippe impfen zu lassen – auch wenn es hier und da Engpässe bei den Impfdosen geben kann.

Fulda/Berlin - In den vergangenen Tagen ging Jens Spahn als gutes Beispiel voran und ließ sich medienwirksam gegen die Grippe impfen. Dies ihm gleich zu tun rät er allen chronisch Kranken sowie Älteren. Er betonte, dass es zwar regional kurzzeitig zu Engpässen kommen könne, dass dies aber nicht bedeute, dass die Versorgung nicht sichergestellt sei.

Jens Spahn ruft zur Grippe-Impfung auf - Engpässe an Impfstoff auch in der Region

Dem widersprochen hat nun unter anderem der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Dr. Gerald Quitterer. Fakt sei, dass in Bayern viele Praxen noch nicht einmal die vorbestellten Impfstoffe komplett erhalten hätten. Nachbestellungen seien zwar möglich, jedoch zeitlich nicht absehbar. „Ob in Zukunft fristgerecht geliefert werden wird, ist eine Hypothek auf die Zukunft“, sagte Quitterer.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, warf dem Minister vor, bei der Grippeimpfung Chaos angerichtet zu haben. „Wochenlang trommelt Jens Spahn dafür, sich impfen zu lassen. Doch jetzt fehlen landauf und landab die Impfdosen, und plötzlich heißt es vom Ressortchef, zunächst sollen nur Risikogruppen den Schutz erhalten“, sagte Brysch. „Das schürt maximal Verunsicherung.“

Wer Privatpatient ist, hat offenbar bessere Chancen auf eine Grippeimpfung, wie dieser Hinweis an einer Praxis in Künzell-Pilgerzell zeigt.

Auch in Osthessen ist es derzeit nicht für jeden Impfwilligen möglich, zeitnah eine Grippeimpfung zu erhalten. So berichtet uns ein Leser aus Fulda, dass er zwar einen Impftermin vereinbart hatte, dann vor wenigen Tagen vor Ort aber die Information erhielt, dass kein Impfstoff mehr verfügbar sei. Der 74-Jährige wurde auf einen unbestimmten späteren Zeitpunkt in wenigen Wochen vertröstet – zu seinem nachvollziehbaren Missfallen.

Es kann zu Wartezeiten von zwei bis drei Wochen kommen

Die Ärzte des Gesundheitsnetzes Osthessen haben früh viele Impfungen bestellt, die nun nach und nach einträfen, berichtet der Vorstandsvorsitzende des Ärztenetzes Dr. Ralph Hönscher. Allerdings komme es derzeit durchaus dazu, dass vorübergehend keine Impfdosen mehr vorhanden seien, sowohl bei Impfungen gegen Grippe als auch gegen Lungenentzündung. Dann könne es zu zwei bis drei Wochen Wartezeit kommen.

„Ich rate dennoch jedem chronisch Kranken dringend, sich gegen die Grippe impfen zu lassen“, sagt Hönscher, der eine zeitige Voranmeldung beim Hausarzt empfiehlt. Bei einer bestehenden Allergie auf Hühnereiweiß soll dies unbedingt kommuniziert werden, um den passenden Impfstoff zu erhalten.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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