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Jetzt das Immunsystem stärken: Diese Lebensmittel wirken antibakteriell

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - In Zeiten von Grippewellen und Coronaviren wird unser Immunsystem auf eine harte Probe gestellt. Wichtig ist daher, so zu leben, dass es fit gehalten wird und uns somit möglichst gut im Alltag schützen kann.

Gleich vorweg eine gute Nachricht: Ein intaktes Immunsystem ist in aller Regel ganz gut in der Lage, mit Viren, Bakterien oder Pilzen, die in unseren Körper eindringen, fertig zu werden. Zum Verstehen: Das menschliche Immunsystem ist quasi unsere körpereigene Polizei und ein sehr komplexes System, das aus verschiedenen Organen, Geweben, Zellen und Molekülen besteht.

Wichtigste Aufgabe des Immunsystems ist die Unterscheidung zwischen körpereigenen und fremden Bestandteilen. Es schützt den Körper vor Krankheitserregern und stellt gleichzeitig sicher, dass es zu keiner Immunreaktion gegen Bestandteile des eigenen Körpers kommt. Darüber hinaus hat es die Fähigkeit, krankhaft veränderte Zellen zu erkennen und zu beseitigen. Ein wahrer Alleskönner also – und enorm wichtig.

Speichel und Magensäure töten Keime ab

Mit der Haut fängt es an. Die Körperhülle ist eine Schutzbarriere und schmettert in aller Regel die Attacken von Keimen ab. „Die Haut hat einen leicht sauren pH-Wert, der verhindert, dass Bakterien und Co. in den Körper eindringen können“, sagt Fölsch, der auch Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) ist. Die Schleimhäute, die Nasenhaare oder die Flimmerhärchen auf den Bronchien sorgen in der Regel ebenfalls dafür, dass Keime von außen keine Chance haben.

Gelangen Keime mit der Nahrung in den Körper, ist es der Speichel, der sie abzutöten versucht – und falls der scheitert, übernimmt die Magensäure. Daneben gibt es die natürliche Abwehr. „Das sind Zellen im Körper, die einfach alles auffressen, was körperfremd erscheint“, erläutert Fölsch. Zu diesen sogenannten Fresszellen zählen etwa Makrophagen oder Monozyten.

Ernährung spielt große Rolle

Schafft es diese natürliche Abwehr nicht, Erreger außer Gefecht zu setzen, dann aktiviert der Körper die spezifische Abwehr: Das sind die sogenannten B-Lymphozyten und T-Lymphozyten, die zur Gruppe der weißen Blutkörperchen gehören. Sie entwickeln Antikörper, die spezifisch gegen bekannte Erreger wirken.

„Das liegt daran, dass das Immunsystem quasi eine Art Gedächtnis hat und sich daran erinnert, schon einmal mit diesen Keimen zu tun gehabt zu haben“, erklärt Fölsch. Im Alltag hat man allerlei Möglichkeiten, dem Immunsystem und somit sich selbst etwas Gutes zu tun. Die Ernährung spielt etwa eine große Rolle.

Die nährstoffreichste Gemüsesorte

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung wirken viele Lebensmittel entzündungshemmend und antibakteriell: Knoblauch (wegen seines Gehalts an Allicin), Gelbwurz (Curcumin), Heidelbeeren (Flavone). Tipp: Grünkohl zählt wohl zu den nährstoffreichsten Gemüsesorten überhaupt. Er enthält eine beachtliche Menge an Vitaminen, Folsäure, Mineralstoffe wie Kalzium und Magnesium.

Kohlgemüse ist zudem reich an sekundären Pflanzenstoffen. Diese stärken das Immunsystem, da sie gegen Bakterien wirken und freie Radikale bekämpfen. So auch Zitronen. Sie sind nicht nur erfrischend, sondern wirken gegen Hautunreinheiten, schützen den Darm und sind gut für die Nerven. Die DGE empfiehlt daher täglich ein Glas Zitronenwasser.

Medikamente können Immunsystem schwächen

Vorsichtig sein sollte man mit Medikamenten. Sie können das Immunsystem schwächen: „Achtsam sollte man vor allem mit der Einnahme von Antibiotika sein und sie nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen“, erklärt Fölsch. Denn Antibiotika zerstören nicht nur die fremden Eindringlinge, sondern auch nützliche Bakterien, die vor allem der Darm für eine reibungslose Verdauung braucht.

Nicht zuletzt tragen ausreichend frische Luft sowie das barfuß laufen zu einem gestärkten Immunsystem bei. Auf Dauerstress, Zigaretten sowie Schlafmangel hingegen sollte so häufig wie nur geht verzichtet werden. / kra, dpa

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