Fotos: Marius Scherf, Daniel Krenzer

Der Justiz kein Unbekannter: 35-Jähriger aus der Rockerszene vor Gericht

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Es klingt wie ein Krimi, was sich am Donnerstag vor dem Landgericht Fulda abspielte: Von Entführung ist da die Rede, von Todesangst und von Rockern, die Zeugen einschüchtern. Angeklagt ist ein 35-Jähriger aus Petersberg, der einen Mann mit einem Messer angegriffen haben soll. Und: Der Petersberger ist für die Justiz kein Unbekannter: 20 Vorstrafen hat er bereits – darunter eine wegen fahrlässiger Tötung.

Nach dieser Kollision kam der Audi von der Fahrbahn ab und prallte gegen eine Haustreppe. Der Fahrer – ein 32-Jähriger aus Lauterbach – wurde dabei tödlich, seine 19 Jahre alte Beifahrerin schwer verletzt. Der Petersberger erhielt dafür eine Bewährungsstrafe von acht Monaten wegen fahrlässiger Tötung (lesen Sie hier mehr: Nach Todesrennen in Petersberger Straße: Fuldaer erhält Bewährungsstrafe).

In der Bewährungszeit verstieß er jedoch gegen seine Auflagen und wurde erneut straffällig: Das ist die mutmaßliche Tat vom August 2018, die nun vor dem Landgericht verhandelt wird. Also musste der 35-Jährige wegen des Autorennens doch noch ins Gefängnis. Diese Strafe hat er zwar mittlerweile hinter sich gebracht – derzeit sitzt er allerdings in Untersuchungshaft (lesen Sie hier mehr: „Kein geplantes Rennen“: Mercedes-Mitfahrer erzählt, wie es zu Horror-Unfall kam).

Vermeintliches Opfer meldete sich krank

Das vermeintliche Opfer hatte sich am Donnerstag krank gemeldet und kam nicht zur Verhandlung. Der Vorsitzende Richter Josef Richter führte aus, dass der Hünfelder mehrfach beim Landgericht angerufen habe, dass er keine Aussage machen wolle. Er fürchtet sich anscheinend vor einer Racheaktion: denn der 35-Jährige gehört wohl zur Rockerszene.

Wie ein Polizist erklärte, gelte der Angeklagte als sogenannter Supporter eines Fuldaer Rockerclubs. Er sei kein Mitglied, aber ein Unterstützer des Vereins, trage dessen Insignien und pflege eine „enge Freundschaft“ zur Familie des Präsidenten. Der Beamte berichtete auch von Drohanrufen, die das Opfer erhalten habe.

Der Angeklagte muss aus Sicherheitsgründen die U-Haft in Frankfurt absitzen, eben weil er der Rockerszene zugerechnet wird. Die Kammer will nun versuchen, das Opfer doch zur Aussage zu bewegen. Der Prozess wird am Donnerstag, 23. Januar, 9.30 Uhr, fortgesetzt.

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