Die Schuttablagerungen sind der naturnahen Gemeinde ein Dorn im Auge.
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Die Schuttablagerungen sind der naturnahen Gemeinde ein Dorn im Auge.

Bürger sollen helfen

Bauschutt, Hausmüll, alte Reifen - Kalbach kämpft mit illegaler Entsorgung von Müll

  • Marcus Lotz
    vonMarcus Lotz
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Die Gemeinde Kalbach hat ein Müllproblem: Immer wieder wird Unrat im Gemeindegebiet illegal gelagert oder entsorgt. Um das Problem in den Griff zu bekommen, setzt das Ordnungsamt vor allem auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger.

  • In Kalbach laden Menschen immer wieder illegal Müll in der Landschaft ab.
  • Laut Markus Agricola, Sachbearbeiter in Ordnungsamt und Bürgerbüro der Gemeinde, tritt das Problem in bestimmten Monaten häufiger auf.
  • Die Gemeinde wendet sich nun an ihre Bürger.

Kalbach - Beliebte Stellen, um Abfall illegal zu entsorgen seien laut Gemeinde öffentliche Plätze, schlecht einsehbare Parkplätze, Böschungen, Wald- und Feldwege, Gewässer, Straßenränder, Parkanlagen und Hinterhöfe. Auch in Säcken verpackter Hausmüll, Sperrmüll, Bauschutt und Altreifen würden sich in der Landschaft wiederfinden.

„Gelegentlich gibt es Leute, die von der Deponie kommen, weil sie ihre Sachen dort nicht losgeworden sind. Die fahren dann über Feldwege in Waldbereiche und laden ihren Müll irgendwo ab“, erzählt Markus Agricola, Sachbearbeiter in Ordnungsamt und Bürgerbüro der Gemeinde. Bürgermeister Florian Hölzer (parteilos) fügt an: „Das müssen nicht immer Kalbacher sein.“ Die Ablagerungen beeinträchtigen laut Gemeinde nicht nur das Landschaftsbild, sondern schaden nicht zuletzt auch dem Kalbacher Image.

Müllproblem in Kalbach: Oft zur Reifenwechselzeit Müllablagerungen

Laut Agricola sei das Müllproblem ein saisonales: „Es gibt Monate, in denen es gehäuft auftritt. Gerade durch Corona beobachten wir beispielsweise das Phänomen, dass viele Menschen die Zeit hatten, ihren Keller auf- oder leerzuräumen. Der Überschuss wird dann irgendwo abgeladen.“ Auch zur Reifenwechselzeit stelle das Ordnungsamt vermehrt Müllablagerungen fest.

Positiv wertet Bürgermeister Hölzer, dass sich die Kalbacher Bürgerinnen und Bürger am Kampf gegen Müllsünder beteiligen. „Wir haben viele Menschen hier im Ort, die naturverbunden sind und deshalb finden, dass das so nicht geht. Die rufen dann bei uns an, wenn sie etwas gesehen haben – und das sind dann auch Treffer. Die Verursacher laden wir anschließend zu uns ein, reden mit ihnen und finden dabei auch Lösungen. Und dass sich die Kalbacher an der Aufklärung beteiligen, das hilft uns sehr.“ Markus Agricola wirft ein: „Teilweise schicken uns die Leute Handybilder, die wir gut verwenden können.“ Bürgermeister Hölzer weiß zudem aus Erfahrung: „Wenn wir den Verursachern so etwas zeigen, mit Datum und Uhrzeit, dann werden sie im direkten Gespräch erfahrungsgemäß ganz klein.“

Markus Agricola: Die Leute sind etwas aufmerksamer geworden

Zuletzt habe sich die Lage leicht verbessert. Agricola fast zusammen: „Es ist zum Glück noch überschaubar. Die Leute sind etwas aufmerksamer geworden, aber was liegen bleibt, ist einfach ärgerlich und unnötig.“

Die illegalen Abfallablagerungen stellen laut Gemeinde eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit hohen Bußgeldern geahndet wird. Entsprechende Funde im Kalbacher Gemeindegebiet sowie Hinweise zu Tätern können Bürgerinnen und Bürger bei den Ortsvorstehern oder der Gemeindeverwaltung melden.

Zusätzlich zu illegal entsorgtem Müll findet das Ordnungsamt auch immer wieder illegale Feuerstellen vor. Die Gemeinde weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass jedes geplante Feuer bei der Gemeindeverwaltung mindestens einen Tag vorher angemeldet werden muss.

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