Luca Kreß und Simon Hofmann haben in diesem Jahr ihre Ausbildung zur Stuckateurin und zum Stuckateur bei Stuck Putz Witzel in Kerzell begonnen.
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Luca Kreß und Simon Hofmann haben in diesem Jahr ihre Ausbildung zur Stuckateurin und zum Stuckateur bei Stuck Putz Witzel in Kerzell begonnen.

Azubi Aktion

Filzen, Streichen und Putz aufziehen: Luca Kreß und Simon Hofmann lernen den Beruf des Stuckateurs

  • vonAlina Hoßfeld
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Handwerkliches Geschick, Ausdauer und Geduld zählen zu den Fähigkeiten, die ein Stuckateur benötigt. Simon Hofmann (16) und Luca Kreß (19) haben ihre Ausbildung als Stuckateur begonnen und zeigen, wie vielseitig ihre Ausbildung bei Stuck Putz Witzel in Kerzell ist.

Kerzell - „Ich wollte schon immer in die handwerkliche Richtung gehen“, erklärt Luca Kreß. Dass die 19-Jährige aus Dorfborn in einem männerdominierten Beruf arbeitet, stört sie nicht: „Ich wurde gut im Team aufgenommen und darf überall mitarbeiten“, sagt sie mit einem Lachen. Bereits bei einem Praktikum habe sie festgestellt, dass ihr der Beruf der Stuckateurin Freude bereitet.

Auch der Bericht im vergangenen Jahr im Rahmen der Azubi Aktion 2019 habe zur Entscheidung beigetragen. Damals berichtete unsere Zeitung über Dominik Röhrig, der seine Ausbildung zum Stuckateur bei Stuck Putz Witzel begonnen hatte, und an der Azubi Aktion teilnahm.

Röhrig erzählte damals von seinen Erfahrungen im Betrieb, seinen Aufgaben und dem theoretischen Ablauf der Ausbildung in der Schule. „Durch den Artikel bin ich auf den Beruf des Stuckateurs und auf den Betrieb aufmerksam geworden. Ich habe mich beworben, und die Freude war groß, als die Zusage kam“, sagt Kreß.

Auch Simon Hofmann wusste bereits früh, dass er einen handwerklichen Beruf erlernen möchte. „Ich habe Praktika im Bereich Trockenbau sowie als Maler und Lackierer gemacht, bevor ich mich für einen Ausbildungsplatz als Stuckateur beworben habe“, sagt der 16-Jährige aus Istergiesel.

Luca Kreß und Simon Hofmann lernen bei Stuck Putz Witzel den Beruf des Stuckateurs

Ein typischer Arbeitstag beginnt für die beiden um 7.30 Uhr. „Zuerst beladen wir das Auto mit dem Material, das wir für den Tag brauchen“, erklärt Kreß. Hofmann fügt an: „Wir fahren zur Baustelle und beginnen mit den Arbeiten.“ Dazu zählen Innenputz, Außenputz, Wärmedämmung, Trockenbau, Malerarbeiten und Gerüstbau. Dafür benötigen die beiden handwerkliches Geschick, Ausdauer, Geduld und müssen körperlich fit sein. „Es wird drinnen und draußen gearbeitet. Bei jedem Wetter. Das muss man schon mögen“, sagt Christoph Witzel, der den Betrieb mit seinem Sohn Raphael Witzel leitet.

Hofmann und Kreß durften die zwölf Mitarbeiter sowie die beiden Auszubildenden auf den Baustellen schon tatkräftig unterstützen. „Obwohl wir seit Beginn der Ausbildung erst drei Wochen im Betrieb waren – die restliche Zeit waren wir in der Lehrbauhalle und in der Schule – habe ich schon einige Aufgaben erledigt. Ich habe Fenster abgeklebt, Planen ausgelegt, beim Trockenbau geholfen und die Unterkonstruktion für Rasterdeckenplatten gebaut. Besonders Spaß macht mir das Filzen“, erklärt Simon Hofmann. Auch Kreß hat schon einiges gelernt: „Ich habe gestrichen, beim Außen- und Innenputz geholfen, Putz aufgezogen und Trockenbauplatten festgeschraubt“, zählt sie ein paar Beispiele auf.

Inspiration für den Beruf des Stuckateurs aus der Fuldaer Zeitung

Doch Corona hat einiges verändert. „Wir fahren in festen Kolonnen, müssen die Abstände wahren und regelmäßig die Hände waschen und desinfizieren“, erklärt Raphael Witzel. Es sei eine schwierige Umstellung gewesen. Anfangs seien nur zwei Personen im Auto gefahren, und es habe verschiedene Ladezeiten gegeben, damit die Mitarbeiter so wenig Kontakt wie möglich zueinander haben. Ebenso sei eine Zeit lang ein neuer Arbeitsrhythmus eingeführt worden: „Die Mitarbeiter haben eine Woche gearbeitet, dann musste eine Woche Urlaub genommen werden. Wir haben zu dem Zeitpunkt in zwei Teams gearbeitet. So war die Arbeit aber nicht zu stemmen“, erklärt Witzel. Denn die Aufträge seien durch Corona nicht zurückgegangen: „Viele Menschen haben renoviert. Zudem wurden einige Schulen und Kindergärten während der Schließung umgebaut“, erklärt Christoph Witzel.

Neben der Praxis im Betrieb besuchen Kreß und Hofmann die Ferdinand-Braun-Schule in Fulda. Dort werden sie unter anderem in verschiedenen Lernfeldern unterrichtet. In diesen lernen sie zum Beispiel das Einrichten einer Baustelle und das Herstellen von Stahlbetonteilen. Im zweiten Lehrjahr geht es dann nach Schlüchtern zur Landesfachklasse der Stuckateure. Dort werden alle Stuckateur-Auszubildenden aus Hessen unterrichtet.

Zurzeit sind es hessenweit zwölf Lehrlinge im zweiten Lehrjahr. Der Mangel an Nachwuchs sei weiterhin ein Problem, wie Raphael Witzel erklärt. In diesem Jahr seien es nur drei Stuckateur-Auszubildende im ersten Lehrjahr in Fulda. „Wir freuen uns daher sehr, dass wir zwei neue Azubis begrüßen durften“, sagt Witzel abschließend.

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