Symbolfoto: dpa

Kinderporno-GIF und Munition: 41-jähriger Polizist verurteilt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Fulda - Weil er ein Kurzvideo mit kinderpornografischem Inhalt verbreitet sowie unerlaubt Munition besessen hat, musste sich ein 41-jähriger Polizist aus dem Landkreis Fulda am Donnerstag vor dem Amtsgericht Fulda verantworten. Verurteilt wurde er zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 80 Euro.

Ein Kurzvideo in einer WhatsApp-Gruppe mit drei Kollegen: Was sich harmlos anhört, endete für den 41-Jährigen vor dem Amtsgericht Fulda. Der Polizist hatte im Dezember 2017 ein sogenanntes GIF in die WhatsApp-Gruppe gepostet, auf dem ein etwa fünf Jahre alter Junge zu sehen war, der auf einem Traktor ohne Hose saß. „In einer Hand hält er eine Zange, die er zu seinem Genital führt und dieses manipuliert“, heißt es in der Anklageschrift.

„WhatsApp-Gruppe war zum Austausch“

Der dreifache Familienvater studierte zu diesem Zeitpunkt und lebte mit den drei Kollegen in einer Wohngemeinschaft. „Die WhatsApp-Gruppe war zum Austausch. Das GIF war lediglich als Witz gedacht und sollte eine Anspielung auf den Kollegen sein, der immer nackt durch die Wohnung gelaufen ist“, erklärte der Angeklagte.

Er habe das Video als Blödsinn des Kindes empfunden. Das konnte Staatsanwältin Jessica Maier nicht nachvollziehen. „Auf dem sechs Sekunden langen Video steht die sexuelle Handlung des Jungen im Fokus“, sagte sie.

200 Patronen in Tresor gefunden

Als die Wohnung des Angeklagten ein halbes Jahr später durchsucht wird, finden die Beamten in einem Tresor rund 200 Patronen, für die der Polizist, der zwar Mitglied in einem Schützenverein ist, aber nicht die Erlaubnis besitzt. „Ich habe zuvor legal einen Revolver besessen und diesen dann verkauft.

Ein Teil der Munition gehörte zu dieser Waffe“, erklärte der Mann, der als Polizist in Bayern arbeitet. Während der Ermittlungen war er für ein Jahr vom Dienst freigestellt.

Munition der bayerischen Polizei

Die Munition hätte der Angeklagte laut Richter Marg mit der Waffe verkaufen oder vor dem Verkauf verschießen müssen. Bei den Ermittlungen hatten die Beamten herausgefunden, dass die Munition möglicherweise aus dem Bestand der bayerischen Polizei stammt.

„Die Hersteller versehen die Munition mit einer Nummer. Anhand dieser Zahlen kann verfolgt werden, an wen die Munition ausgeliefert wurde – in dem Fall war es die bayerische Polizei. Die Munition wird dann an die Dienststellen verteilt. Welche Dienststelle wie viele Patronen bekommt, ist aber nicht nachvollziehbar “, erklärte ein Zeuge.

Angeklagter kann sich nicht an Munition erinnern

Da die Hersteller die Munition auch an Unternehmen ausliefern, wollte Richter Marg wissen, ob der Angeklagte die Patronen gekauft haben könnte. „Das ist ausgeschlossen, da die Firmen die Munition nur für den Eigenverbrauch verwenden dürfen“, so der Zeuge.

Der 41-Jährige konnte sich nicht daran erinnern, woher die Munition stammt. „Es kann sein, dass ich sie nach dem Schießen beim Schützenverein mitgenommen habe und sie im Tresor einfach nach hinten gerutscht ist“, erklärte er. Bei ihrem Plädoyer hielt Staatsanwältin Maier dies für eine Schutzbehauptung. Woher die Munition stammt, konnte während des Prozesses nicht geklärt werden.

Die Staatsanwältin forderte eine Geldstrafe von 110 Tagessätzen à 80 Euro. Der Anwalt des 41-Jährigen forderte für die Verbreitung kinderpornografischer Darstellungen einen Freispruch, für den Verstoß gegen das Waffengesetz eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 80 Euro. / jkl

Das könnte Sie auch interessieren