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Klinikum-Apotheker: Alle erforderlichen Medikamente sind verfügbar

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Region - Lieferengpässe bei Arzneimitteln gehören – leider – nicht zu den Phänomenen, die es erst seit der Coronakrise gibt. Sie waren auf diesen Seiten schon früher ein Thema. Doch die Situation wird durch die Pandemie noch verschärft. Brüssel ändert Regeln, in der Region werden Vorräte aufgebaut.

Dies gelte auch und insbesondere für die Medikamente für die Patientinnen und Patienten auf den Intensivstationen, wie Antibiotika, Narkosemittel, intravenöse Flüssigkeiten sowie Ernährungslösungen und dergleichen.

Wie Froese erläutert, hat die Pharmaindustrie die Bezugsmöglichkeiten auf den Bedarf des letzten Jahres kontingentiert. Doch das Medikamentenlager im Klinikum sei derzeitig ausreichend bestückt. Entlastend wirke sich auch aus, dass seit Mitte März die planbaren Operationen ausgesetzt seien, man also deutlich weniger Nicht-Covid-Patienten zu versorgen habe.

Lagerbestände und Rohstoffe aufgestockt

Aus Sorge vor Engpässen bei wichtigen Arzneien hatte die EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides bereits die Pharmaindustrie aufgefordert, die Produktion hochzufahren. In einem Brief an Herstellerverbände schreibt sie von einem unmittelbar drohenden Risiko von Engpässen bei wichtigen Arzneien für Covid-19-Patienten.

Neben anderen Herstellern wie Bayer, der Ratiopharm-Konzernmutter Teva und Sanofi meldet auch der hessische Arzneimittelhersteller Stada starke Steigerungen der Produktion. Im März habe man etwa zehn Prozent mehr an Medikamenten hergestellt als in vergleichbaren Vorjahreszeiträumen. Stada habe die Lagerbestände an Rohstoffen ebenso wie an fertig dosierten Arzneimitteln aufgestockt.

Lösung durch Alternativpräparate

Wie sich der Mangel aufgrund der Corona-Pandemie verändert, ist nach Auskunft des Hessischen Apothekerverbands schwer zu sagen. Engpässe habe es beispielsweise schon länger bei Blutdrucksenker und bestimmten Antidepressiva gegeben, sagt Katja Förster, die Pressesprecherin des Apothekerverbands. In sehr vielen Fällen gelinge es den Apothekern in Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten, den Patienten mit Alternativpräparaten anderer Hersteller zu helfen.

Das bestätigt auch Apotheker Eugen Roth, der Inhaber der Hünfelder Hirsch-Apotheke. Auch wenn das nicht für alle Patienten gelten könne: In den allermeisten Fällen seien die Apotheken in der Lage, die Rezepte passend zu beliefern. Dazu soll auch die Umsetzung des frisch verabschiedeten „Faire-Kassenwettbewerbs-Gesetz“ betragen, das am 1. April 2020 in Kraft getreten ist.

Abschließende Vereinbarung mit Kassen fehlen

Eine für Apotheker wesentliche Neuerung ist, dass sie bei nicht lieferbaren Rabatt-Arzneimitteln nun unmittelbar ein vergleichbares Präparat abgeben dürfen. Liegt dessen Preis über dem mit den Kassen ausgehandelten Festbetrag, trägt nicht der Versicherte die Mehrkosten, sondern die Krankenkasse. Entsprechende Vereinbarungen mit den Krankenkassen sind aber noch nicht abgeschlossen, betont Apothekensprecherin Förster: Derzeit werde noch verhandelt.

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