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Klinikum Fulda erlässt generelles Besuchsverbot – Krankenhäuser verschieben Operationen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Nach den Main-Kinzig-Kliniken in Schlüchtern und Gelnhausen hat auch das Klinikum in Fulda ein generelles Besuchsverbot erlassen. Zuvor hatten die Kliniken im Kreis Fulda, im Vogelsbergkreis und im Main-Kinzig-Kreis bereits begonnen, Operationen zu verschieben, um Platz für Corona-Patienten freizuhalten.

„Zum Schutz der Patientinnen und Patienten und den Mitarbeitenden des Klinikums Fulda gilt ab sofort ein generelles Besuchsverbot“, heißt es in der Mitteilung.

„So weit medizinische, soziale oder palliativmedizinische Gründe eine Ausnahme notwendig machen, können nach vorheriger telefonischer Absprache auf den jeweiligen Stationen im Einzelfall Ausnahmen zugelassen werden.“

Zuvor hatte das Klinikum Fulda auf Nachfrage unserer Zeitung bereits erklärt, dass es die Maßnahmen der Bundesregierung begrüßt. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Krankenhäuser aufgefordert, alle planbaren Operationen, Aufnahmen und Eingriffe zu verschieben

Die Verschiebung solle, so weit medizinisch vertretbar, ab Montag für unbestimmte Zeit gelten, beschlossen Bundesregierung und Ministerpräsidenten. „Wir werden die Maßnahmen selbstverständlich beachten“, erklärt Dr. Thomas Menzel, Vorstandschef des Klinikums Fulda.

„Da wir derzeit in Osthessen erfreulicherweise nur sehr vereinzelt Patienten mit Covid-19 haben, die stationär behandelt werden müssen, werden wir in der nächsten Woche unser Programm von Tag zu Tag planen.“

Das Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda wird ab Montag alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe, so weit medizinisch vertretbar, verschieben, sagt Geschäftsführer Michael Sammet. Ausgenommen sind sämtliche Notfalleingriffe, Notfallbehandlungen sowie Tumorerkrankte und der Kreißsaal.

Die Helios St. Elisabeth-Klinik in Hünfeld kündigt an: „Eingriffe und Maßnahmen an Patienten werden verschoben, wenn nach medizinischer Einschätzung davon auszugehen ist, dass die Erkrankten in den nächsten zwei Monaten ohne diese Versorgung auskommen können“, erläutert Sprecherin Gudrun Käsmann. „Alle übrigen Eingriffe, die medizinisch keinen Aufschub erlauben, werden wir zügig vornehmen, um die Kapazitäten, die wir jetzt noch haben, zu nutzen.“

Oberste Priorität sei es, sicherzustellen, dass ein Bett, das für Corona-Patienten gebraucht wird, nicht durch einen Patienten blockiert wird, der nicht jetzt versorgt werden müsse. Das Haus müsse aber auch im Auge behalten, dass die Zahl der aufgeschobenen Patienten nicht unnötig groß werde.

Die Main-Kinzig-Kliniken in Schlüchtern und Gelnhausen haben bereits am Freitag begonnen, alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe auf unbestimmte Zeit zu verschieben, sagt Geschäftsführer Dieter Bartsch. Die betroffenen Patienten werden informiert. Zudem sind alle Patientenbesuche durch Angehörige untersagt. Ausnahmen sind möglich.

Das Neuro-Spine-Center in Fulda wird für alle Eventualitäten stufenweise Betten frei halten. „Wir warten auf Anweisungen der Aufsichtsbehörden“, sagt Chefarzt Dr. Samir Al-Hami. Ohnehin habe das Center keine Intensiv- oder Beatmungsbetten für schwer erkrankte Corona-Patienten.

Im Eichhof-Krankenhaus in Lauterbach prüfen die Chefärzte die Operationspläne. „Wir sehen jeden Fall an. Die Fälle, die wir nach ärztlichem Ermessen verschieben können, verschieben wir“, sagt Sprecherin Marika Heiß.

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