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RP Klüber: Diskussion um Windkraft wird emotional geführt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Kassel/Fulda - Mit seinen Äußerungen über den Windkraftausbau im Kreis Fulda ist Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber (CDU) auf viel Kritik gestoßen. Mit seinen Aussagen habe eine sachliche Debatte anstoßen wollen, sagte er gestern.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Bei einem Gespräch in der FZ-Redaktion wurde das Thema Windkraft angeschnitten. Der Regierungspräsident erklärte, dass im Kreis Fulda im Vergleich weniger Windräder beantragt und gebaut worden seien als im Rest des Regierungspräsidiums: Von 2016 bis 2019 waren im gesamten Regierungspräsidium Kassel 187 Anlagen beantragt worden – davon nur vier im Landkreis Fulda. Zudem, so sagte Klüber, habe er den Eindruck, dass die Bürger im Landkreis Fulda der Windkraft kritischer gegenüberständen als anderswo im Regierungsbezirk. Wald sei im Grundsatz ein geeigneter Standort für Windräder, fügte der RP an.

Kein Vorstoß oder Druck von Klüber

Klüber stellt gegenüber unserer Zeitung jetzt heraus: „Ich habe weder einen ‚Vorstoß‘ noch ‚mehr Druck‘ zugunsten von Windenergie im Landkreis Fulda gemacht. Beides waren nicht meine Worte.“ Der Regierungspräsident erinnert daran, dass er – als er im Redaktionsgespräch mit der Fuldaer Zeitung nach der vergleichsweise sehr geringen Zahl von Windkraftanlagen im Landkreis Fulda gefragt wurde – geantwortet habe: „Die Bevölkerung will mehr Klimaschutz, und wir wollen in 30 Jahren kein CO2 mehr produzieren. Aber wie will die Region das erreichen? Die Windkraft-Debatte wird verkürzt geführt. Wer Windräder kritisiert, muss sagen, wo der Strom in Zukunft herkommen soll.“ So hatte unsere Zeitung den Chef des Regierungspräsidiums auch zitiert.

Weit entfernt von ernsthaften Diskussionen

Klüber führt seine Erklärungen so aus: „Es war der Versuch, die emotionale Debatte um Windkraftanlagen konstruktiv zu versachlichen. Es war der Aufruf, Alternativen zu dem vorzuschlagen, was so vehement abgelehnt wird.“ Von den Antworten von Verbänden in unserer Zeitung sei er enttäuscht: „Die Reaktionen zeigen mir, wie weit wir von ernsthaften Diskussionen entfernt sind, wo wir doch kaum noch Zeit für Lösungen haben“, sagt Klüber.

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