Bei der Wahl der Gemeindevertreter in Petersberg hat die CDU Stimmen eingebüßt und muss sich nun einen Koalitionspartner suchen.
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Bei der Wahl der Gemeindevertreter in Petersberg hat die CDU Stimmen eingebüßt und muss sich nun einen Koalitionspartner suchen.

Hessenwahl 2021

Kommunalwahl in der Stadtregion: CDU in Petersberg muss sich Koalitionspartner suchen

Bei den Gemeindewahlen in Petersberg, Künzell und Eichenzell liegen die Ergebnisse vor: CDU und CWE verlieren in Eichenzell ihre knappe Mehrheit. In Petersberg muss sich die CDU einen Koalitionspartner suchen. In Künzell konnte sich die CDU behaupten. Dafür verlieren CWE und SPD dort Sitze.

Fulda/Petersberg/Eichenzell/Künzell - Die CDU ist bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung in Fulda erneut klar stärkste Kraft geworden. Für eine Fortsetzung der Koalition mit der CWE reicht es aber wohl nicht, wie das Trendergebnis bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung in Fulda zeigt. Nach der Kommunalwahl in Hessen liegen die Endergebnisse für die Gemeindevertretungen in Petersberg, Eichenzell und Künzell vor.

Kommunalwahl in Eichenzell: CDU und CWE verlieren ihre knappe Mehrheit

In Eichenzell sind die Stimmen gezählt: Mit einem Ergebnis von 42,29 Prozent und einem Verlust von gut drei Prozentpunkten bleibt die CDU stärkste Kraft. Damit verbessert sie sich im Hinblick auf das Trendergebnis, welches bei 40,1 Prozent lag. „Mit dem Ergebnis können wir im Großen und Ganzen leben“, sagt Fraktionsvorsitzender Joachim Bohl. CDU und CWE kommen vereint auf 18 Sitze – ein Mandat unter der Mehrheit.

Die Bürgerliste bleibt zweitstärkste Kraft. Sie gewinnt gut einen Prozentpunkt hinzu und kommt auf 25,18 Prozent (Trendergebis: 25,6 Prozent). Sie kommt unverändert auf neun Mandate. „Damit können wir zufrieden sein, denn mit der FDP ist ja ein zusätzliche Bewerber angetreten“, sagt Spitzenkandidat Joachim Weber. „Wir stellen uns darauf ein, weiter eine gute Oppositionsarbeit zu machen, denn die Geometrie der Macht ist ja gleich geblieben – nur dass statt CDU und CWE in Zukunft wohl CDU und CWE und FDP eng zusammenarbeiten – zumindest stellen wir uns darauf ein.“

CDU und CWE verlieren bei der Gemeindewahl in Eichenzell ihre knappe Mehrheit.

Die SPD verliert rund einen Prozentpunkt. Sie kommt auf 21 Prozent. Ihr Trendergebnis lag einen halben Prozentpunkt höher. „Damit habe wir unser Minimalziel erreicht“, sagt SPD-Fraktionschef Lutz Köhler. „Ein bisschen enttäuscht sind wir allerdings schon. Wir hätten gehofft, dass wir doch mehr Wähler von unserer Arbeit überzeugt haben.“

Mit zwei Mandaten, sprich 6,67 Prozent, zieht die FDP in die Gemeindevertretung ein. Im Trend lag die Partei mit 8,7 Prozent noch um einiges höher. „Als Start für eine neue Fraktion ist das ein gutes und respektables Ergebnis“, sagt FDP-Spitzenkandidat Claus-Dieter Schad. „Auch wenn wir offenbar nur knapp am dritten Mandat vorbeigeschrammt sind, sind wir zufrieden mit dem Ergebnis.“ Die Frage nach Bündnissen oder Koalitionen stelle sich für die FDP jetzt nicht. Auf zwei Mandate kommt auch die CWE. Sie verlor rund drei Prozentpunkte und einen ihrer bisher drei Sitze und kommt nun auf 4,85 Prozent (Trendergebnis: 4,1 Prozent). Klar ist: CDU und CWE haben zusammen keine Mehrheit mehr. (Lesen Sie hier: Mit dem News-Ticker zur Kommunalwahl in Hessen bleiben Sie auf dem Laufenden)

Gewählte Kandidaten

CDU: Joachim Bohl, Johannes Link, Oskar Kanne, Erhard Kiszner, Peter Happ, Raphael Witzel, Dennis Martin, Christoph Müller, Julian Rudolf, Peter Seufert, Hubert Aha, Simon Jestädt, Markus Roth, Viktor Baumann, Daniela Schmitt, Andreas Klimesch

SPD: Lutz Köhler, Dirk Fischer, Martina Köhler, Maja Köhler, Rüdiger Maluck, Stefan Wassermann, Lara Maraun, Andreas Maraun

FDP: Claus-Dieter Schad, Hans Joachim Müller

Bürgerliste: Joachim Weber, Gerhard Dehler, Oliver Kümmel, Christian Meier, Christoph Jestädt, Dieter Kolb, Monika Dehler, Günter Wohlerdt, Angelika Jestädt

CWE: Alfons Schäfer, Otto Witzel

Kommunalwahl in Petersberg: Für CDU beginnt Suche nach einer Mehrheit

Zwischen dem Trendergebnis und dem vorläufigen Endergebnis bei der Gemeindewahl in Petersberg haben sich Verschiebungen ergeben. Auch wenn die CDU noch einmal leicht zugelegt hat, wird sie sich künftig einen Koalitionspartner suchen müssen. 42,3 Prozent der Stimmen und 16 Sitze in der künftigen Gemeindevertretung, das ist das vorläufige Endergebnis der CDU in Petersberg. Das bedeutet immerhin einen leichten Zugewinn und zwei Sitze mehr, als die Union noch laut Trendergebnis vom Sonntagabend erhalten hätte. Dennoch sind die Einbußen groß im Vergleich zu 2016. „Jede verlorene Stimme schmerzt“, sagt CDU-Spitzenkandidatin Tamara Pfaff und wiederholt, was sie schon vermutet hatte: „Bei acht Listen wird es schwer, eine absolute Mehrheit zu verteidigen.“ Nun gehe es zunächst darum, offen Gespräche für künftige Mehrheiten in der Gemeindevertretung zu führen. In den kommenden Jahren gelte es, an den bisherigen Zielen weiterzuarbeiten und Petersberg als stark wachsende Zuzugsgemeinde attraktiv zu gestalten.

Im Vergleich zur Kommunalwahl vor fünf Jahren zählen neben der CDU mit einem Minus von 11,69 Prozentpunkten auch die SPD (minus 10,48 Prozentpunkte) und die CWE (minus 8,76 Prozentpunkte) zu den Verlierern. Eine erfolgreiche Premiere schaffen hingegen die Grünen und die Bürgerliste Petersberg (BLP) mit 13,33 beziehungsweise 12,45 Prozent. Auf der Bürgerliste erzielen vor allem Winfried Schäfer und Kai Völler starke Einzelergebnisse. Schäfer, bis zum vergangenen Jahr noch CDU-Mitglied, zeigt sich erfreut über das eigene Ergebnis und überrascht darüber, wie stark CDU, SPD und CWE an Stimmen verloren haben. „Uns geht es darum, vernünftige Politik für die Bürger und nicht für das Parteibuch zu machen“, sagt Schäfer, der auch gleich einen Antrag ankündigt: „Wir wollen, dass jede der drei größten Fraktionen einen Ausschussvorsitz erhält“, sagt der Steinauer, der für seine Fraktion bereits jetzt den Anspruch auf die Leitung des Bauausschusses erhebt.

Für die CDU in der Gemeinde Petersberg beginnt nun die Suche nach einer Mehrheit.

Wenngleich Christdemokratin Pfaff den Dialog mit allen Gruppierungen in Aussicht stellt, hält sie eine Kooperation mit der BLP für unwahrscheinlich. „Die einstigen Parteikollegen haben sich mit dem Austritt aktiv gegen uns entschieden. Da wäre es seltsam, wenn sie mit uns zusammenarbeiten wollen. Aber das warten wir ab“, sagt Pfaff.

Gewählte Kandidaten

CDU: Wolfgang Hintze, Hartwig Blum, Tamara Pfaff, Christian Bug, Thomas Vogel, Andreas Trost, Peter Scheel, Gabriele Schmitt-Lauer, Sven Haustein, Cornelia Emmert, Michael Kircher, Christof Stock, Josef Bug, Christina Axt, Sabrina Hargesheimer, Kai-Uwe Abersfelder

Grüne: Birgit Stietz, Kerstin Hüsemann, Thorsten Bick, Mechthild Schmitt, Christine Purrmann-Keil

SPD: Michael Glüber, Martin Neugebauer, Elke Hohmann

FDP: Dr. Thomas Stegmann, Wolfgang Schad

Bürgerliste Petersberg: Winfried Schäfer, Kai Völler, Christian Schwiddessen, Dieter Schneider

CWE: Rainer Dargatz, Matthias Mackrodt, Jürgen Lederer

Die Linke.Offene Liste: Michael Wahl, Wolfgang Pfeffer, Torsten Jahn

Bündnis C: Dr. Norbert Höhl

Kommunalwahl in Künzell: Grüne wachsen deutlich - Erstmals ein AfD-Vertreter in der Vertretung

In der Gemeindepolitik in Künzell spricht viel dafür, dass der bisherige Kurs fortgesetzt wird: Die CDU bleibt stärkste Kraft, aber sie verfehlt die absolute Mehrheit. Die Grünen gewinnen zwei Sitze, die CWE verliert zwei Mandate. CDU-Spitzenkandidat Rainer Kremer ist hochzufrieden. Die Union hat gegenüber 2016 knapp ein Prozentpunkt verloren und dennoch ihre 17 Mandate verteidigt. „Unser Ergebnis ist fast stabil. Das haben im Kreis Fulda die wenigsten CDU-Verbände geschafft. Es wäre schön gewesen, wenn wir die 2016 verlorene absolute Mehrheit zurückerobert hätten, aber das war wegen des Gegenwinds aus der Bundespolitik unmöglich.“

Kremer erwartet, dass sich das sachliche Klima in der Vertretung fortsetzt. Über die Frage, wer in der Nachfolge des ausgeschiedenen Dr. Bernd Katzer Fraktionschef wird, entscheide die neue Fraktion. Kremer, derzeit Erster Beigeordneter, möchte gern wieder in den Gemeindevorstand.

Ihre Position als zweitstärkste Fraktion hat die CWE verteidigt. Aber sie hat Federn gelassen. Sie büßte 3,84 Prozentpunkte und zwei ihrer bisher neun Sitze ein. „Trotz der Einbußen können wir zufrieden sein. Wir sind weiter auf einem hohen Niveau. Es war nicht zu erwarten, dass wir das Rekordergebnis von 2016 würden verteidigen können.“ Die Corona-Politik des Bundes habe viel Protest erzeugt, doch davon habe die CWE als kommunale Liste nicht profitieren können.

Die Grünen gewinnen fast sieben Prozent und zwei Mandate hinzu. „Das ist ein schönes Ergebnis. Der Zuwachs kommt nicht überraschend, denn die Zustimmung zu unseren Themen und zu unserer Partei nimmt kontinuierlich zu“, sagt Grünen-Fraktionschef Bernd Eckart. Die generell wachsende Zustimmung zur Grünen-Partei ist für Eckart Hauptgrund des Erfolgs. „Aber ich sehe auch viel Zustimmung zu unseren Themen wie Radwege und Klimaschutz.“ Er wünscht sich, dass sich der bisherige Stil der Vertretung, nämlich ohne feste Mehrheiten, fortsetzt.

Enttäuscht ist SPD-Fraktionschef Dieter Lachnit. Die Sozialdemokraten verlieren 2,59 Prozentpunkte und einen ihrer bisher fünf Sitze. „Das schmerzt“, sagt Lachnit. „Wir haben darunter gelitten, dass kein gutes Klima für die SPD herrscht. Die Grünen hingegen hatten Rückenwind. Es war zudem praktisch kein Wahlkampf möglich. Vielleicht haben wir uns nicht ausreichend profiliert, weil die Fraktionen geräuschlos zusammengearbeitet haben.“ Dass die AfD mit einem Sitz in die Vertretung einzieht, hält Lachnit für „betrüblich“.

In der Gemeinde Künzell konnte sich die CDU behaupten, die Grüne wächst deutlich.

Die FDP verliert 0,68 Prozentpunkte, behauptet aber ihre zwei Sitze. „Wir sind nicht zufrieden, weil wir den dritten Sitz wollten. Aber enttäuscht sind wir auch nicht, denn die Konkurrenz durch Grüne und AfD war stärker als 2016“, sagt FDP-Chef Jürgen Plappert.

Die Freie Liste Künzell mit Bewerberin Leonora Frohnapfel schaffte den Einzug nicht. Die meisten Einzelstimmen bekamen Christof Erb (CDU, 4565 Stimmen), Thomas Grünkorn (CWE, 4424) und Manuel Malkmus (CDU, 4424). In fast allen Ortsteilen lag die CDU vorn. Lediglich in Pilgerzell war die CWE stärkste Liste. Die Grünen waren in Keulos und die SPD in Dirlos besonders stark. FDP und AfD hatten ihre besten Ergebnisse in Künzell-Bachrain. AfD-Vertreter Martin Gräf zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis: „Wir sind davon ausgegangen, dass wir einen Sitz gewinnen.“ (au,vn) (Lesen Sie hier: Bürgermeisterwahlen im Kreis Fulda: Alle Rathauschefs im Amt bestätigt)

Das sind die Gewählten

CDU: Christof Erb, Manuel Malkmus, Eugen Heidelmeier, Rainer Kremer, Rainer Klüber, Christine Zentgraf, Jonas Burkart, Roland Schmitt, Holger Phillipp, Björn Steinacker, Frank Leinweber, Johannes Groß, Paul Kredig, Florian Herber, Lukas Kümmel, Michael Heil, Ulrike Böhm-Werthmüller

CWE: Thomas Grünkorn, Michael Winter, Christoph Auth,Rainer Griff, Tanja Oehlke, Werner Fromkorth, Dieter Wawra

Grüne: Bernd Eckart, Isabelle Schwarze, Wolfgang Zoth, Holle Birgit Redpath, Uwe Rafler, Bernd Ruppel

SPD: Dieter Lachnit, Barbara Herget, Ursula Sommer, Dominik Schell

FDP: Jürgen Plappert, Philipp Kratzer

AfD: Martin Gräf

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