Geht es nach den verfügbaren Trendergebnissen, hat die CDU in Neuhof ihr Ziel, die absolute Mehrheit zu holen, klar verfehlt.
+
Die CDU in Neuhof hat ihr Ziel, die absolute Mehrheit zu holen, erreicht.

Hessenwahl 2021

Kommunalwahl im Kreis Fulda: Das sind die Ergebnisse im Südkreis - CDU siegt in Kalbach, Flieden und Neuhof

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
    schließen
  • Marcus Lotz
    Marcus Lotz
    schließen

Die Kommunalwahl in Hessen ist vorbei. Für den Süden des Landkreises Fulda liegen die vorläufigen Endergebnisse vor. In Kalbach schlägt die Union die SPD knapp. In Flieden gewinnen die Freunde des Königreichs deutlich hinzu, und in Neuhof erringt die CDU die absolute Mehrheit.

Kalbach/Flieden/Neuhof - Nach den Kommunalwahlen in Hessen liegen im Landkreis Fulda erste Ergebnisse vor. Der Wahlkampf war ungewöhnlich wie nie, stand er doch im Zeichen der Corona-Pandemie. In den Südkreisen kann sich die CDU behaupten. (Lesen Sie hier: Kommunalwahl in Fulda: CDU/CWE-Koalition ohne Mehrheit - Grüne zweitstärkste Kraft)

Kommunalwahl in Kalbach: Union schlägt SPD knapp - Bürger für Kalbach gewinnen hinzu

Es gibt einen Sieger bei der Kommunalwahl in der Südgemeinde: die Christdemokraten. Sie schlagen ihre Konkurrentin, die SPD, knapp. Das vorläufige Endergebnis steht fest: Die CDU liegt in der Südgemeinde mit 37,5 Prozent vorne. Das ist mehr, als das Trendergebnis anzeigte (35,01). Damit kann die CDU zwölf Sitze auf sich vereinen. Das sind zwei weniger als bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren. „Wir sind enttäuscht, dass wir Wähler verloren haben“, sagt Spitzenkandidat Florian Kraus. Noch 2016 holte die CDU 44,71 Prozent. „Wir versuchen nun, das beste daraus zu machen. Wir wollen das Vertrauen der Wähler durch gute Arbeit zurückgewinnen.“

In Kalbach gewinnen die Bürger für Kalbach (BfK) hinzu.

Gewählte Kandidaten

CDU: Frank Röhrig, Florian Kraus, Gregor Faust, Wolfgang Möller, Jonathan Strott, Simone Mack, Ramona Mack, Thomas Scheich, Christian Leinweber, Jürgen Auth, Emanuel Werner, Dietmar Alt

SPD: Markus Hackenberg, Daniel Föller, Gerhard Müller, Werner Stey, Peter Manns, Hugo Rensch, Torsten Ickler, Ewald Ickler, Louis Blum, Lars Halbleib, Dietke Manns

BfK: Martin Müller, Tim Staubach, Arnd Rössel, Julian Geiling, Volker Röbig, Markus Junk, Uwe Lingnau, Matthias Schneider

Gefolgt wird die CDU von den Sozialdemokraten mit 35,61 Prozent. Im Trendergebnis waren sie mit nur 28,97 Prozent deutlich schlechter. Entgegen dem Bundestrend büßten sie im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren kaum Stimmen ein (35,04). Sie bleiben damit bei elf Sitzen. Mit dem Ergebnis zeigt sich die SPD zufrieden. Spitzenkandidat Markus Hackenberg sagt: „Die Wähler haben erkannt, dass wir etwas für die Gemeinde getan haben.“

Über Zugewinne freuen sich die Bürger für Kalbach (BfK). Sie holten 26,89 Prozent. Im Trendergebnis hatte sie mit 36,2 Prozent vorne gelegen. Spitzenkandidat Martin Müller ist dennoch zufrieden. „Das war das, was wir uns erhofft haben.“ Zum Vergleich: Im Jahr 2016 waren die Bürger für Kalbach erstmals angetreten und konnten 20,24 Prozent und damit sechs Sitze auf sich vereinen. Nun haben sie zwei Sitze mehr. 

In Sachen Wahlbeteiligung haben die Kalbacher im Vergleich zur vergangenen Wahl im Jahr 2016 ein wenig nachgelassen. Waren es im Jahr 2016 noch 65,63 Prozent, die ihr Kreuzchen setzten, so sind in diesem Jahr lediglich 63,49 Prozent Wahlbeteiligung zu verzeichnen. (Lesen Sie hier: Szenen aus dem Wahllokal in Hattenhof: So lief das Wählen in Corona-Zeiten ab)

Kommunalwahl in Flieden: CDU verpasst absolute Mehrheit hauchdünn

„Die 59 Stimmen, die uns für die absolute Mehrheit gefehlt haben, hätten wir natürlich gerne noch bekommen“, resümierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus Neidert Montagabend. Mit einem Ergebnis von 49,97 Prozent muss sich die CDU von ihrer absoluten Mehrheit verabschieden, die sie 2016 mit 57,6 Prozent erreicht hatte. Besser als das Trendergebnis mit 42,4 Prozent ist das jetzige aber allemal. Ganz unerwartet kam das nicht: „Uns war klar, dass sich mit erstmals fünf Fraktionen etwas ändern wird.“ Für die Verluste macht Neidert auch die jüngsten Skandale in der Bundes-CDU verantwortlich. „Viele Leute können nicht zwischen Bundes- und Kommunalpolitik unterscheiden.“

Wahlgewinner sind die Freunde des Königreichs (FDK): Die Fraktion erzielte 18,38 Prozent der Stimmen – was einem Plus von rund 5,3 Prozentpunkten entspricht. Damit wächst die FDK von drei auf fünf Sitze. „Die Freude ist groß“, äußerte Fraktionsvorsitzender Hendrik Seifert. Ziel sei es vor allem gewesen, die absolute Mehrheit der CDU zu beenden.

Bei der Gemeindewahl in Flieden verpasst die CDU die absolute Mehrheit nur hauchdünn.

Gewählte Kandidaten

CDU: Christian Henkel, Erhard Auth, Stefan Gärtner, Christoph Frings, Klaus Neidert, Harald Klitsch, Philipp Manusch, Martina Krebs, Sarah Wiegand, Bernhard Albinger, Gabriele Nixdorf-Müller, Friedhelm Weß

Grüne: Andrea Lauer, Markus Hofmann

SPD: Horst Vormwald, Carmen Hüttl, Katharina Schrimpf, Tobias Hack, Gerlinde Hartmann

FDK: Peter Klug, Hendrik Seifert, Christian Ackermann, Julia Rodriguez, Christian Hartl

FDP: Klaus Dickmanns

Unverändert bleibt die Lage für die Sozialdemokraten: Sie halten mit 18,09 Prozent weiterhin fünf Sitze. Das freut den Spitzenkandidaten der SPD, Horst Vormwald: „Unsere Befürchtung war, dass wir durch den Zuwachs an Konkurrenten Sitze verlieren könnten. Dass das nicht eingetreten ist zeigt, dass die Bürger unsere sachliche Politik honorieren.“ Im Trend erzielte die SPD lediglich 17,6 Prozent der Stimmen.

Die Grünen schrumpfen hingegen von drei auf zwei Sitze und erzielen 8,86 Prozent der Stimmen. Fraktionschef Markus Hofmann zeigte sich dennoch froh darüber, dass es in Flieden wieder eine Fraktion der Grünen geben wird, obwohl sich die Kandidierenden erst kurz vor Fristende zusammengefunden hatten. Im Trend lag die Partei noch bei 10,2 Prozent. Die FDP war nach einer Pause neu angetreten. Sie erreicht 4,7 Prozent (Trendwahl: 5 Prozent), was einem Sitz in der Gemeindevertretung entspricht. FDP-Kreisvorsitzender Mario Klotzsche: „Damit landen wir zwar am unteren Ende unserer Erwartungen, aber als neue Fraktion muss man sich natürlich auch erst einmal etwas aufbauen.“ (Lesen Sie hier: Oberbürgermeisterwahl in Fulda: Wingenfeld mit 64,7 Prozent im Amt bestätigt - „Sehr, sehr gutes Ergebnis“)

Die Wahlbeteiligung ist in Flieden im Vergleich zur vorangegangenen Kommunalwahl leicht gestiegen: Waren es 2016 noch 60,9 Prozent, registrierten die Wahlhelferinnen und -helfer dieses Mal eine Wahlbeteiligung von 61,77 Prozent.

Kommunalwahl in Neuhof: CDU hält absolute Mehrheit

Trotz Stimmenverlust hat es für die CDU in Neuhof für die absolute Mehrheit gereicht. „Ich bin froh und dankbar für das Ergebnis und danke unseren Wählerinnen und Wählern ganz herzlich für das Vertrauen“, äußert sich Spitzenkandidat Franz Josef Adam zu dem Abschneiden seiner Partei. Erfreulich sei, dass die CDU „trotz unsäglicher Dinge, die sich in der Bundes-CDU abgespielt haben“, stabile Verhältnisse in Neuhof geschaffen habe. Mit 50,41 Prozent ist die CDU in der neuen Gemeindevertretung mit 19 von 37 Sitzen vertreten. Die Partei kann also aufatmen, kam sie doch in der Trendwahl nur auf 41,5 Prozent.

Zweitstärkste Kraft ist weiterhin die Bürgerliste Neuhof (BLN), dies allerdings weit abgeschlagen und mit Verlusten: 2016 hatte die BLN noch 23,56 Prozent geholt, nun ist sie bei 16,59 Prozent (Trendwahl: 19,4 Prozent) gelandet – das entspricht sechs Sitzen. „Das Ergebnis ist für uns enttäuschend, wir haben drei Sitze verloren und das Vertrauen der Bürger wohl nicht erfüllt“, wertet dies Frank Vogel, Fraktionsvorsitzender der BLN.

Trotz Stimmenverlust hat es für die CDU in Neuhof für die absolute Mehrheit gereicht.

Eine Überschneidung mit der Wählerschaft der BLN sieht auch Jens Mierdel, Spitzenkandidat der AfD. Die neu angetretene Fraktion hatte sich 20 Prozent erhofft, dann aber nur 9,84 Prozent geholt. Damit kommt die AfD auf drei Sitze. 13 Prozent sah die Trendwahl für die Partei voraus. „Wir hatten uns ein bisschen mehr erhofft, hatten aber auch Konkurrenz durch die Bürgerliste, die ebenfalls unzufriedene Wähler angezogen hat“, so Mierdel, der auch sagt: „Der Sprung ins Parlament ist immer schwierig.“

Gewählte Kandidaten

CDU: Franz Josef Adam, Michael Vogel, Jürgen Auerbach, Jürgen Jordan, Otto Mahr, Rebecca Kreß, Sebastian Hohmann, Harald Merz, Marco Enders, Thomas Henkel, Mark Seng, Mario Klüh, Reiner Schnell, Tobias Kullmann, Sascha Engel, Marco Lauer, Holger Klüh, Dieter Menigat, Kerstin Reith

Grüne: Josef Benkner, Mara Vogel, Fabian Benkner, Thiemo Schmitt

SPD: Petra Hartung, Detlef Freihube, Julius Vogel, Lothar Will, Achim Grob

AfD: Jens Mierdel, Bernd Klüh, Petra Litke

BLN: Frank Vogel, Helmut Schmitt, Thomas Kunze, Manfred Apel, Marcel Ebert, Elias Hack

Gewachsen sind die Grünen um Fraktionschef Josef Benkner. Das Bündnis erzielte 10,33 Prozent, gehofft hatte Benkner auf „wenigstens 12“. Die Trendwahl sah sie noch bei diesem Ergebnis. Benkner bedaure, dass die Grünen in Neuhof von den guten Ergebnissen der Partei andernorts nicht so stark profitiert hätten, wie erhofft. Zwar wachse die Fraktion um einen Sitz auf insgesamt vier. „2011 hatten wir aber auch schon mal sechs.“

Einen Sitz verloren hat dagegen die SPD. Sie kommt mit 12,83 Prozent (Trendwahl: 14,2 Prozent) auf nur noch fünf Sitze. „Wir müssen noch genau eruieren, wo wir das liegengelassen haben“, meint Fraktionschefin Petra Hartung. Schöner wäre es auch gewesen, wenn die CDU nicht die absolute Mehrheit geholt hätte, so Hartung: „Dann würde nicht immer nur machtpolitisch entschieden werden.“ Die Wahlbeteiligung in Neuhof lag bei 55,86 Prozent.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema