In Bad Salzschlirf verfehlen die Freien Wähler die absolute Mehrheit.
+
In Bad Salzschlirf verfehlen die Freien Wähler die absolute Mehrheit.

FWL gewinnt in Bad Salzschlirf

Kommunalwahl im Kreis Fulda: CDU kann sich im Westen knapp vor die Bürgerlisten setzen

Alle Autoren
    schließen
  • Norman Zellmer
    Norman Zellmer
  • Sarah Malkmus
    Sarah Malkmus
  • Marcus Lotz
    Marcus Lotz

Die Kommunalwahl in Hessen ist vorbei. Im Fuldaer Westen liegen die vorläufgen Endergebnisse vor: In Bad Salzschlirf gibt es gegenüber 2016 kaum Verschiebungen. In Großenlüder kann sich die CDU vor die dortige Bürgerliste setzen. In Hosenfeld fällt das Ergebnis besonders knapp aus.

Bad Salzschlirf/Großenlüder/Hosenfeld - Hessen hat gewählt. Nach den Kommunalwahlen in Hessen liegen im Landkreis Fulda erste Ergebnisse vor. Der Wahlkampf war ungewöhnlich wie nie, stand er doch unter dem Zeichen der Corona-Pandemie. Im Westkreis kann sich die CDU doch noch vor die Bürgerlisten setzen. (Lesen Sie hier: Kommunalwahl in Fulda: CDU/CWE-Koalition ohne Mehrheit - Grüne zweitstärkste Kraft)

Kommunalwahl in Bad Salzschlirf: Fraktionsstärken unverändert - Kaum Verschiebungen gegenüber 2016

Im Kurort Bad Salzschlirf gibt es ein vorläufiges Endergebnis und damit nur wenig Neues: Bei der Wahl zur Gemeindevertretung hat es nur geringe Verschiebungen gegeben. In An den Sitz- und Mehrheitsverhältnissen ändert sich nichts. Wahlgewinnerin ist die Freie Wähler-Liste Bad Salzschlirf (FWL), die jedoch gegenüber 2016 2,2 Prozentpunkte einbüßte und jetzt bei 43,93 Prozent landet. Damit liegt sie knapp unter dem Trendergebnis, was bei 44,1 Prozent lag. Demgegenüber legte die CDU, die auch den Rathauschef stellt, 2,5 Prozentpunkte zu und kommt jetzt auf 39,77 Prozent (Trendwahl: 37,89 Prozent). Mit einem Minus von 0,3 Prozentpunkten (16,31 Prozent) nahezu unverändert blieb die SPD und bestätigte damit ihr Ergebnis aus dem Jahr 2016. Im ersten Trendergebnis sah es mit 18,01 Prozent noch besser aus. Die Wahlbeteiligung sank auf einen historisch niedrigen Wert von 45,6 Prozent. 2016 hatten sich noch 49,27 Prozent der Bad Salzschlirfer dazu entschieden, ihr Kreuzchen zu setzen.

In Bad Salzschlirf gibt es gegenüber der Gemeindewahl 2016 kaum Verschiebungen.

Weil sich die Stimmenanteile wenig änderten, bleibt die Verteilung der Mandate von CDU (6 Sitze), SPD (2 Sitze) und FWL (7 Sitze) – und damit die Mehrheitsverhältnisse in der Bad Salzschlirfer Gemeindevertretung – unverändert.

Der Spitzenkandidat der FWL, Frank Post, der bislang auch Fraktionssprecher ist, zeigte sich „sehr glücklich“, dass seine Wählergruppe die sieben Sitze verteidigen konnte. Dies sei in Anbetracht des historisch guten Ergebnisses von 2016 nicht selbstverständlich gewesen. Der engagierte und themenbezogene Wahlkampf sei bei den Wählern angekommen. Ideen wie eine Gemeindefusion oder zum ÖPNV hätten nicht abgeschreckt. Die Wahlbeteiligung mache ihn traurig. Die Politik müsse dem in den kommenden Jahren begegnen.

Gewählte Kandidaten

CDU: Friedrich Meister, Herbert Post, Jan Henkelmann, Lina Reus, Julia-Isabell Brandenburg, Alexander Kluge

FWL: Frank Post, Dr. David Post, Karl Schüler, Michael Passarge, Daniel Otterbein, Helga Reith, Ute Passarge

SPD: Adelheid Eurich, Wilhelm Krüger

Ähnlich äußerte sich Friedrich Meister, Spitzenkandidat der CDU und bisheriger Vorsitzender der Gemeindevertretung. An der niedrigen Wahlbeteiligung müsse die Politik arbeiten und Bürger stärker einbeziehen. Mit dem Ergebnis der Christdemokraten ist Meister eigenen Angaben zufolge „sehr zufrieden“. Es zeige, dass die Bürger mit der CDU-Politik und deren Beschlüssen in den vergangenen Jahren sowie den Kandidaten und Themen im Wahlkampf einverstanden seien. SPD-Spitzenkandidat und -Fraktionssprecher Siegfried Gedig war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Kommunalwahl in Großenlüder: CDU erreicht trotz Zuwachs keine absolute Mehrheit

In Großenlüder bleiben die Machtverhältnisse unverändert: Die CDU verpasst mit 49,14 Prozent knapp die absolute Mehrheit. Zweitstärkste Kraft bleibt die UBL mit 35,72 Prozent, gefolgt von der SPD mit 15,14 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 58,31  Prozent.

„Wir freuen uns und sind erleichtert“, kommentierte der CDU-Fraktionschef Marco Herbert gestern das Ergebnis. Erleichtert auch deshalb, weil das Trendergebnis am Montagabend mit 38 Prozent hinter dem der UBL lag. Durch die Auszählung der kumulierten und panaschierten Stimmen konnte die CDU dieses Verhältnis noch drehen und behält 15 von 31 Sitzen. Während die Christdemokraten in vielen anderen Kommunen teilweise deutlich an Boden verloren haben, konnte die CDU in Großenlüder ihr Ergebnis der vorangegangenen Wahl sogar noch ausbauen. 2016 hatte die Partei 46,68 Prozent erzielt.

In Großenlüder bleiben die Machtverhältnisse unverändert: Die CDU verpasst mit 49,14 Prozent knapp die absolute Mehrheit.

Zweitstärkste Kraft ist und bleibt derweil die Unabhängige Bürgerliste (UBL), die im Vergleich zu den Kommunalwahlen im Jahr 2016 3,4 Prozentpunkte verliert. Das macht sich auch bei der Anzahl der Mandate bemerkbar: Die UBL schrumpft in der neuen Gemeindevertretung von 12 auf 11 Sitze zusammen. „Unser Ziel, unser Ergebnis aus 2016 zu halten, haben wir nicht ganz erreicht“, bilanzierte der Fraktionsvorsitzende Karl Süss. „Positiv ist, dass keiner die absolute Mehrheit erreicht hat. Somit werden alle Entscheidungen auf Kompromissen aufbauen, zu denen wir gerne bereit sind.“

Gewählte Kandidaten

CDU: Marco Herbert, Thomas Odenwald, Luzia Bickert, Stefan Otterbein, Peter Kömpel, Kristin Marie Reinhardt, Johannes Möller, Thilo Mathes, Norbert Printz, Edgar Möller, Winfried Schlitzer, Ralph Gerk, Norbert Mengel, Tobias Grosch, Herbert Kremer

SPD: Carl Tobias Buus, Günter Schlitzer, Andreas Ruhl, Mechthild Weber-Sakoucky, Stephan Stein

UBL: Jürgen Hübl, Sascha Hasenauer, Kathrina Hosenfeld, Linda König, Thomas Heller, Marius Reinhardt, Sebastian Schaffranek, Karin Bettinger, Regina Sohmen, Christoph Lohfink, Jens Leinweber

Den Sitz, den die UBL verloren hat, gewinnt die SPD hinzu: Die Sozialdemokraten werden in der neuen Gemeindevertretung mit fünf statt vier Sitzen vertreten sein. Im Vergleich zu den Kommunalwahlen im Jahr 2016 konnte die SPD 0,9 Prozentpunkte hinzugewinnen.

Gehofft hatte die SPD während des Wahlkampfes mit einem stärkeren Zuwachs auf sechs bis acht Sitze. „Diese Prognose haben wir nicht ganz erreicht“, stellte SPD-Spitzenkandidat, Günter Schlitzer, im Hinblick auf das Ergebnis von 15,14 Prozent fest. Aber: „Wir sind nicht nur stabil geblieben, sondern haben im Vergleich zu 2016 eine leichte Verbesserung erzielt. Das müssen wir positiv sehen.“ In der Trendwahl lagen die Sozialdemokraten allerdings noch bei 17,4 Prozent.

Lesen Sie hier: Kommunalwahl in Hessen: Grüne in Frankfurt, Kassel, Gießen und Darmstadt vorn - Auszählung gestoppt

Kommunalwahl in Hosenfeld: Nahezu ausgeglichenes Zwei-Parteien-Gefüge

Die Trendergebnisse hatten noch eine Mehrheitsverschiebung in Hosenfeld prognostiziert. Nach Auszählung der restlichen Kreuze steht nun fest: Die CDU hat die absolute Mehrheit gegenüber der FWG behauptet – wenn auch knapp. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,55 Prozent.

Der Abstand zwischen CDU und FWG ist geschmolzen, aber nicht vollkommen verschwunden: Mit 50,05 Prozent der Stimmen landen die Christdemokraten knapp vor der Freien Wählergemeinschaft (FWG), die 49,95 Prozent erreicht hat. Damit kommt die CDU auf 12 von 23 Sitzen, auf die FWG entfallen 11. 2016 war das noch deutlicher: Damals holte die CDU 54,78 Prozent, auf die FWG entfielen 45,22 Prozent. In der Trendwahl kam die FWG auf 58,3 Prozent, die CDU lag bei 41,7 Prozent.

Nach Auszählung der restlichen Kreuze steht nun fest: Die CDU hat die absolute Mehrheit gegenüber der FWG behauptet – wenn auch knapp.

Gewählte Kandidaten

CDU: Thomas Alt, Manuela Münker, Sascha Erb, Thomas Erb, Siegfried Weber, Christoph Schnabel, Horst Gesang, Monika Reuß, Peter Schnabel, Hubert Kasseckert, Michaela Alt, Thomas Faust

FWG: Gangolf Hosenfeld, Thomas Koch, Christine Schad, Marco Bien, Kai Wunderlich, Harald Völlinger, Margitta Gering, Martina Gering, Gerd Scheibelhut, Patrick Wehner, Lukas Bolz

Von einer „Zitterpartie“ spricht Thomas Alt, Fraktionsvorsitzender der CDU. „Am Ende haben wir stark verloren, was wir nicht erwartet hatten, da wir eigentlich gute Politik betrieben haben.“ Alt macht daher die Skandale der Bundes-CDU für das Ergebnis verantwortlich.

„Wir sind stolz darauf, dass wir einen Sitz mehr haben“, äußert sich Thomas Koch, Fraktionsvorsitzender der FWG. „Wir hatten eine sehr aktive Wahlkampftruppe und freuen uns, dass wir zugelegt haben.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema