Im Stadtschloss kommen die Stadtverordneten heute um 18 Uhr zusammen. / Foto: Marieke Heil
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Im Stadtschloss tagt die Stadtverordnetenversammlung. Hier wird um die Mehrheit gekämpft.

Kommunalwahl

Schwarze Hochburg mit kleinen Rissen: In Fulda ist die CDU seit Jahrzehnten mit Abstand stärkste Kraft

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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Hegemoniale Verhältnisse wie zu Dregger-Dyba-Zeiten gibt es heute in Fulda nicht mehr ganz. Gleichwohl ist die CDU weiterhin bestimmende Kraft in der Domstadt. Am 14. März will sie die Mehrheit zurückerobern. Doch auch die anderen Listen wollen ihren Anteil am Kuchen vergrößern. Ein (Rück-)blick auf die Wahlergebnisse der vergangenen Jahre und Jahrzehnte.

Fulda - Fulda wird seit fünf Jahren von einer CDU/CWE-Koalition regiert. Sieben Fraktionen sind in der Stadtverordnetenversammlung vertreten: Die CDU gewann 2016 von insgesamt 59 Sitzen 27 Mandate, die SPD 9 und die Grünen 7. Die FDP, die CWE, die Republikaner und die Linke.Offene Liste errangen alle jeweils vier Sitze.

Zwei Mandatsträger sind in der Stadtverordnetenversammlung mittlerweile fraktionslos: Kay Wehner, ehemals Republikaner, sowie Ute Riebold, die als Grünen-Kandidatin antrat, sich zu Beginn der Wahlperiode aber zunächst der Linksfraktion anschloss. (Lesen Sie hier: Kreistagswahlen in Fulda: So haben die Parteien in den vergangenen Jahrzehnten abgeschnitten)

CDU

Fulda, die schwarze Hochburg: Auch wenn die Union vor fünf Jahren ihre Mehrheit eingebüßt hat, stimmt diese Bezeichnung noch heute. Die CDU ist seit der Nachkriegszeit stärkste Kraft. Ihr bestes Ergebnis erzielte sie 1977 mit 65,4 Prozent der Stimmen. 1985 gab’s einen kleinen Knick, als „nur“ noch knapp die Hälfte der Wahlberechtigten für die schwarze Partei stimmten.

Im Jahr des Mauerfalls 1989 rutschte sie auf 47,9 Prozent, exakt das gleiche Ergebnis gab es vier Jahre später. Fulda wurde damals, analog zum Bund, schwarz-gelb. Die CDU erwählte sich die kleine FDP als Koalitionspartner. 1997 gewann die CDU ihre Mehrheit zurück und „regierte“ dann 19 Jahre alleine – bis zur Schlappe 2016, als die absolute Mehrheit verfehlt wurde und man erneut einen Koalitionspartner brauchte. Bei der Kommunalwahl am 14. März will sie die Mehrheit zurückerobern. (Lesen Sie hier: Kommunalwahl in Fulda: Dafür stehen die Parteien - Thema Innenstadt bestimmt den Wahlkampf)

Wahl zur Stadtverordnetenversammlung in Fulda: Grüne im Aufwind

SPD

Die SPD ist seit jeher die führende Oppositionspartei in Fulda. Ende der 60er, Anfang der 70er und auch nach der Wende knackten die Sozialdemokraten mal die 30er-Marke, aber meist musste sich die SPD mit einem Stimmenanteil zwischen 20 und 27 Prozent begnügen. Seit 2011 ging es jedoch bergab: Damals errang die SPD nur etwas mehr als 18 Prozent und 2016 dann sogar nur noch etwas über 15 Prozent.

Grüne

Bündnis 90/Die Grünen zogen zum ersten Mal 1985 ins Kommunalparlament ein. Wie auch im Bund hatten sie ihren Höhenflug im Jahr 2011, als sie ihr Wahlergebnis mehr als verdoppeln konnten – nachdem sich zwei Wochen zuvor die Nuklearkatastrophe von Fukushima ereignete. Fünf Jahre später büßten die Grünen wieder Stimmen ein, blieben aber drittstärkste Kraft.

FDP

Ab 1989 saßen die Liberalen in der Fuldaer „Regierung“. Damals hatten sie die damalige Sperrklausel mit einem hauchdünnen Polster von einer einzigen Wahlstimme geschafft (insgesamt 5,00 Prozent). Ab 1990 stellten sie sogar mit Josef H. Mayer den Bürgermeister. Danach spielte die FDP ihre Rolle als kleine, aber durchaus wortstarke Oppositionspartei.

CWE

Die Christliche Wähler-Einheit ist seit Ende der 70er Jahre eine feste Kraft in Fulda, nach der Wiedervereinigung holte sie sogar ein zweistelliges Ergebnis. Bei der letzten Wahl erhielt die CWE 6,6 Prozent der Stimmen – und stand parat, als die CDU sich nach einem Koalitionspartner umschaute. Als kleiner Partner blieb die CWE genügsam: Nach dem Posten des Bürgermeisters, wie einst die FDP, strebte sie 2016 nicht.

Video: Wie geht eigentlich Kommunalpolitik

REP

Die Republikaner sind seit 1993 an der Fuldaer Kommunalpolitik beteiligt. Damals erzielten sie mit 9,2 Prozent der Stimmen ihr stärkstes Ergebnis. Später dümpelten sie bei 2 und 1 Prozent. 2016 ging es wieder bergauf. 2018 löste sich der Kreisverband auf, die Stadtverordneten behielten aber ihre Mandate und benannten die Fraktion in „Bürger für Osthessen“ um.

PDS

Eine Wahlperiode lang saß die linksgerichtete PDS, die eigentlich hauptsächlich in den neuen Bundesländern aktiv war, in der Stadtverordnetenversammlung. Nur 1,2 Prozent der Stimmen hatte sie 1997 in Fulda erhalten.

Die Linke.Offene Liste

2006 begann die Geschichte von Die Linke.Offene Liste in Fulda, die damals 2,6 Prozent der Stimmen erhielt. Bei der letzten Wahl konnte sie ihren Anteil steigern – auf 6,2 Prozent. Die Fraktion arbeitete unter dem Namen Die Linke.Offene Liste/Menschen für Fulda. Anfang dieses Jahres benannte sich die Wählergruppierung in Links für Soziale Gerechtigkeit um.

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