Kommunalwahl in Hessen
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Am 14. März 2021 findet in Hessen die Kommunalwahl statt. Das Interesse der Briefwahl ist groß. (Symbolfoto)

Folge der Corona-Pandemie

Kommunalwahl im Kreis Fulda: Die Briefwahl boomt wie nie - Umschläge gehen zur Neige

  • Hanna Wiehe
    vonHanna Wiehe
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Diese Entwicklung sprengt den Rahmen: In der Corona-Pandemie setzen viele Menschen in Osthessen zur Kommunalwahl auf die Möglichkeit der Briefwahl. Das bedeutet für die Gemeinden so einige Herausforderungen.

Fulda - Der Run auf die Briefwahl-Unterlagen bei den Kommunalwahlen 2021 in Hessen ist groß, das zeigt das Beispiel Hünfeld: Dort gingen bei der vergangenen Kommunalwahl 2016 insgesamt 6908 Menschen zur Wahl – 1512 wählten per Brief. In diesem Jahr sind die Zahlen ungleich höher: Stand Sonntag hatten in der Haunestadt 4369 Menschen einen Briefwahl-Antrag gestellt – bei 13.182 Wahlberechtigten.

„Unterstellt man eine ähnliche Wahlbeteiligung wie beim letzten Mal, so hat sich die Zahl der Briefwähler fast verdreifacht. Fast zwei Drittel der Wähler haben ihre Stimme schon per Briefwahl abgegeben“, rechnet Hünfelds Pressesprecher Helmut Käsmann vor. (Lesen Sie hier: Kommunalwahl in Hessen: So bereiten sich die Kommunen auf die Wahl unter Corona-Bedingungen vor)

Kommunalwahl in Fulda: Boom bei Briefwahl - Wähler machen ihre Kreuze zu Hause

Auch in der Gemeinde Petersberg zeigt sich der hohe Anteil der Briefwahl-Anträge: Mehr als 4600 waren es zum Ende vergangener Woche. „Bei 12.898 Wahlberechtigten entspricht das etwa 36 Prozent, die bislang Briefwahl beantragt haben“, berichtet Pressesprecher Sebastian Kircher. Zum Vergleich: „Bei der Kommunalwahl 2016 haben 1626 Personen per Briefwahl abgestimmt. Das entspricht etwa 26,4 Prozent der Wähler und 12,7 Prozent der Wahlberechtigten“, sagt Kircher.

In der Stadt Fulda sind bereits 13.444 Anträge auf Briefwahl gestellt worden. Das sind dreimal so viele wie bei der Wahl vor fünf Jahren.

Auch in Hosenfeld verzeichnet man einen deutlichen Zulauf der Briefwähler: Wie die Gemeinde mitteilt, haben dort bisher mehr als 1100 Personen Briefwahl beantragt. Das entspreche einem Anteil von rund 30 Prozent der Wahlberechtigten. Die Briefwahl-Beteiligung bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren lag bei 9,52 Prozent.

Kommunalwahl: Signifikanter Anstieg bei der Briefwahl - in Tann gingen die Umschläge aus

In Tann, wo bislang mehr als 1200 Anträge eingingen, mussten gar Briefwahl-Umschläge nachbestellt werden, was die Stadt gemeinsam mit dem Ulstertal veranlasste, wie sie berichtet. 1500 Umschläge von jeder Sorte wurden demnach nachgeordert – obwohl man schon mit 1000 Briefwählern gerechnet habe. 3655 Wahlberechtigte leben in derRhön-Stadt.

Briefkästen, die mit Umschlägen zur Briefwahl überquellen – dieses Bild bietet sich in Tann künftig nicht mehr: Der Briefkasten wurde vergrößert und wird alle zwei bis drei Stunden geleert.

Weil die Wähler ihre Briefwahl-Umschläge per Post schicken oder in die Briefkästen der Verwaltungen einwerfen können, stellte das einige Gemeinden vor eine weitere Herausforderung. Wer schon per Briefwahl gewählt hat, der weiß: Es sind große Stimmzettel auszufüllen, die in große Umschläge gesteckt werden, die wiederum in einem noch größeren Umschlag Platz finden. So manchen Gemeinde-Briefkasten brachte das an seine Grenzen. (Lesen Sie hier: Kumulieren, Panaschieren, Listenkreuz: Wie man bei der Kommunalwahl in Hessen den Durchblick behält)

Kommunalwahl in Fulda: Gemeinden müssen ihre Briefkästen mehrmals am Tag leeren

In Tann war das zum Beispiel so, doch die Stadt griff rasch ein, wie sie schreibt: Mehrmals am Tag werde der Briefkasten nun geleert – sogar am Wochenende im Zwei- bis Drei-Stunden-Takt. Und noch eine weitere Maßnahme hat die Stadt ergriffen, wie sie mitteilt: Eine ortsansässige Firma baute den Briefkasten kurzfristig so um, dass die großformatigen Briefumschläge nun besser hineinpassen – und auch eine größere Menge Umschläge eingeworfen werden kann.

Im Video: Wie geht eigentlich Kommunalpolitik?

Auch in Dipperz werden die Briefkästen mehrmals am Tag und auch am Wochenende von Mitarbeitern der Verwaltung geleert, heißt es vonseiten der Gemeinde. Auch hier wird deutlich: In Pandemie-Zeiten machen die Wähler ihre Kreuze lieber von zu Hause aus. Schon 1000 Menschen haben in Dipperz per Brief gewählt – etwa 35 Prozent der Wahlberechtigten.

Auch in anderen hessischen Städten ist die Nachfrage nach der Briefwahl groß. In Frankfurt wurden bereits viermal mehr Briefwahlunterlagen ausgegeben*, als bei der Kommunalwahl 2016. Das berichtet die Frankfurter Rundschau. *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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