Der Uniplatz in Fuldas Innenstadt.
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Nach der Kommunalwahl in Hessen am 14. März wird es um die Frage gehen, wie es mit Fuldas City nach dem Corona-Lockdown weiter geht.

Kommunalwahl in Fulda

Markthalle, Stadtstrand und Kultur: Mit diesen Ideen wollen die Parteien die Innenstadt stärken

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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Die Entwicklung der Fuldaer Innenstadt ist eines der größten Themen im Wahlkampf. Die Parteien haben für die Gestaltung unterschiedliche Ansätze.

Fulda - Bei der Kommunalwahl in Hessen am 14. März werden wichtige Weichen gestellt – und dabei geht es nicht nur um die Frage, wer einen Sitz in der Bürgervertretung erhält, sondern auch um das unmittelbare Umfeld: Wie geht es nach dem Corona-Lockdown in Fuldas City weiter? Was muss getan werden, damit die Innenstadt eine lebendige Zukunft hat? (Lesen Sie hier: Von der Uniklinik bis zur Gemeindeschwester: So wollen die Fraktionen die ärztliche Versorgung in der Region sichern)

Vor der Kommunalwahl in Hessen: Diese Ideen hat die CDU in Fulda für eine moderne Innenstadt

Möglichst schnell Frequenz in die Innenstadt in Fulda zu bringen, ist der Wunsch von Patricia Fehrmann, Fraktionsvorsitzende der CDU. Das könne bereits jetzt mit der Eröffnung von Corona-Testzentren in zentraler Lage gelingen: Die Getesteten könnten danach einkaufen oder in ein Café einkehren. Auch geimpfte Menschen sollten Handel und Gastronomie aufsuchen können. Darüber hinaus sei es wichtig, Veranstaltungen anzubieten, um die Innenstadt zu beleben. Leerstände müssten „klug befüllt“ werden.

Im Falle der Kaufhof-Immobilie könne sie sich einen „vernünftigen Mix aus Wohnen, Handel und Gastronomie“ vorstellen. Das klassische Kaufhaus habe sich überlebt, glaubt Fehrmann. Dem stationären Handel empfiehlt sie, verstärkt auf Regionalität zu setzen. Auch das Thema Nachhaltigkeit werde immer wichtiger. Pop-Up-Läden könnten jungen Unternehmen helfen, sich zu etablieren. Fehrmann ist optimistisch: „Fulda ist eine sehr attraktive Stadt. Das haben wir schon in der Vergangenheit bewiesen.“

Großveranstaltung und Markthalle: So möchte die CWE die Fuldaer Innenstadt beleben

Viele Ideen hat auch die CWE. Die Aufenthaltsqualität sei in den vergangenen Jahren gestiegen, sagt Vorsitzender Martin Jahn. Aber es gebe noch Potenzial. Jahn spricht von Großveranstaltungen auf dem Domplatz, Kunstmeilen, der Neuausrichtung des Vonderau-Museums in Fulda und einer Markthalle mit einem Mix aus Wochenmarkt, Kleinkunst und Gastronomie. „So kann es gelingen, Menschen zum Verweilen zu bringen, damit sie auch mal über Nacht bleiben.“

Eine moderne Mischung stellt sich Jahn auch für den Handel in Fulda vor: „Wir brauchen nicht nur Apotheken und Handyläden, sondern einen ,Bringer‘: etwas neues Frisches.“ Jahn sagt weiter: „Wir dürfen das Auto nicht verteufeln.“ Die Innenstadt müsse sowohl mit dem Auto als auch per Rad, Zug und Bus erreichbar sein. Die Geschäfte müssten nun schnellstmöglich geöffnet werden: „Es geht um Existenzen.“ Als Wohn-City sehe er die Innenstadt eher nicht, für die Nutzung des Kaufhofs bringt Jahn einen Ideenwettbewerb ins Spiel.

„Corona hat die Krise verschärft“ - Das sagt die SPD zur Gestaltung der Fuldaer Innenstadt

Der Veränderungsprozess habe bereits vor der Corona-Pandemie begonnen, glaubt der SPD-Stadtverband. „Corona hat die Krise nur verschärft“, sagt der Vorsitzende Hans-Joachim Tritschler. Die SPD fordert einen Stadtplanungsausschuss, der von einem Städtebaubeirat unterstützt wird, in den Städteplaner und Architekten eingebunden werden. Auch eine „Werkstatt Innenstadt“ will die SPD, in der Bürger, Kulturschaffende, Händler und Gastronomen Ideen entwickeln.

Für eine Markthalle böte sich in Fulda die Fläche hinter dem Kaufhof-Gebäude an, die bisher für Anlieferungen genutzt wurde. Für das Kaufhaus wünscht sich Tritschler eine Mischung aus Wohnen, Handel und Gewerbe. Außerdem verfolgt die SPD die Idee von Pop-Up-Stores für Start-Ups, für die die Stadt zunächst die Miete finanziert. Außerdem will die SPD Kulturschaffenden und Vereinen die Möglichkeit geben, sich in der Innenstadt zu präsentieren.

Kultur im Fokus - Das wünscht sich die Fraktionsvorsitzende der Grünen für die Fuldaer Innenstadt

Wohnen, Handel, Freizeit, Kultur und Arbeit müssten zusammen gedacht werden, findet Silvia Brünnel, Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen. Spielplätze, Kitas, Manufakturen, Grünflächen, Wohnprojekte und soziokulturelle Zentren sollten gleichberechtigt neben Handel, Gastronomie, Hotellerie und Büros etabliert werden. Sie wünscht sich etwa Räume für Kreativität und Kunst, attraktive Gastronomie, mehr Barrierefreiheit und ein verbessertes ÖPNV-Angebot. Kultur spiele eine wichtige Rolle, dazu gehöre nicht nur der Musical-Sommer in Fulda, sondern auch das Engagement von Kunstvereinen und Kulturinitiativen.

Zudem regt Brünnel eine von der Stadt Fulda unterstützte Internet-Plattform für Handel, Gastronomie und Kultur an. So könne ein digitaler Marktplatz etabliert werden. Sie sei überzeugt, dass die Menschen die regionale Wirtschaft durch Online-Shopping unterstützen würden. Daneben bedürfe es gemeinsamer Bemühungen von Stadt und Kreis für ein Tourismuskonzept. Stadtentwicklung bedeute aber auch, ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu gewährleisten.

Vor der Kommunalwahl in Hessen: FDP bringt Stadtstrand für Fulda ins Gespräch

Michael Grosch, Fraktionsvorsitzender der FDP, bringt einen Stadtstrand für Fulda ins Gespräch: „Wir sollten die Fulda mehr in das Leben integrieren.“ Ihm schwebt dafür die Grünfläche an der Langebrückenstraße vor. Wichtig sei auch, dass die Innenstadt mit dem Auto erreichbar bleibe – und ebenso, dass es genügend sichere Fahrradabstellplätze gebe. Zudem wünscht sich Grosch mehr Sitzgelegenheiten sowie Plätze, auf denen man gerne verweilt: „Das hält die Leute länger in der Stadt, und sie konsumieren dann mehr.“

Er wolle eine Innenstadt, die mehr als ein Einkaufserlebnis bietet. „Schuhe sind im Internet schnell geklickt. Aber wenn man beim Einkaufen einen Kaffee trinken kann, ist das etwas ganz anderes.“ Zur Kaufhof-Immobilie erklärt Grosch: „Es muss jemand kommen, der eine Idee hat. Wir können uns viel vorstellen. Aber wir wollen nichts forcieren.“ Zudem will die FDP einen Mix aus Handel, Büros und Wohnen. Auch für Kultur sollten Flächen geschaffen werden.

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