Kommunalwahl in der Rhön: In Dipperz verliert die CDU 13 Prozent, das neue Bündnis für Gersfeld wird stärkste Kraft.
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Kommunalwahl in der Rhön: In Dipperz verliert die CDU 13 Prozent, das neue Bündnis für Gersfeld wird stärkste Kraft.

Hessenwahl 2021

Kommunalwahl in der Rhön: Endergebnisse liegen vor - CDU in Hofbieber und Ebersburg stärkste Kraft

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Kommunalwahl in der Rhön: Die Endergebnisse liegen vor. In Dipperz verliert die CDU 13 Prozentpunkte, das neue Bündnis für Gersfeld wird in der Rhönstadt stärkste Kraft. Während die CDU in Hofbieber 20 von 31 Sitzen holte, sind die SPD und die AfD dort neu in der Gemeindevertretung.

Rhön - Nach der Kommunalwahl in Hessen am Sonntag wird weiter fleißig ausgezählt. Für die Stadtverordnetenversammlungen und Gemeindevertretungen in der Rhön liegen die Endergebnisse vor.

Kommunalwahl in Dipperz: FDP holt gut 15 Prozent

Der Trend in Dipperz hat sich im Großen und Ganzen bestätigt: Die CDU verliert in Dipperz mehr als 13 Prozentpunkte, die Bürgerliste wird in der neuen Legislaturperiode mit sieben Sitzen stärkste Kraft. Gewinner ist die FDP. 

15,03 Prozent sind für die FDP und ihren Spitzenkandidaten Daniel Siewert bei der Premiere ein sehr gutes Ergebnis. Vermutlich haben sich viele CDU-Wähler für die FDP entschieden. Weniger stark profitierten die Freien Demokraten von den Wählern der Bürgerliste. Sie schaffte fast das Ergebnis der letzten Kommunalwahl und stellt zum ersten Mal in der Geschichte der Gemeinde Dipperz die stärkste Fraktion mit sieben Sitzen.

Die CDU verliert in Dipperz mehr als 13 Prozent, die Bürgerliste wird in der neuen Legislaturperiode mit sieben Sitzen stärkste Kraft. Gewinner ist die FDP.

Interessant sind die persönlichen Ergebnisse der Kandidaten. Ganz vorne landete mit 1305 Stimmen Franz Seidel (Bürgerliste). Er schaffte durch das Kumulieren den Sprung an die Spitze. Dahinter folgt Dirk Müglich (1270). Federn lassen musste die CDU. Schon bei den vergangenen Kommunalwahlen verloren die Christdemokraten jedes Mal Stimmen, behaupteten aber vor fünf Jahren gerade noch die absolute Mehrheit mit 51,5 Prozent. Vor allem in den beiden Dipperzer Wahlbezirken schnitt die CDU mit 36 beziehungsweise 27 Prozent schlecht ab. Genau dort punktete die Bürgerliste mit 59 und 50 Prozent der Stimmen. Die FDP-Hochburg ist der Ortsteil Armenhof. Dort holten die Freien Demokraten 31 Prozent der Stimmen. (Lesen Sie hier: Bürgermeisterwahlen im Kreis Fulda: Alle Rathauschefs im Amt bestätigt)

Das sind die Gewählten in Dipperz

Bürgerliste: Franz Seidel, Dirk Müglich, Timo Zengerle, Klaus Mader, Christoph Schäfer, Beate Leinberger-Diegelmann, Winfried Heumüller.

CDU: Sebastian Heitz, Daniel Mans, Kerstin Nagel, Luisa Nagel, Dirk Sauer, Christoph Gaßmann.

FDP: Daniel Siewert, Thomas Bohl.

Kommunalwahl in Hilders: „Hilders aktiv“ holt auf Anhieb knapp 8 Prozent - CDU und CWE verlieren

Die Gruppierung „Hilders aktiv“ schaffte es, beim ersten Anlauf 7,95 Prozent der Stimmen in Hilders zu erringen und stellt damit zwei Abgeordnete in der neuen Gemeindevertretung.

Spitzenkandidat Sven Herrmann hatte vor der Wahl als Ziel „zwischen 5 und 10 Prozent“ der Stimmen angegeben. Dies schaffte „Hilders aktiv“. Obwohl der Name Hilders in der Listenbezeichnung steht, holte die neue Gruppierung in Simmershausen mit 23,6 Prozent die meisten Stimmen. Vermutlich sammelte die neue Liste Stimmen von Bürgern, die ansonsten mehrheitlich die CDU gewählt hätten.

Die CDU verlor stark und rutschte von 47,8 auf 41,85 Prozent der Stimmen und erzielte das schwächste Ergebnis bei einer Kommunalwahl seit der Gebietsreform. Immerhin bleibt die CDU mit neun Sitzen stärkste Fraktion in der neuen Vertretung.

Auch die CWE musste Federn lassen, wenngleich sie nur knapp zwei Prozent verloren hat im Vergleich zum Urnengang vor fünf Jahren. Die Christliche Wähler-Einheit stellt künftig acht Abgeordnete. Die Offene Bürgerliste Hilders (OBH) hält in etwa das Ergebnis von der letzten Kommunalwahl. Sie stellt wieder vier Abgeordnete.

Die Gruppierung „Hilders aktiv“ schaffte es, beim ersten Anlauf 7,95 Prozent der Stimmen in Hilders zu erringen.

Interessant wird die Frage sein, wie sich „Hilders aktiv“ in der Gemeindevertretung bei Abstimmungen verhält. Bislang waren sich OBH und CWE in vielen, wenn auch nicht in allen Punkten einig und konnten ihre Vorstellungen durchsetzen. Auch in der neuen Legislaturperiode würden CWE und OBH zusammen mit ihren zwölf Sitzen eine knappe Mehrheit stellen.

Das sind die Gewählten in Hilders

CDU: Armin Fromm, Lars Rippstein, Karl Herrmann, Peter Kling, Günter Stehling, Anja Trapp, Martin Klüber, Alexander Trapp, Monika Henkel

CWE: Volker Seuberling, Franz-Otto Vey, Berthold Gilbert, Silke Faulstich, Kirsten Dittrich, Ottmar Seng, Karsten Keßler, Marius Schulz

OBH: Christian Guiducci, Paloma Günkel-Laudenbach, Antonia Wiewecke, Hartmut Jenisch

HA: Sven Herrmann, Stefan Vey

Kommunalwahl in Hofbieber: CDU in Hofbieber stark, FDP verdoppelt ihr Ergebnis, CWE verliert deutlich

Während die CDU in vielen Kommunen verliert, freuen sich die Christdemokraten in Hofbieber über einen Zuwachs an Stimmen auf sehr hohem Niveau. Sie gewinnen 64,26 Prozent der Stimmen und stellen damit die absolute Mehrheit.

Dieser Erfolg ist umso höher einzuschätzen, weil bei der Kommunalwahl zwei Parteien angetreten sind, die bei der letzten Wahl noch nicht auf den Stimmzettel gestanden haben: die SPD und die AfD. Mit diesem Erfolg hatten selbst CDU-Mitglieder nicht gerechnet. Der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes, Rüdiger Ratz, nennt dafür Gründe: Die neue Kultur des politischen Miteinanders in der Gemeindevertretung und die Umsetzung wichtiger Themen wie die Schaffung von Wohnraum mit neuen Baugebieten, die Sanierung des Freibades, der Hochwasserschutz, die Digitalisierung und auch der Klimaschutz sei von den Wählern honoriert worden. Die Bürger hätten das Gefühl, dass es in Hofbieber vorangeht.

Während die CDU in vielen Kommunen verliert, freuen sich die Christdemokraten in Hofbieber über einen Zuwachs an Stimmen auf sehr hohem Niveau.

Zufrieden mit dem Ergebnis ist auch FDP-Vorsitzender Jörg Clar. Er freut sich über nun drei Abgeordnete und die Möglichkeit, in den Ausschüssen mitzuarbeiten. Clar gibt als politisches Ziel die Abschaffung der Straßenbeiträge und den Widerstand gegen die geplante Stromtrasse „Fulda-Main-Leitung“ an. Hochburgen der CDU sind Hofbieber, wo sie 67,66 Prozent der Stimmen holten, sowie Wiesen und Schwarzbach mit mehr als 63 Prozent. Unterdurchschnittlich schnitten die Christdemokraten in Elters ab. Dort wiederum punktete traditionell die CWE mit 39,8 Prozent; und auch in Kleinsassen holte die CWE mehr als 34 Prozent der Stimmen.

Die FDP schnitt in Traisbach und Wiesen gut ab – dort, wo viele der FDP-Vertreter wohnen. In den beiden Ortsteilen lagen die Freien Demokraten über der 20-Prozent-Marke. Die SPD punktete in Langenbieber und Hofbieber und die AfD holte die meisten Stimmen in Niederbieber (9,05 Prozent). Mit Abstand die meisten Stimmen durch das Kumulieren und Panaschieren bekam Frank Romstadt (CDU) mit 3161, gefolgt von Wolfgang Reith und Martin Herbst. Die meisten Stimmen bei der CWE konnte Raphael Herr auf sich vereinen.

Das sind die Gewählten in Hofbieber

CDU: Frank Romstadt, Wolfgang Reith, Martin Herbst, Elmar Fleck, Philipp Sondergeld, Sebastian Müller, Oliver Leitsch, Axel Plappert, Florian Wehner, Daniel Müglich, Oliver Quanz, Marco Schüler, Christian Hartmann, Regina Goldbach, Karina Möller, Thomas Diegelmann, Patrica Nensel, Christoph Bellinger, Adrian Krieger, Matthias Will

CWE: Bernd Wiegand, Sabine Bauer, Raphael Herr, Klaus Huder, Walter Hohmann

FDP: Jörg Clar, Lisa-Marie Clar, Klaus Gaßmann

SPD: Heribert Werner, Justin Hoyer

AfD: Marco Haber

Kommunalwahl in Ehrenberg: Bürgerliste bleibt mit 53,36 Prozent stärkste Kraft

Die Bürgerliste Ehrenberg (BLE) bleibt stärkste Kraft in Ehrenberg und hat die absolute Mehrheit errungen. Die Gruppierung, die seit vielen Jahren die stärkste politische Kraft in dem Rhönort stellt, wird in der kommenden Legislaturperiode acht Frauen und Männer in der neuen Gemeindevertretung stellen und hat damit einen Sitz hinzugewonnen.

Dieser eine Sitz geht zulasten der CDU, die leicht verloren hat. Die Christdemokraten rutschten von 31,4 auf 29,09 Prozent der Stimmen und belegen damit den negativen CDU-Trend im Landkreis. Die SPD, die beim Trendergebnis noch schlecht abgeschnitten hat, kommt auf 17,55 Prozent der Stimmen, verliert zwar 1,3 Prozent, wird aber in der Gemeindevertretung wieder drei Sitze einnehmen.

Die Bürgerliste Ehrenberg (BLE) bleibt stärkste Kraft in Ehrenberg und hat die absolute Mehrheit errungen.

Die Bürgerliste holte in allen Ortsteilen mit Ausnahme von Reulbach mehr als 50 Prozent der Stimmen, in Seiferts sogar fast 60 Prozent. In Reulbach kam die Liste auf nur 43,7 Prozent der Stimmen. Dafür holte die CDU in Reulbach mit 38,3 Prozent das beste Ergebnis. Auch die SPD schnitt in Reulbach am stärksten ab.

Das sind die Gewählten in Ehrenberg

Bürgerliste: Daniel Keidel, Stefan Weismüller, Andreas Schuldt, Yvonne Zentgraf, Roland Hohmann, Otto Naderer, Simon Hohmann, Reinhold Faulstich.

CDU: Oliver Heinbuch, Dagmar Müller-Weckbach, Thorsten Breunig, Moritz Weckbach.

SPD: Petra Menz , Manuel Menz, Michael Faulstich. 

Kommunalwahl in Ebersburg: CDU bleibt Mehrheitspartei - FWG gewinnt einen Sitz hinzu

Weil die Republikaner nicht mehr angetreten sind, können alle Fraktionen in Ebersburg prozentuale Gewinne einfahren. CDU, SPD und FWG beweisen Kontinuität. In vielen Kommunen haben die Christdemokraten Federn gelassen – nicht so in Ebersburg. Bei der Wahl 2016 hatten sie ein Minus von zehn Prozentpunkten zu verkraften, dieses Jahr konnte die Partei ihr Ergebnis halten. Mit einem Plus von einem knappen Prozentpunkt liegt die CDU bei 55,46 Prozent. Am stärksten hat sie mit 63,32 Prozent im Ortsteil Thalau abgeschnitten. Die Partei, die auch die politische Heimat der langjährigen Bürgermeisterin Brigitte Kram ist, verteidigt ihre absolute Mehrheit in der Gemeindevertretung und hält weitere fünf Jahre 13 der 23 Sitze in dem Gremium.

Auch die Ebersburger Sozialdemokraten beweisen Kontinuität. Dank eines Zugewinns von 1,6 Prozentpunkten kratzen sie bei der diesjährigen Wahl an der 20-Prozent-Marke und verteidigen ihre vier Sitze im Gemeindeparlament, was sie auch vorab als Ziel genannt haben. Besonders viele Anhänger haben sie offenbar in Schmalnau, wo sie mit 42,15 Prozent ihr mit Abstand bestes Ergebnis eingefahren haben.

Nach der Kommunalwahl bleit die CDU in der Gemeinde Ebersburg Mehrheitspartei. Die FWG gewinnt einen Sitz hinzu.

Auch die FWG kann sich über einen Stimmengewinn freuen. Weil die Republikaner nicht mehr antreten, wurde ein Sitz frei. Dieser fällt den Freien Wählern zu, die statt mit bislang fünf nun mit sechs Vertretern im Gemeindeparlament sitzen. Sie haben 1,6 Prozentpunkte hinzugewonnen und insgesamt 25 Prozent eingefahren. Ihr bestes Ergebnis holte die FWG in Weyhers mit 31,87 Prozent. Auch wenn die CDU eine Vormachtstellung hat: Die Zusammenarbeit der Fraktionen in Ebersburg war zuletzt konstruktiv, die Abstimmungen meist einstimmig.

Das sind die Gewählten in Ebersburg

CDU: Meike Hornfeck, Lukas Böhm, Christoph Weichlein, Thomas Leitschuh, Thorsten Link, Milena Koch, Bastian Zellmer, Benjamin Reinhart, Michael Storch, Steffi Fladung, Sturmius Feuerstein, Daniel Sitzmann, Luzian Hamm

SPD: Dr. Hans Unbehauen, Markus Ulrich, Daniel Kreis, Volker Reinhold

FWG: René Bolz, Norbert Jehn, Anna Maria Alsheimer, Siegfried Baier, Engelbert Günther, Daniel Kreß

Kommunalwahl in Gersfeld: BfG auf Anhieb stärkste Fraktion

Das neue Bündnis ist mit 37,44 Prozent klarer Wahlsieger in Gersfeld. Die neue Gruppierung wird auf Anhieb stärkste Fraktion, womit in dieser Deutlichkeit wohl kaum jemand gerechnet hat. 

„Ich bin begeistert und freue mich total“, sagt Dr. Tanja Weber. Sie, die aktuell noch der SPD-Fraktion angehört, und Uwe Glück, aktueller Fraktionsvorsitzender der BürgerWähler-Gemeinschaft (BWG), bilden die Doppelspitze des neuen Bündnis für Gersfeld (BfG). In diesem verschmelzen BWG, FDP und Grüne. Interessant ist: Zusammengerechnet haben diese drei Fraktionen elf Sitze in der Stadtverordnetenversammlung inne. Dass sie als neues Bündnis elf Sitze erreichen und damit stärkste Fraktion werden, damit hat Tanja Weber dennoch nicht gerechnet.

Die CDU blickt etwas missmutig auf ihr Wahlergebnis von 31,55 Prozent. „Wir haben unsere zehn Sitze zwar verteidigt. Aber unser Ziel, stärkste Fraktion zu werden, haben wir verfehlt“, erklärt Fraktionsvorsitzender Rainer Goldbach. „Dass es eng wird, war klar.“ Aber dass das neue Bündnis so gut abschneidet und sechs Prozent mehr erreicht als die Christdemokraten, das habe man so nicht erwartet. „Das wurmt schon.“

Das neue Bündnis für Gersfeld (BfG) ist mit 37,44 Prozent überraschender Wahlsieger in Gersfeld.

Während die CDU in der zu Ende gehenden Wahlperiode anfangs mit der SPD kooperiert hat, könne sich Goldbach das nun noch eher mit dem BfG vorstellen: „Wir kommen mit der Doppelspitze gut klar.“

Die SPD ist unterdessen mit ihrem Ergebnis von 31 Prozent in der Rhönstadt zufrieden. Vorsitzender Michael Gutermuth sagt: „Wir haben keinen Bürgermeisterbonus, und durch die SPD im Bund haben wir derzeit keinen Rückenwind. Wir hatten eher schwierige Rahmenbedingungen.“ Deshalb freue man sich über die zehn Sitze, auch wenn man sich einen mehr gewünscht hätte. Er erklärt: „Wir sind grundsätzlich offen für eine Zusammenarbeit mit allen Fraktionen.“

Das sind die Gewählten in Gersfeld

CDU: Thomas Schneck, Waldemar Niebling, Konstantin Neumann, Christian Frohnapfel, Martin Gutermuth, Ralf Magerhans, Jürgen Melchers, Kornelia Klinkert, Rainer Goldbach und Steffen Heun

SPD: Michael Gutermuth, Susanne Rahm, Klaus Keidel, Rolf Banik, Julian Kreiß, Rieke Trittin, Ralf Zinn, Helmut Müller, Susanne Kolbe und Ilse Gutmann-Friedel

BfG: Uwe Glück, Dr. Tanja Weber, Siegbert Simon, Mark Rehm, Nina Baier, Andrea Hintzmann, Peter Vey, Klaus Grösch, Markus Stumpf, Udo Weinig und Andreas Müller

Kommunalwahl in Poppenhausen: Freie Wähler mit sensationellem Wahlerfolg

Eine neue Gruppierung, die auf Anhieb fast 40 Prozent erreicht – das ist selten. Das hätten die neu gegründeten Freien Wähler in Poppenhausen, die erstmals mit einer Wahlliste angetreten sind, selbst nicht erwartet. „Es ist für uns eine sehr positive Überraschung“, sagt Vorsitzender Andreas Bub. „Wir haben offensichtlich die richtigen Themen und den richtigen Stil getroffen.“ Das Ergebnis spiegele die Unterstützung aus der Gemeinde wider, „die wir von Anfang an gespürt haben“, so Bub. Die Freien Wähler haben künftig sechs Mandate in der Gemeindevertretung – „das hat unsere Erwartungen übertroffen“, erklärt der Spitzenkandidat.

Dass die CWE dadurch so einbüßt, hätte er nicht erwartet. „Hätten sie mehr erreicht und wir etwas weniger, wäre das auch in Ordnung gewesen.“ Zum „sehr deutlichen Verlust“ bei der CDU sagt er, das sei „erstaunlich“ und „bemerkenswert“. Eine Zusammenarbeit könne sich der Vorsitzende mit beiden Fraktionen vorstellen: „Wir sind da sehr offen und müssen aber auf die Themen schauen. Wir setzen auf Bürger- und nicht auf Partei-Interessen“, erklärt er und hofft, dass die anderen die Freien Wähler als „positive Bereicherung“ wahrnehmen.

Bei der CDU herrschte am Montagabend indes trübe Stimmung. „Wir sind natürlich nicht begeistert. Das hätten wir uns anders erhofft“, erklärt Vorsitzender Michael Sapper. Seine Partei, die auch die politische Heimat von Bürgermeister Manfred Helfrich ist, muss einen Sturzflug von 14 Prozentpunkten und den Verlust der absoluten Mehrheit in der Gemeindevertretung verkraften. Mit 45 Prozent erhält die CDU sieben Sitze, und liegt nur hauchdünn vor den Freien Wählern, die sechs Sitze haben.

Sapper sagt: „Wir haben gespürt, dass der Wunsch, dass sich etwas ändert in der Gemeinde, stark ist – aber so stark. Das hätten wir nicht erwartet.“ Bei den Freien Wählern habe offenbar der „Reiz des Neuen“ bei vielen den Impuls gegeben.

Die neu gründeten Freien Wähler haben in Poppenhausen auf Anhieb fast 40 Prozent erreicht.

Zu den Gründen für das schlechte Abschneiden der Poppenhausener Christdemokraten sagt er, dass die Bundesthemen aus seiner Sicht keine Rolle gespielt haben. „Sachpolitisch haben wir vieles richtig gemacht. Wir haben es aber anscheinend nicht geschafft, es zu transportieren.“ Sapper bilanziert: „Wir müssen uns jetzt sortieren und überlegen, wie es weitergeht. Wir werden sicher mit dem ein oder anderen Gespräche führen. Aber mit wem eine Kooperation angestrebt wird, da ist es noch zu früh, sich festzulegen.“ Eines sei sicher: Die Zusammenarbeit in der Gemeindevertretung wird „gänzlich anders sein mit einem neuen, mächtigen Spieler“.

Auch die CWE ist Verliererin dieser Wahl. Bislang gab es nur CDU und CWE in der Gemeindepolitik. Die Christliche Wähler-Einheit hat 2016 40 Prozent geholt – jetzt rutscht die Gruppierung auf 15 Prozent ab. „Das tut weh“, sagt Vorsitzender Jürgen Schleicher. Dass seine Fraktion einbüßen wird, habe er geahnt. Er erklärt, man habe keine so schlechte Lage: „Wir können künftig das Zünglein an der Waage sein.“ Wenn die CWE mit der CDU abstimmt, hätten sie gemeinsam die Mehrheit. Selbiges gilt bei gemeinsamer Abstimmung mit den Freien Wählern. Schleicher ist gespannt auf die neue Wahlperiode. „Das wird auch für den Bürgermeister eine total neue Situation.“

Das sind die Gewählten in Poppenhausen

CDU: Michael Sapper, Frank Unger, Raphael Mehler, Klaus Bleuel, Matthias Müller, Ina Schmitt, Uwe Schleicher

CWE: Jürgen Schleicher, Irmtraud Becker

Freie Wähler: Andreas Bub, Tobias Niebling, Elisabeth Mihm, Alexandra Ballweg, Manfred Mihm, Valentin Rehnert

Kommunalwahl in Tann: FDP holt 27,7 - CDU bleibt stärkste Fraktion

Der Trend vom Sonntagabend hat sich in Tann bestätigt: Die FDP darf sich als große Gewinnerin der diesjährigen Kommunalwahl sehen. Vom Rückzug der UWG profitierten die Liberalen am meisten und legten im Vergleich zu 2016 15,5 Prozentpunkte zu. Doch auch die CDU und die SPD sind Nutznießer und gewinnen je rund drei Prozentpunkte hinzu – die CDU erringt insgesamt 41,06 Prozent, die SPD 31,24. Dass die FDP von 12,15 Prozent im Jahr 2016 auf 27,7 Prozent springt, hatten wohl die wenigsten erwartet. Offenbar haben sich viele ehemalige UWG-Wähler (21,9 Prozent 2016) für die Liberalen entschieden und setzten ihr Kreuz lieber bei der bis dahin schwächsten Partei in der Stadtverordnetenversammlung. Die Wähler bescherten der FDP das mit Abstand beste Ergebnis der vergangenen 30 Jahre. Am meisten Zuspruch bekam die Partei in Neuswarts (58,68 Prozent).

Bei der Kommunalwahl in Tann holte die FDP 27,7 Prozent. Die CDU bleibt dennoch stärkste Kraft.

Da sich ab der kommenden Wahlperiode in Tann die Anzahl der Sitze in der Stadtverordnetenversammlung von 23 auf nunmehr 17 Sitze reduziert, ergibt sich für die Rhönstadt folgende Verteilung: Der CDU stehen als stärkster Kraft sieben Sitze (bislang neun) zu. Die Christdemokraten haben in Lahrbach am besten abgeschnitten (73,19 Prozent). Die SPD erhält fünf Mandate (bislang sieben). Das beste Ergebnis der SPD war im Kernort mit 35,92 Prozent. Die FDP, die zuletzt drei Sitze besetzte, kann nun ebenfalls fünf Kandidaten in die Stadtverordnetenversammlung schicken – die Liberalen ziehen so mit den Sozialdemokraten gleich.

Mit dieser Sitzverteilung hat in dem Gremium keine der drei Parteien die absolute Mehrheit inne. Ob es weiterhin so sein wird, dass CDU und SPD zusammen abstimmen, oder ob eine oder beide Parteien die Unstimmigkeiten aus der vergangenen Wahlperiode hinter sich lassen und eine Zusammenarbeit mit der FDP in Betracht ziehen, bleibt abzuwarten.

Das sind die Gewählten in Tann

CDU: Jürgen Herberich, Jürgen Schlereth, Thorsten Orf, Michael von der Tann, Michael Schlereth, Bernd Ulrich, Uwe Kirchner

SPD: Andreas Jörges, Christiane Fuß, Cornelia Heim, Hans Dänner, Reiner Jörges

FDP: Andrea Willing, Klaus Dänner, Jörg Witzel, Ramona Hornig, Konrad Kirchner

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