Ein Arzt untersucht eine Patientin mit einem Stethoskop (Symbolfoto)
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Die Zahl der Hausärzte sinkt. In der Gesundheitspolitik setzen die Fraktionen im Fuldaer Kreistag auf unterschiedliche Konzepte.

Kommunalwahl im Kreis

Von der Uniklinik bis zur Gemeindeschwester: So wollen die Fraktionen die ärztliche Versorgung in der Region sichern

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Die Zahl der Hausärzte in Osthessen sinkt. Nachfolger für die steigende Zahl der Allgemeinmediziner zu finden, die in Rente gehen, wird immer schwieriger. Die Fraktionen im Kreistag und ihre Spitzenkandidaten zur Kreistagswahl machen unterschiedliche Lösungsvorschläge.

Fulda - Landkreise sind für die ärztliche Versorgung nicht unmittelbar zuständig. Aber der Landkreis Fulda – und auch andere Kreise wie der Vogelsberg – kümmern sich seit Jahren um das Thema, weil die Arztpraxen vor Ort für die Attraktivität der ländlichen Räume und die Versorgung der Menschen vor Ort so wichtig sind. Kurz vor der Kommunalwahl in Hessen, bei der auch der Kreistag in Fulda neu gewählt wird, machen die dort vertretenen Parteien und ihre Spitzenkandidaten konkrete Vorschläge.

Landkreis Fulda: So wollen CDU, Grüne und SPD die ärztliche Versorgung in der Region sichern

CDU

Bestehende Instrumente stärken, das ist für den Spitzenkandidat der Union bei der Kreistagswahl am 14. März, Thomas Hering, wichtig: „Wir haben erreicht, dass Medizinstudenten künftig an der Hochschule Fulda und am Klinikum lernen. Dies gilt es – auch bei Investitionen – zu unterstützen.“ Das führe dazu, dass mehr Ärzte nach dem Studium in der Region bleiben. Programme wie die „Landpartie“, das Fulda-Stipendium, den Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin, die Initiative Hebammen für Fulda will Hering fortführen, neue Strukturen wie das Medizinische Versorgungszentrum Rhön will er ausbauen.

Grüne

Eine „Gesamtstrategie für den Gesundheitsbereich“ fordert die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Deborah Müller-Kottusch. Dazu gehören eine Anlaufstelle für Frauengesundheit beim Gesundheitsamt; diese solle Frauen als vernetzende Stelle zwischen Beratungseinrichtungen, Hebammen und zum Thema Schwangerschaftsabbrüche dienen. Das Gesundheitsamts soll bei der Prävention von psychischen Krankheiten an Schulen und Ausbildungsstellen gestärkt und eine bessere Zahngesundheit durch die Kooperation von Schulen und Zahnarztpraxen erreicht werden.

SPD

Das Klinikum Fulda dauerhaft in kommunaler Hand halten, das ist SPD-Fraktionschef Michael Busold wichtig. „Da das Klinikum der Hauptversorger für den ganzen Landkreis ist, ist es erforderlich, dass der Kreis gleichberechtigt neben der Stadt Fulda in die Trägerschaft eintritt.“ Die SPD setzt zudem auf Angebote wie den Medi-Bus, digitale Sprechstunden und den Einsatz von Gemeindeschwestern.

Ärztliche Versorgung im Landkreis Fulda - Das sind die Pläne von AfD, CWE, FDP und Linke.Offene Liste

AfD

AfD-Spitzenkandidat Jens Mierdel fordert, dass der Kreis die Prävention fördert, was den Gang zum Arzt vermeidbar mache. Der Kreis solle günstigen Wohnraum für medizinisches Personal bereitstellen und die Telemedizin nutzen, wobei ältere Menschen durch Digitalpaten unterstützt werden sollten.

CWE

CWE-Fraktionsvorsitzender Thomas Grünkorn setzt sich für eine Fortsetzung des Projekts „Landpartie“ ein. Dabei absolvieren Medizinstudenten Praktika in Landarztpraxen. Kreis und Gemeinden sollten auch den Aufbau von Ärztezentren fördern. Die Hauptverantwortung liegt jedoch beim Bund und den Ländern, die Konzepte für eine ärztliche Versorgung im ländlichen Raum vorlegen müssten.

Video: Landarzt dringend gesucht - bestehende Praxen finden keinen Nachfolger

FDP

„Entscheidend ist die Ausbildung von Medizinern in Osthessen“, sagt FDP-Fraktionschef Mario Klotzsche. „Wer hier studiert, bleibt der Region verbunden. Unsere große Idee ist eine Universität Fulda mit einer medizinischen Fakultät und einem Uniklinikum Fulda.“ Der Kreis solle Ärzten bei der Niederlassung helfen.

Linke.Offene Liste

Der Vorsitzende der Linksfraktion, Michael Wahl, verweist auf seine Anträge zu Kreishaushalten: 2020 wollte die Fraktion einen Notfallfonds von einer Million Euro für Krankenhäuser im Kreis. 2021 beantragte sie fünf Millionen Euro zur besseren Ausstattung des Klinikums Fulda. Beides wurden abgelehnt.

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