Eine Mitarbeiterin vom Gesundheitsamt in Mitte hält ein Abstrichstäbchen in einer ambulanten Corona Test-Einrichtung in der Hand.
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Coronavirus: Die Zahl an Neuinfektion in Osthessen ist wieder stark angestiegen.

Inzidenz liegt jetzt bei 12

Corona-Situation im Kreis Fulda: Vize-Landrat weist auf Hygieneregeln bei Demos hin

Die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner im Landkreis Fulda hat sich zuletzt deutlich erhöht - und zwar auf derzeit 12. Die Zahl stammt aus dem Lagebericht des Robert-Koch-Instituts vom 4. Juni. Im Vergleich zu anderen Regionen sowohl in Hessen als auch bundesweit ist das ein hoher Wert.

  • Coronavirus-Infektionen stehen in Zusammenhang mit Freizeitaktivitäten, Feiern und Ansteckungen am Arbeitsplatz.
  • Ein Fall in einer Gemeinschaftsunterkunft in Bad Salzschlirf.
  • Landrat und Vize-Landrat betrachten die Entwicklung mit Sorge.
  • Frederik Schmitt gibt eine Einschätzung zu Demonstrationen in Corona-Zeiten.

Update vom 8. Juni, 11.36 Uhr: Nach der Demonstration am Samstag in Fulda mit 2000 Menschen äußert sich der Erste Kreisbeigeordnete Frederik Schmitt (CDU) zu Demonstrationen in Corona-Zeiten.

Erst kürzlich haben Sie sich aufgrund des erneuten Anstiegs der Corona-Fallzahlen im Kreis Fulda besorgt gezeigt. Ärgert es Sie, dass gerade jetzt 2000 Menschen an einer Versammlung teilnehmen? Oder freuen Sie sich, dass so viele Menschen gegen Rassismus auf die Straße gehen?
Die Grundrechte auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit sind grundlegend und elementar für unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat. Gleichzeitig haben während einer Pandemie die Veranstalter und die Teilnehmer eine hohe Verantwortung, und es ist auch mit Abstand und Mund-Nasen-Schutz möglich zu demonstrieren. Zudem können die Veranstalter – wenn notwendig – auch eine Demonstration abbrechen. Gemeinsames Ziel ist der Schutz aller anderen und damit auch der Schutz für sich selbst
Denken Sie, die Demo wird Auswirkungen auf die Fallzahlen im Kreis haben?
Das kann man nur schwer vorhersagen: Alle Veranstaltungen, bei denen sich viele Menschen begegnen, können Auswirkungen auf den regionalen Verlauf der Pandemie nehmen.
Müssen für Versammlungen einer solchen Größe künftig besondere Vorkehrungen getroffen werden?
Für solche Versammlungen werden Auflagen durch die Versammlungsbehörde erlassen, die von den Veranstaltern und Teilnehmern einzuhalten sind.

Kreis Fulda - Im Zeitraum zwischen dem 22. Mai und dem 5. Juni sind pro Woche im Landkreis Fulda im Schnitt 22 Personen positiv getestet. Zum Vergleich: In den fünf Wochen davor - seit Ende April - waren es wöchentlich im Schnitt nur sechs Personen.

Der Großteil der Infektionen der vergangenen Tage ist im Zusammenhang mit Freizeitunternehmung, mit Feierlichkeiten im privaten und familiären Rahmen sowie mit Infektionen am Arbeitsplatz in Verbindung zu bringen. Bei dem Rest der Infizierten handelt es sich um Einzelfälle, bei denen derzeit kein Zusammenhang zu anderen Clustern hergestellt werden kann, wie der Landkreis berichtet.

Eine infizierte Person wohnt in einer Gemeinschaftsunterkunft in Bad Salzschlirf. Sie befindet sich in häuslicher Quarantäne. Alle Personen aus deren Umfeld wurden heute abgestrichen. Abhängig von den Ergebnissen der Tests wird über weitere Maßnahmen entschieden.

Appell von Landrat Bernd Woide und Gesundheitsdezernent Frederik Schmitt

Gesundheitsdezernent Frederik Schmitt und Landrat Bernd Woide (beide CDU) sind wegen der steigenden Fallzahlen in Sorge: „Wir appellieren an die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Fulda, sich trotz der Lockerungen weiterhin umsichtig und vorsichtig zu verhalten. Wir müssen die Pandemie ernst nehmen. Der erneute Anstieg der Zahlen zeigt, dass die Lage insgesamt fragil ist und dass sich die Situation schnell verändern kann.“

Nachdrücklich weist der Landkreis daraufhin, dass auf große Privatfeiern verzichtet werden sollte und bei Zusammenkünften im kleinen Kreis und am Arbeitsplatz der nötige Abstand eingehalten werden muss. „Bitte tragen Sie weiterhin gewissenhaft einen Mund-Nasen-Schutz und bleiben Sie unbedingt bei Krankheitssymptomen aller Art zu Hause“, so Schmitt und Woide abschließend.

Testergebnisse aus Bildungseinrichtungen liegen vor

Vergangene Woche hatte das Gesundheitsamt Kontaktpersonen von vier infizierten Schülerinnen und Schülern in drei Bildungseinrichtungen ermittelt. Es handelte sich um Teilklassen an der Johannes-Kepler-Schule Neuhof sowie der Ferdinand-Braun-Schule und des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft (BWHW) in Fulda. Die restlichen Testergebnisse der Kontaktpersonen aus dem Umfeld der Infizierten liegen nun vor: Alle sind negativ.

Insgesamt sind derzeit 50 Personen im Landkreis Fulda erkrankt, 295 genesen und 12 verstorben. 172 Personen befinden sich in Quarantäne.

zen

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