Auszählung der Kommunalwahl in Fulda in der Esperantohalle.
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Das Endergebnis der Kreistagswahl in Fulda liegt jetzt vor. Die CDU bleibt stärkste Kraft.

Union klar stärkste Kraft

Kreistagswahl in Fulda: CDU und CWE verlieren auch im Kreis die Mehrheit - SPD vor Grünen und AfD

  • Eike Zenner
    vonEike Zenner
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  • Andreas Ungermann
    Andreas Ungermann
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Das Ergebnis der Wahl zum Fuldaer Kreistag liegt vor: Die CDU muss zwar leichte Verluste hinnehmen, bleibt aber klar stärkste Kraft. Die Grünen gewinnen deutlich hinzu, die SPD entscheidet das Rennen um Platz zwei jedoch knapp für sich. Für ein Bündnis aus CDU und CWE reicht es nicht mehr.

Update vom 17. März, 15.47 Uhr: Nach vier Tagen haben die Wahlhelfer alle Stimmen gezählt. Die CDU bleibt mit 44,10 Prozent nur knapp hinter ihrem Ergebnis von 2016 (46,52 Prozent) zurück. Die SPD entscheidet das enge Rennen um Platz zwei für sich und wird mit 12,31 Prozent erneut zweitstärkste Fraktion (2016: 15,49 Prozent). Die Grünen gewinnen im Kreis Fulda deutlich hinzu und kommen auf 12,02 Prozent (plus 3,96 Punkte).

Die AfD muss dagegen Federn lassen. Mit 10,04 Prozent ist die Partei zwar knapp zweistellig. Im Vergleich zur Kreistagswahl vor fünf Jahren steht aber ein Minus von 4,29 Punkten.

Kreistagswahl in Fulda: CDU klar stärkste Kraft, SPD vor Grünen und AfD

Die FDP kann Stimmen hinzugewinnen und erreicht 6,55 Prozent. Die CWE muss wie auch in der Stadt Fulda Verluste hinnehmen und kommt auf nur noch 4,79 Prozent. Das heißt: CDU und CWE, die bisher als Kooperations-Gemeinschaft im Kreistag zusammenarbeiten, haben die Mehrheit hauchdünn verloren. Die CDU kommt auf 36 Sitze, die CWE auf 4 Mandate. Der Kreistag hat 81 Sitze. Das heißt: Für die Mehrheit sind 41 Sitze nötig - Union und Wähler-Einheit haben zusammen 40 Mandate.

So verteilen sich die Stimmen bei der Kreistagswahl im Kreis Fulda.

Denkbar sind Bündnisse von CDU und SPD, CDU und Grünen sowie CDU und FDP. Eine Kooperation mit der AfD ist die CDU keine Option.

Die meisten Einzelstimmen (57.095) konnte der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand auf sich vereinen. Brand ist damit Stimmenkönig im Kreis - und gehört dem Fuldaer Kreistag auch in der neuen Wahlperiode an. Die Wahlbeteiligung liegt bei 55,22 Prozent.

Die Gewählten

CDU (36 Sitze): Michael Brand, Thomas Hering, Markus Meysner, Veit Küllmer, Johannes Rothmund, Heiko Stolz, Andrea Abel, Dr. Steffen Korell, Winfried Happ, Mechthild Klee, Gisela Feuerstein, Christopher Gärtner, Daniela Böschen, Benedikt Stock, Erhard Mörmel, Wolfgang Reith, Daniel Mans, Helmut Herchenhan, Marco Herbert, Sebastian Schramm, Katharina Roßbach, Harald Merz, Melissa Herber, Julia Roeschies, Carmen-Cäcilia Helmke, Sebastian Klug, Christoph Müller, Peter Ceming, Sascha Engel, Ingo Mihm, Christian Bug, Martin Reuß, Carsten Froß, Frank Röhrig, Luzia Bickert, Lars Rippstein.

SPD (10 Sitze): Birgit Kömpel, Julius Vogel, Michael Busold, Gerhard Müller, Rolf Banik, Anna-Lena Heil, Beate Fischer, Andres Jörges, Angelika Beckmann, Mario Wagner.

Grüne (10 Sitze): Deborah Müller-Kottusch, Helmut Schönberger, Katja Grötzner, Dr. Kerstin Wingenfeld, Markus Hofmann, Marion Neumeister, Janina Reinhardt, Omar Jouini, Annette Fladung, Dr. Jörg Voßbrink.

AfD (8 Sitze): Martin Hohmann, Jens Mierdel, Pierre Lamely, Christine Anderson, Marco Haber, Frank Schüßler, Dieter Hümmer, Dr. Uwe Bartenstein.

FDP (5 Sitze): Mario Klotzsche, Jörg Witzel, Claus-Dieter Schad, Jörg Clar, Jörg, Lisa-Marie Clar.

CWE (4 Sitze): Thomas Grünkorn, Rita Baier, Volker Seuberling, Rainer Kohlstruck.

Die Linke.Offene Liste (2 Sitze): Michael Wahl, Pia Hainer.

Volt (1 Sitz): Moritz Bindewald.

Bündnis C (1 Sitze): Dr. Norbert Höhl.

Freie Wähler (1 Sitz): Peter Klug, Florin Zintl.

Die Partei (1 Sitz): Mario Hartmann.

BfO (1 Sitz): Anton-Josef Rummel.

So verteilen sich die 81 Sitze im Fuldaer Kreistag.

Kommunalwahl in Fulda: CDU hat mehrere Bündnisoptionen

+++ 18.38 Uhr: Aus 126 Wahlbezirken liegen inzwischen Ergebnisse vor. Das heißt: Etwa ein Drittel der Bezirke ist ausgezählt. Die CDU bleibt stärkste Fraktion im Fuldaer Kreistag, liegt aktuell aber nur noch bei 39,32 Prozent (2016: 46,5 Prozent). Dahinter konkurrieren Grüne, SPD und AfD um Platz zwei. Im Trendwahlergebnis, das nur die Listenstimmen berücksichtigt, hatten die Grünen die Nase vorn. Aktuell liegt die AfD mit 13,54 Prozent knapp vor den Grünen (13,14 Prozent) und den Sozialdemokraten (11,69 Prozent). AfD und SPD würden damit im Vergleich zu 2016 verlieren, die Grünen deutlich hinzugewinnen. Die CWE - bislang Kooperationspartner der CDU im Kreis - kommt auf 4,01 Prozent. Das bedeutet: Sowohl in der Stadt Fulda als auch im Kreis Fulda haben Union und CWE zusammen derzeit keine Mehrheit.

Update vom 15. März 12.50 Uhr: Genau wie in der Stadt Fulda stellt sich mit Blick auf den Kreis die Frage, wer künftig mit wem regiert - beziehungsweise mit wem die CDU als stärkste Kraft regiert. Mit Blick auf das Trendergebnis haben CDU und CWE auch im Kreistag ihre Mehrheit verloren. Die Union kommt aktuell auf 35 Sitze (minus drei), die CWE auf drei Sitze (minus zwei). Für die Mehrheit sind 41 Sitze notwendig. Die CDU könnte sich sowohl mit den Grünen als auch mit der SPD zusammentun. Auch ein Bündnis aus CDU, CWE und FDP hätte die notwendige Anzahl an Sitzen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD ist für die CDU keine Option.

Kommunalwahl in Fulda: CDU bei Kreistagswahl vorne - Trendergebnis: 42,62 Prozent

Erstmeldung vom 15. März, 11.05 Uhr: Fulda - Nach der Kommunalwahl in Hessen könnte sich im Fuldaer Kreistag einiges ändern - womöglich zu Lasten der CDU. 37 der 81 Kreistagsabgeordneten stellte die CDU noch in der vergangenen Wahlperiode. Nach einem ungewöhnlichen Wahlkampf im dem Zeichen der Corona-Pandemie geht der Stimmenanteil für die Union von 45,71 Prozent auf nunmehr 42,62 Prozent zurück. Damit würde die CDU künftig noch 35 Mandatsträger stellen.

Wie aussagekräftig das Trendergebnis tatsächlich ist beziehungsweise wie nahe es dem Endergebnis kommt, bleibt allerdings noch abzuwarten. Denn die Stimmzettel, auf denen die Wähler kumuliert und panaschiert haben, werden erst am Montag und am Dienstag ausgezählt. Die Wahlbeteiligung liegt bei 56,34 Prozent. (Lesen Sie hier: Kommunalwahl in Fulda: CDU/CWE-Koalition ohne Mehrheit - Grüne zweitstärkste Kraft)

Wer letztendlich die zweitgrößte Fraktion nach den Christdemokraten stellen wird – ob nun als Juniorpartner in einer Koalition oder als stärkste Oppositionspartei –, das lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Im Trendergebnis von Montagmorgen rangieren die SPD, die bislang mit 13 Sitzen im Kreistag auf die Union folgte, sowie die Grünen und die AfD nahe beieinander. Die Grünen liegen aktuell mit 13,35 Prozent vor der SPD (12,42 Prozent) und der AfD (11,47 Prozent). Das hieße, im Kreistag wären zehn Genossen, elf Grüne und neun AfD-Mandatsträger vertreten. Zwischenzeitlich lag am Wahlabend die AfD auf Platz zwei*, wie mehrere Medien in Hessen berichteten.

Trendwahlergebnisse Kreistagswahl Fulda (Stand 12 Uhr)

ParteiTrendwahlergebnis
CDU42,62 Prozent
GRÜNE13,35 Prozent
SPD12,44 Prozent
AfD11,47 Prozent
FDP6,56 Prozent
CWE3,80 Prozent
Die Linke.Offene Liste2,43 Prozent
Volt1,65 Prozent
Bündnis C0,66 Prozent
FREIE WÄHLER2,58 Prozent
Die PARTEI1,74 Prozent
BfO0,70 Prozent

Die Grünen können im Vergleich zur Kreiswahl 2016 deutlich zulegen (2016: 8,6 Prozent), die AfD hingegen büßt Stimmen ein (2016: 14,3 Prozent). (Lesen Sie hier: Kommunalwahl in Hessen: Grüne in Frankfurt, Kassel, Gießen und Darmstadt vorn - Auszählung geht heute weiter)

Ihr stärkstes Ergebnis bei den Listenkreuzen verzeichnet die Union in Nüsttal, wo sie sich mit 51,4 Prozent im Vergleich zur Kommunalwahl 2016 stabil hält. Starke Verluste müssen die Christdemokraten wohl hingegen in Rasdorf hinnehmen, wo ihr Trendergebnis mit 51,23 Prozent um beinahe 9 Prozentpunkte niedriger ausfällt als noch vor fünf Jahren. In Kalbach fährt hingegen die AfD mit rund 18,68 Prozent tendenziell ihr stärkstes Ergebnis bei der Kreistagswahl ein. Die Grünen erzielen mit über 17 Prozent in Fulda ihr bestes Trendergebnis, die Sozialdemokraten mit 23,38 Prozent in Burghaun. (Lesen Sie hier: Kreistagswahlen in Fulda: So haben die Parteien in den vergangenen Jahrzehnten abgeschnitten)

Video: So funktioniert Kommunalpolitik

Während die Freien Wähler, nachdem sie zweimal nicht zur Kreistagswahl angetreten waren, bei ihrem Wiedereinzug mit 2,58 Prozent der Stimmen zwei Sitze ergattern könnten, wären die neuen Gruppierungen Volt, Bündnis C, die Partei und BfO (Bürger für Osthessen) nach Stand von Montagmorgen mit je einem Mandatsträger vertreten. Deren Werte rangieren zwischen etwa 0,66 (Bündnis C) und 1,74 Prozent (Die PARTEI). Die FDP verbliebe laut Trendergebnis bei fünf Sitzen, die CWE würde einen Sitz einbüßen und wäre noch mit 3 Mandatsträgern vertreten. Mit zwei Mandaten erzielt die Linke.Offene Liste laut vorläufigem Ergebnis ebenfalls eines weniger als noch bei der Kommunalwahl 2016. (von Andreas Ungermann) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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