Die mitgliederstärkste Partei im Kreis Fulda ist - wie seit Jahrzehnten - die CDU. (Symbolfoto)
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Ein buntes Bild: Bei Kreistagswahlen in Fulda gab es immer wieder Schwankungen in den Ergebnissen (Symbolfoto).

CDU, SPD und Co.

Kreistagswahlen in Fulda: So haben die Parteien in den vergangenen Jahrzehnten abgeschnitten

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Nicht erst 2016 musste die CDU um ihre Mehrheit im Fuldaer Kreistag bangen. Schon in den 1990er Jahren hatte die Union mit bundespolitischem Gegenwind zu kämpfen. Auch für die andere Parteien ist ein Blick auf die Wahlen seit 1993 spannend. 

Fulda - Die vergangene Kreistagswahl schüttelte den Kreistag in Fulda gehörig durcheinander. Die AfD zog nach der Kommunalwahl erstmals ins Kreisparlament ein; und erstmals seit den Nachkriegsjahren verlor die CDU ihre Mehrheit an Sitzen. Die Union musste ausbaden – wie andere Parteien auch –, dass Wähler ihr Verhalten bei Kreistagswahlen auch davon abhängig machen, wie sie eine Partei gerade bundesweit sehen. (Lesen Sie hier: Kommunalwahl: Alles Wichtige zur Kreistagswahl in Fulda - Listen, Mandate, Spitzenkandidaten)

CDU

In den 1990er Jahren war es schon einmal knapp für die CDU – auch damals hatte die Zuwanderungspolitik einer CDU-geführten Bundesregierung eine Partei ganz rechts stark gemacht: Die Republikaner zogen 1993 mit 9,1 und 1997 mit 6,3 Prozent in den Kreistag ein. Die CDU rutschte zwar unter die 50-Prozent-Schwelle, behauptete 1993 aber mit 41 von 81 Sitzen knapp ihre Mehrheit an Sitzen. 1997 wurde es nur minimal besser für die CDU. Sie errang 42 Sitze. Erst danach kam die Union wieder deutlich über 50 Prozent – bis 2016. Trotz ihres Auf und Ab sorgte die CDU bisher für eine Konstante: Am Ende reichte es im Kreistag immer für eine CDU-geführte Mehrheit.

Kreistagswahlen in Fulda: Nur einmal ging es für die SPD nach oben

SPD

Ein langsamer, solider Abwärtstrend ist bei der SPD zu erkennen. Nach oben ging es nur 1997, als die Genossen bundesweit im Aufwind waren. Seit 2011 ist die SPD unter 20 Prozent. Bei der vergangenen Kreistagswahl mussten die Sozialdemokraten sogar um ihre Position als stärkste Oppositionspartei bangen.

Grüne

Die Grünen, zunächst eine kleine Partei ohne große Schwankungen, erlebten 2011 einen Schub: Sie konnten ihr Ergebnis im Vergleich zur Vorwahl fast verdreifachen: von 5,3 auf 14,4 Prozent. Hauptgrund: 16 Tage vor der Wahl begannen die katastrophalen Unfälle im japanischen Kernkraftwerk Fukushima. 2016 verloren die Grünen wieder einen Teil ihrer Wähler.

Video: Wie geht eigentlich Kommunalpolitik?

Kreistagswahlen in Fulda: CWE, FDP und Co - klein aber konstant

CWE

Die Christliche Wähler-Einheit hat es mit einem kleinen Durchhänger in den 2000er Jahren geschafft, immer im Bereich um sechs Prozent zu bleiben. Für die CWE gibt es zwar keinen Gegenwind, aber auch keinen Rückenwind bei bundespolitischen Trends.

FDP

Die Liberalen profitierten davon, dass ab 2001 mit der Einführung von Kumulieren und Panaschieren zugleich auch die Fünfprozenthürde wegfiel. 1993 und 1997 stellte die FDP zwar den Vize-Kanzler auf Bundesebene, aber in den Fuldaer Kreistag schaffte sie es nicht. 2001, 2006 und 2011 blieb die FDP zwar unter fünf Prozent, erhielt aber dennoch Mandate.

Kreistagswahlen in Fulda: Davon profierten die kleinen Parteien

Freie Wähler

Auch die Freien Wähler profitierten 2001 und 2006 vom Wegfall der Fünfprozenthürde. Nach zwei Ergebnissen um die drei Prozent traten sie nicht mehr an. 2021 bewerben sie sich erneut.

Die Ränder, rechts und links

Die REPs zogen 1993 mit bundespolitischem Rückenwind in den Kreistag ein, danach verloren sie deutlich. Dieser Rückenwind wehte auch die AfD 2016 ins Kreisparlament. Die Linke, die 1997 als PDS (0,9 Prozent) und 2006 als Linkspartei. PDS angetreten war, blieb seit 2011 konstant unter drei Prozent.

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