Freude über den Projekt-Abschluss (von links): Steffen Schultheis, Stephan Hahn, Monika Alt, Timo Zentgraf (Bürgermeister), Ulrich Hansel, Daniel Schreiner, Erich Hohl und Joachim Adams.
+
Freude über den Projekt-Abschluss (von links): Steffen Schultheis, Stephan Hahn, Monika Alt, Timo Zentgraf (Bürgermeister), Ulrich Hansel, Daniel Schreiner, Erich Hohl und Joachim Adams.

Abschluss eines Projekts

Künzell: Mehr als 3,6 Millionen Euro für Bauarbeiten zum Trinkwasserschutz

  • Hanna Wiehe
    vonHanna Wiehe
    schließen

Freude über den Abschluss für ein Millionenprojekt: Im Künzeller Lanneshofweg, in Sichtweite der A 7, sind die Maßnahmen für den Trinkwasserschutz abgeschlossen. Mehr als zehn Jahre dauerten die Bauarbeiten. Nun zogen die Planer ein Resümee.

Künzell - Die Erleichterung über den Abschluss der Maßnahmen war Künzells Bürgermeister Timo Zentgraf (parteilos) gestern anzumerken. In seiner Rede blickte er auf den komplizierten Bau zurück. Der Anlass dafür war der Schutz des Trinkwasserbrunnens am Lanneshofweg: „2007 wollten wir dort ein neues Schutzgebiet für denTiefbrunnen ausweisen; es ist der stärkste Brunnen im Zweckverband Florenberg“, erklärte Zentgraf. Bei geologischen Untersuchungen habe man jedoch festgestellt, dass der Grezzbach dort Wasser in den Untergrund abgibt – eine Verunreinigung des Brunnens stand zu befürchten.

Trinkwasserschutz der Gemeinde Künzell: Insgesamt 3,6 Millionen Euro wurden investiert

Deshalb habe man im Jahr 2008 unter Federführung des Abwasserverbandes Fulda mit Gemeinde und Hessen Mobil Maßnahmen zum Schutz geplant und in mehreren Abschnitten baulich umgesetzt. Die Arbeiten im ersten Bauabschnitt habe man in den Jahren 2010 und 2011 mit der Erschließung des Gewerbegebiets Am Weinstrauch fertiggestellt. Dazu gehörte ein Regenrückhaltebecken mit einem Volumen von 4150 Kubikmeter sowie ein Kanal unter der A 7. Ebenfalls zu diesem Maßnahmenbündel gehörte ein sogenannter Ableitungssammler in den Ort.

In diesem Jahr wurde der zweite Bauabschnitt fertiggestellt. Durch das Regenrückhaltebecken am Lanneshofweg habe man nun ein Rückhaltevolumen von insgesamt 7000 Kubikmeter geschaffen, sagte der Verbandsvorsitzende des Abwasserverbandes Fulda, Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos). Das sind sieben Millionen Liter – der jährliche Trinkwasserverbrauch von 200 Menschen, veranschaulichte Stephan Hahn vom Zweckverband Gruppenwasserwerk Florenberg. Wie Schreiner erklärte, habe man außerdem zweieinhalb Kilometer Kanal mit einem Durchmesser von 1,20 Metern verlegt – westlich der Autobahn und entlang des Grezzbachs bis in die Gemeinde. Insgesamt seien 3,6 Millionen Euro von Gemeinde, Bund und Land investiert worden.

Hessen Mobil: „Wichtige, zukunftsweisende Maßnahme“

Trotz aller Komplexität: „Unser Brunnen ist nun geschützt, wir haben eine sehr gute, nachhaltige Lösung gefunden“, sagte Bürgermeister Zentgraf. Das betonte auch Daniel Schreiner: „Es ist eine absolut nachhaltige Maßnahme, die in Kooperation nach vielen Jahren nun zumEnde kommt.“ Der Abschluss erfolgte „nicht ganz im Zeitplan, aber im Kostenrahmen und unfallfrei“. Durch die Maßnahme werde nicht nur der Brunnen geschützt: Das geschaffene Speichervolumen puffere zusätzlich die Wassermassen aus den angeschlossenen Flächen bei Starkregen. Schon in seiner Begrüßung hatte Timo Zentgraf an die Überschwemmungen im Grezzbachtal im Juni 2013 erinnert.

Ulrich Hansel, der kommissarische Regionalbevollmächtigte für Osthessen von Hessen Mobil, brachte es auf den Punkt: „Das ist eine wichtige, zukunftsweisende Maßnahme. Man sieht nicht so viel davon, weil viel im Untergrund verborgen liegt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema