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436 Kurse fallen aus: Volkshochschulen ohne Vorträge seit dem Kontaktverbot – Digitales Angebot wird ausgebaut

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - In Zeiten der Coronakrise haben die Volkshochschulen (VHS) von Stadt und Landkreis noch mindestens bis zum 19. April geschlossen. In dieser Zeit fallen alle Kurse aus, weshalb der Landkreis bereits 10 000 Euro zurückgezahlt hat.

Auch hier wohnende Asylbewerber, die die deutsche Sprache erlernen wollen, sind von der Schließung der Volkshochschulen betroffen. An beiden Bildungseinrichtungen pausieren die Integrationskurse derzeit. „Sie werden voraussichtlich erst wieder dann starten, wenn auch der Schulbetrieb wieder beginnt“, lässt Heller verlauten.

„Deutsch für Pflegekräfte“ findet online statt

Eine Ausnahme gibt es aber doch – und zwar online: Die zwei Kurse „Deutsch für Pflegekräfte B1 und B2“ finden über Adobe Connect, eine Software für Online-Schulungsmaterialien, für Pflegekräfte des Klinikums statt. „Diese Kurse sind eine Kooperation der beiden Volkshochschulen des Landkreises und der Stadt Fulda“, so Rehnert.

Durch das aktuell herrschende Versammlungsverbot ist das Stichwort „online“ das Gebot der Stunde. Daher gibt es bei der VHS der Stadt Fulda Überlegungen, in Zukunft mehr E-Learning und videobasierte Veranstaltungsformen anzubieten. „Der Schwerpunkt soll allerdings weiter auf dem Präsenzunterricht liegen“, betont Heller.

Weg zur Online-VHS beschleunigt

Weiter ist hingegen die VHS des Landkreises in der Materie E-Learning: Bereits seit 2014 bietet sie Onlinevorträge an (siehe Artikel unten). Davon abgesehen hat die Bildungseinrichtung autogene Trainingskurse im Angebot, wie zum Beispiel zur Stressreduktion. „Das Angebot ist quasi ein Kursraum zum Selbstlernen“, erklärt Studienleiter Stefan Will. Die Inhalte sind demnach bereits vorproduziert und können vom Lernenden abgerufen werden.

Abgesehen von der Coronaepidemie wollte die VHS des Landkreises nach Angaben Wills sowieso eine „kleine Online-VHS“ aufbauen. „Dieser Prozess wird durch das Virus beschleunigt. Wichtig dabei ist aber, dass wir keine Schnellschüsse machen“, so der 49-Jährige weiter. Die Herausforderung liege darin, die Dozenten gut vorzubereiten, da das reine Online-Unterrichten eine große Herausforderung sei. „Zunächst wollen wir mit rund zehn Kursen starten und das Angebot kontinuierlich ausbauen“, sagt er.

Lernkurse für digitales Angebot

Da nicht alle Nutzer über alle digitalen Kompetenzen verfügen, möchte die VHS zudem Lernprogramme und Handreichungen zur Nutzung eines Onlinekurses anfertigen. Laut dem Studienleiter bekommen solche Onlinekurse oder Livestreams aktuell viel Aufmerksamkeit. „Volkshochschulen könnten in der Krise profitieren, indem sie das Onlineangebot ausbauen“, betont Will.

Zur Kurzarbeit kommt es in beiden Hochschulen nicht, da die Mitarbeiter in der Regel über den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes beschäftigt sind.

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