Ziel aller Maßnahmen ist es, die Überfüllung von Schulbussen zu verhindern.
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Ziel aller Maßnahmen ist es, die Überfüllung von Schulbussen zu verhindern.

Schulen legen Konzepte vor

Wegen überfüllter Busse: Unterricht beginnt im Kreis Fulda vielerorts später

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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Die Herbstferien sind zu Ende, am Montag beginnt die Schule. Dann muss sich zeigen, ob es gelingt, die Überfüllung der Schulbusse zu verringern. Viele Schulen im Landkreis verschieben deshalb für einzelne Klassen und Kurse den Unterrichtsbeginn nach hinten.

Kreis Fulda - Die Nachricht des Landkreises, dass nach den Ferien auf stark frequentierten Routen zusätzliche Busse eingesetzt werden können, haben Schüler, Lehrer und Eltern mit Erleichterung vernommen. Auf Nachfrage erklärt Kreissprecherin Lisa Laibach, dass von den 22 Zusatzbussen neun Reisebusse sind – fünf von ihnen werden bereits ab kommendem Montag, vier ab dem 2. November eingesetzt. Mehr als eine Million Euro investiere der Landkreis dafür.

Doch auch die Schulen selbst helfen mit, die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus im Schulbusverkehr zu minimieren. Ursprünglich hatten Landkreis, Stadt Fulda und Staatliches Schulamt ein detailliertes Konzept für einen Großteil der Schulen im Kreis vorgelegt, das einen späteren Unterrichtsbeginn vorsah. Dagegen waren jedoch Schulleiter, Eltern und Schüler Sturm gelaufen. Jetzt darf jeder, wie er will.

Wegen der überfüllten Busse in der Coronavirus-Krise fängt vielerorts der Unterricht in den Schulen später an

Unterschiedliche Anfangszeiten wird es zum Beispiel an der Freiherr-vom-Stein-Schule in Fulda mit ihren rund 1200 Schülern und Schülerinnen geben, von denen etwa die Hälfte mit dem Bus zur Schule kommen. „Unser Ziel ist, mindestens 25 Prozent dieser Schüler aus dem morgendlichen Busverkehr auszugliedern“, sagt Schulleiter Dr. Ulf Brüdigam. Künftig sollen mehrere Gruppen erst zur zweiten Stunde starten. Die erste Stunde wird in die siebte verlegt – wenn die Schüler an diesem Tag keinen Nachmittagsunterricht haben.

Außerdem sollen sich die Schüler verpflichten, zu laufen oder Radzufahren, wenn ihr Schulweg nicht länger als eineinhalb Kilometer ist. Für Schüler, die dank der zusätzlichen Busse nun früher eintreffen, werde ein Aufenthaltsraum geöffnet, in dem es Heißgetränke gibt.

Brüdigam hofft auch auf Fahrgemeinschaften. Für Autos gibt es an der Schule nun drei Haltebereiche, um Staus zu vermeiden. Stauvermeidung gilt auch in der Schule:„Wir haben unsere Einbahnstraßenregelung überarbeitet“, erklärt Brüdigam. Und die Lehrkräfte seien an die Lüftungsregeln erinnert worden. Der Schulleiter empfiehlt, sich warm anzuziehen – am besten im Zwiebellook.

In Hünfeld beginnt der Unterricht vorerst noch zur gleichen Zeit

Zur gewohnten Zeit beginnt der Unterricht an den Hünfelder Schulen – anders als es der Landkreis-Plan ursprünglich vorgesehen hatte. „Man geht davon aus, dass der Einsatz der zusätzlichen Busse im Hünfelder Schulviertel ausreicht“, erklärt Markus Bente, Leiter des Wigbertgymnasiums. Allerdings wolle die Schule nächste Woche die ankommenden Busse „in Augenschein nehmen“. Sollten sie trotzdem überfüllt sein, dann sei es immer noch möglich, dass ein oder zwei Jahrgangsstufen zur zweiten Stunde beginnen. Dann müsste auch in Zusammenarbeit mit der LNG nachgesteuert werden, um zu gewährleisten, dass zu dieser Zeit genügend Busse bereitstehen. Bente betont zudem: „Wir müssen darauf achten, dass die Kinder nicht alle in den ersten Bus strömen.“ Eltern sollten ihre Kinder instruieren, auch Nachfolgebusse zu nutzen.

Eine weitere Möglichkeit, den Busverkehr zu entlasten, werden sowohl die Stein-Schule als auch die Wigbertschule zunächst nicht nutzen: Homeschooling, also Unterricht zu Hause. „Ein „Präsenzunterricht ist immer noch die wirksamste Form des Unterrichts“, findet Ulf Brüdigam. „Das sollten wir auch nicht aufgeben, nur weil zu wenige Busse da sind.“

Mit den aktuellen Bemühungen zeigt sich auch der Stadt- und Kreiselternbeirat zufrieden: Er plädiert erneut dafür, Transportgemeinschaften zu bilden, um den ÖPNVzu entlasten. Auch Harald Persch, stellvertretender Leiter des Staatlichen Schulamts, ist angesichts all der Maßnahmen optimistisch: „Ich gehe für Montag von einer im Vergleich zu der Situation vor den Ferien deutlich entspannteren Situation aus.“

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