Fotos: Sarah Malkmus, Fuldamedia

Landwirte-Demo und prominenter Gast: Jens Spahn bei CDU-Tagung in Künzell

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Künzell - Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat am Freitagnachmittag mit mehr als 100 Landwirten gesprochen. Sie waren zu einer Kundgebung nach Künzell gekommen. Der Grund: Dort fand die Klausurtagung der Hessen CDU statt, der auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beiwohnte.

Vor dem Bäderpark Hotel demonstrierten nicht nur erwachsene Landwirte, sondern auch ein paar Kinder. Zum Teil saßen sie auf Mini-Traktoren, die Schilder trugen mit Aufschriften wie dieser: „Ich will auch noch Landwirt werden.“

Bouffier: Wir wollen eine lebensfähige Landwirtschaft

Volker Bouffier sagte: „Wichtig ist die Frage: Haben wir eine Zukunft? Und die klare Antwort lautet: Wir wollen eine lebensfähige Landwirtschaft.“ Er betonte, die Politik werde diesem Thema nicht ausweichen.

Es sei wichtig, dass „wir für die Anliegen der Landwirtschaft, die ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung geworden sind, eine Wertschätzung erregen“, sagte Bouffier. Er wisse auch, dass Wertschätzung kein Geld bringe, aber es sei zumindest ein Anfang.

Wichtiges Thema: Düngermittelverordnung

Ein wichtiges Anliegen der Landwirte vor Ort war die Düngermittelverordnung. Einer der Landwirte bat den Ministerpräsidenten, noch einmal Druck auszuüben, damit die Landwirte endlich entsprechende Daten und Messstände bekommen. Dazu sagte Bouffier: „Wir können die Düngemittelverordnung nicht ändern. Aber wenn es eine Chance gibt, in der Umsetzung etwas zu ändern, dann können wir ernsthaft darüber reden.“

„Uns wurden weitere Gespräche angeboten und die geführten waren gut. Ich hoffe, dass jetzt Taten folgen. Wenn nicht, kommen wir eben wieder“, sagte etwa Peter Kömpel, ein Bauer aus Großenlüder und Zugpferd Fuldaer Landwirte der Bewegung „Land schafft Verbindung“.

„Aktive Naturschützer“ und „Landschaftspfleger“

Auch Lena Arnoldt von der CDU sprach den Landwirten Unterstützung zu: „Wir wollen Sie unterstützen, dass die Landwirtschaft hier in Hessen eine Zukunft hat.“ Dafür habe man zwei Ansatzpunkte: Einer sei die Politik, der andere die Gesellschaft und damit die Verbraucher. Arnoldt bezeichnete die Landwirte als „aktive Naturschützer“ und „Landschaftspfleger“.

Der Fuldaer Bundestagsabgeordnete Michael Brand (CDU) sagte: „Nichts geht gegen die Landwirte. Alles, was entschieden wird – in Europa, im Bund und im Land –, muss mit den Landwirten gemeinsam entschieden werden.“

„Ich bin mit der Kundgebung sehr zufrieden, weil erneut viele Landwirte zusammen gekommen sind“, blickt Kömpel zufrieden zurück. „Wir sind ein Stück weiter gekommen, aber immer noch nicht am Ziel. Den Bauern brennt es unter den Nägeln. Viele haben Existenzängste wegen der neuen Auflagen“, betont der Großenlüderer.

Zukunft im Blick

Bei dem Presse-Statement betonte Bouffier nochmals die Relevanz der Landwirte-Thematik, machte aber gleichzeitig auch darauf aufmerksam, worum es darüber hinaus bei dem CDU-Treffen gehen werde: „Wir nehmen die Zukunft in den Blick“. In einem Jahr stünde die Kommunalwahl an. Dafür gelte es, junge Menschen und im Besonderen Frauen für die CDU zu begeistern. Das Treffen stünde unter dem Motto: „Vision 2030“. / jev, mal, lio, mic

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